Versöhnt in die Sommerferien

Nach zwei Niederlagen gegen Luzern und Sion sind die Young Boys just zum Saisonende zum Siegen zurückgekehrt. Im Stade de Suisse besiegten sie Vaduz 2:1.

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Dominic Wuillemin

Genau um 22.20 Uhr endete im Stade de Suisse die Saison 2014/ 2015. Der Jubel bei den Zuschauern wie auch Spielern blieb zwar verhalten, mit dem 2:1-Sieg gegen Vaduz nahm die Spielzeit für die Gelb-Schwarzen aber dennoch einen versöhnlichen Abschluss. Die Akteure bedankten sich bei den Zuschauern mit einem Plakat für die Unterstützung, dann liessen sie sich vor der Ostkurve ein letztes Mal feiern.

Schliesslich haben die Young Boys mit dem 2. Tabellenrang ihr Saisonziel erreicht. Am Samstagnachmittag folgt für alle Mitarbeiter des Vereins ein gemeinsames Essen in Bern. Danach dürfen sich zumindest die Spieler in die Ferien verabschieden. Trainingsstart ist am Mittwoch, 17. Juni.

In der Pflicht

Im Wissen, dass die Ferien vor der Türe stehen und es gegen Vaduz um nichts mehr geht, hatte Uli Forte seine Spieler im Vorfeld des Duells gegen die Liechtensteiner davor gewarnt, die letzte Partie auf die leichte Schulter zu nehmen. Es werde kein Kehrausspiel geben, versicherte der YB-Trainer.

Auch weil die Young Boys nach der peinlichen 2:6-Niederlage am Pfingstmontag in Sitten etwas gutzumachen hätten. Forte liess denn auch – wie angekündigt – bis auf Matias Vitkieviez, der vor dem Spiel wie auch Gonzalo Zarate und Josh Simpson verabschiedet worden war, seine nominell beste Mannschaft spielen.

Für den ersten Höhepunkt sorgten aber die Gäste aus dem Fürstentum. Nach 18 Minuten zog Steven Lang aus rund 20 Metern ab, der Ball prallte erst an die Latte und dann vom Körper Yvon Mvogos ins Aus. Die Partie nahm nun langsam Fahrt auf, nach einer halben Stunde foulte Mario Sara den flinken YB-Flügel Renato Steffen im Strafraum, den fälligen Elfmeter schoss Guillaume Hoarau aber an den Pfosten.

Und der YB-Topskorer sündigte munter weiter, nur Minuten später scheiterte er erst aus wenigen Metern am Vaduzer Torhüter Andreas Hirzel, ehe er seinen Kopfball auf der Linie geklärt sah. So blieb die von den Fans vor Anpfiff mittels Plakat gestellte Forderung, Vaduz wegzuschiessen und die Saison würdig abzuschliessen, bis zur Pause unerfüllt.

2 Tore innert 2 Minuten

Und nur 3 Minuten nach der Halbzeit lag der Tabellenneunte plötzlich in Führung. Nach einem Ballverlust von Renato Steffen hatte Manuel Sutter für den aufgerückten Nicolas Hasler aufgelegt. Statt der angestrebten Wiedergutmachung für die Niederlagen gegen Luzern und Sion drohte YB nun ein sehr enttäuschendes Saisonende.

Doch die Reaktion der Young Boys war eindrücklich. Zwar scheiterten sowohl Hoarau wie auch Alexander Gerndt vor grosszügig gezählten 16'082 Zuschauern Momente später am stark reagierenden Hirzel, doch nach gut einer Stunde bekam das Heimteam erneut einen Elfmeter zugesprochen. Hirzel hatte Gerndt gefoult. Diesmal trat Milan Gajic an, und der Serbe traf mühelos – 1:1. Und nur 2 Minuten später führte YB: Nach einer Flanke von Zarate erzielte Steffen sein 9. Tor in der Meisterschaft. Ein würdiger Abschluss für den Aufsteiger der Saison.

Und für die Young Boys? Auch wenn es keinen Kantersieg gab, war es doch auch für die Mannschaft ein versöhnlicher Abend. Als die Spieler längst in der Kabine verschwunden waren, liess sich Trainer Uli Forte von den Fans noch ausgiebig feiern. Es passte ins Bild.

Berner Zeitung

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