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«Was sind das für Menschen, die einem den Tod wünschen?»

«Ich muss alle zehn Sekunden einen Entscheid fällen. Das macht pro Spiel über 500 Entscheide. Ich kann unmöglich alles genau sehen»: Alain Bieri. Foto: Keystone

Sind Sie ein guter Schiedsrichter?

Wieso nicht überragend?

Wann haben Sie das letzte Mal etwas Positives über sich gehört oder gelesen?

Anfang März ging nach einem Match ein Schreiben bei Ihnen ein, das Sie als Morddrohung verstanden. Was machte das mit Ihnen?

Was ist mit dieser Person passiert?

Lesen Sie alles?

Wie viele Mails erhalten Sie nach einem Match?

Und dann lesen Sie zehnmal, dass Sie nichts können…

Zwischen dem 17. Februar und dem 10. März leiteten Sie vier Spiele, in Basel, Lugano, Aarau und Thun, und nach jedem gab es Diskussionen wegen strittiger Entscheide. Schlugen Sie da erst recht keine Zeitung auf?

Die Fernsehzusammenfassungen werden Sie geschaut haben…

...und da kamen Sie nicht speziell gut weg.

Im welschen Fernsehen fiel in einer Sendung der Satz: «Bieri pfeift manchmal falsch und oft für die Gleichen.» Das heisst zugespitzt: Sie leisten sich Fehler – und sind parteiisch.

Sie werden sicher darüber informiert. Gehen solche Spitzen spurlos an Ihnen vorbei?

Video: Sandro Schärer und Alain Bieri testen in Thun den Videobeweis

Haben Sie ein Beispiel?

Wenn Sie in der ersten Halbzeit eine strittige Aktion hatten, schauen Sie in der Pause die Bilder an?

Blockiert es Sie nicht, wenn Sie wissen, dass Sie allenfalls einen gravierenden Fehler gemacht haben?

Wenn Zürichs Präsident Ancillo Canepa auf der Tribüne von Skandal redet, dass Sie Faivres Foul an Kololli nicht erkannten, wenn Trainer Ludovic Magnin bemerkt, er sehe das aus 500 Metern Entfernung: Was geht Ihnen da durch den Kopf?

Können Sie darüber lachen?

Offenbar wird das toleriert.

Als Sie in Basel einen Penalty gegen Sion pfiffen, hat Ihnen der Walliser Präsident Christian Constantin ins Gesicht gesagt, Sie seien ein Betrüger…

...und er erhält dafür 500 Franken Busse. Ist das eine angemessene Sanktion?

Was geht in Ihnen vor, wenn sich Constantin vor Ihnen aufbaut?

Ja?

Nämlich?

Wenn Sie in einem Stadion verhöhnt und beleidigt werden…

Früher riefen die Zuschauer noch, wenn sie unzufrieden waren: «Schiedsrichter ans Telefon!» Irgendwann hiess es: «Hängt sie auf, die schwarze Sau!»

Kamen Sie – gerade in diesem Frühjahr – nie an den Punkt, an dem Sie dachten: Schluss, ich habe genug?

Was hat Sie motiviert, nicht aufzuhören?

Woher nehmen Sie die mentale Stärke?

Wieso sind Sie gerne Schiedsrichter?

Haben Sie sich schon über die eigene Leistung geärgert?

Welche Spieler sind für Sie im Umgang schwierig?

Georges Bregy soll früher manchmal schon nach 30 Sekunden zum Schiedsrichter gesagt haben: «Du pfeifst heute wieder einen Mist zusammen.»

Ist es eine Kunst, weghören zu können?

Gibt es nie einen Konter von Ihnen?

In welcher Form?