Yakin sagt, was er von der Schweiz erwartet

Ex-Nationalspieler Hakan Yakin ist ins Trainerbusiness eingestiegen. Gedankenspiele zu Taktik und Aufstellung sind sein Alltag. Diese macht er auch vor dem Spiel der Schweiz gegen England.

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Thomas Niggl@tagesanzeiger

Hakan Yakin hat für die Schweiz 87 Länderspiele absolviert und dabei 20 Tore erzielt. Er nahm 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika an zwei Weltmeisterschaften und den EM-Turnieren 2004 in Portugal und 2008 in der Schweiz teil.

Heute ist er Coach der U-15-Mannschaft von Zug 94 und macht sich natürlich auch immer noch Gedanken über die Schweizer Fussballnationalmannschaft. In 87 Länderspielen wurde der ehemalige Spielmacher auch mit dem englischen Fussball konfrontiert. «Die Engländer waren, und das ist auch heute noch so, vor allem in der Rückwärtsbewegung anfällig. «Da kann man sie packen und sie mit schnellem Spiel und klugen Pässen in die Schnittstelle der Abwehr überraschen und auskontern», sagt Yakin.

Der kluge Schachzug mit Rooney

In der Offensive lägen die Stärken des Teams von Roy Hodgson vor allem in den pfeilschnellen Spielern, die vorwiegend über die Seiten kämen. «Zudem hat Roy Hodgson mit der Ernennung von Wayne Rooney zum neuen Captain einen klugen psychologischen Schachzug getätigt», lobt Yakin. Die Beförderung zum Spielführer werde Rooney einen neuen Motivationskick in seiner Karriere verleihen. «Bei der Generalprobe für das Spiel gegen die Schweiz hat Rooney Verantwortung übernommen und gegen Norwegen den Elfmeter verwandelt, der schliesslich zum 1:0-Sieg führte.»

Die Schweiz müsse sich aber vor den Engländern überhaupt nicht verstecken. «Wir erreichten an der WM in Brasilien die Achtelfinals und sind dort nur mit viel Pech und erst in der Verlängerung am späteren Finalisten Argentinien gescheitert. Zudem figurieren wir im Fifa-Ranking auf Rang 9, sage und schreibe elf Plätze vor den Engländern auf Platz 20.»

«Petkovic wird kaum alles auf den Kopf stellen»

Ein kleiner Nachteil sei hingegen, dass Spieler wie Blerim Dzemaili, Valentin Stocker und Josip Drmic zurzeit in ihren Clubs keine Spielpraxis hätten. Aber auch die Engländer hätten vom Rhythmus her ein Handicap, weil in der Premier League erst drei Runden gespielt seien.

«Und man muss natürlich auch berücksichtigen, dass wir mit Vladimir Petkovic einen neuen Trainer haben, der wohl auch taktisch neue Ideen einbringen wird. Das muss sich aber alles zuerst einmal einspielen.» Deshalb kann sich Yakin sehr wohl vorstellen, dass Petkovic kaum gleich alles auf den Kopf stellen werde und in seinem ersten Spiel wie Hitzfeld an der WM in Brasilien auf ein 4-2-3-1-System setze.

«Petkovic lässt sich nicht in die Karten schauen»

«Das würde dann wohl bedeuten, dass Sommer für den zurückgetretenen Benaglio im Tor steht, Lichtseiner, Djourou, Senderos oder Von Bergen und Rodriguez die Viererabwehrkette bilden, Inler und Dzemaili das defensive Mittelfeld ordnen. Dann würde Xhaka wohl zentral spielen, Mehmedi und Shaqiri über die Seiten kommen und Seferovic die einzige Sturmspitze bilden.» Mit der gleichen personellen Austellung könne man aber durchaus auch ein 4-3-3-System praktizieren, was Petkovic in den Trainings mit den Spielern offenbar auch einstudiert habe.

Doch das seien alles lediglich Vermutungen. «Vladimir Petkovic hat sich in dieser Woche noch überhaupt nicht in die Karten schauen lassen. Weder in den Trainings noch im Testspiel beim 6:0-Sieg gegen den FC Rapperswil-Jona. Es könnte deshalb auch Überraschungen bei der Mannschaftsaufstellung und in taktischer Hinsicht geben.»

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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