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Vergleich der Cupspezialisten

Der FC Köniz ist Besuch aus der obersten Liga längst gewohnt. Die Vorstädter wissen, wie man die Favoriten ärgert. Am Samstag ist Sion zu Gast.

Könizer Jubel ist im Schweizer Cup keine Seltenheit.
Könizer Jubel ist im Schweizer Cup keine Seltenheit.
Raphael Moser

Mittwochabend im Liebefeld: Die Fussballer des FC Köniz beenden unaufgeregt ihre Trainingseinheit, die Stimmung: heiter. Von einer Cupeuphorie vor dem Spiel gegen den FC Sion ist aber wenig zu spüren. Wie auch?

Der FC Köniz empfängt am Samstag schon zum siebten Mal in den letzten sechs Jahren einen Superligisten. Viele im Club kennen das Gefühl vor einem solchen Highlight bereits, die Treffen mit Vertretern aus dem Oberhaus sind vom einmaligen Grossereignis zum alljährlichen Plausch geworden. Das zeugt einerseits von einem gewissen Losglück, spricht andererseits aber auch für die Qualitäten der Könizer Mannschaften vergangener Jahre.

Denn in einer Hinsicht handelt es sich heuer um eine Premiere: Erstmals bekommt es Köniz schon in der ersten Runde mit einem «Grossen» zu tun. Die Spiele gegen GC, den FC Zürich oder Luzern mussten sich die Könizer in den vergangenen Jahren erst verdienen, indem sie in den ersten Runden jeweils tieferklassige Teams eliminierten.

Ungünstiger Zeitpunkt

Jetzt also wartet der FC Sion schon im August, ausgerechnet die Sittener, die den Cup so hoch priorisieren wie wohl kein anderer Verein. Der Zeitpunkt sei nicht ideal, gesteht der Könizer Präsident Bernard Pulver. «Wir haben ein strenges Programm vor uns. In der ersten Runde wäre uns ein Zweitligist lieber gewesen», sagt er. Und, leicht seufzend: «Es wird schwierig.»

Totale Zuversicht klingt anders. Auch Co-Trainer Gabriel Urdaneta runzelt etwas die Stirn, als er auf die Chancen seines Teams angesprochen wird. Aber der Venezolaner fordert, dass «wir trotzdem versuchen, das Geschehen in die Hand zu nehmen». Destruktives Spiel will der ehemalige YB-Spieler nicht sehen, auch nicht in einer Cuppartie.

Mitgestalten, die Herausforderung annehmen, das hat bei Köniz schon mehrmals gut funktioniert. Die Vorstädter standen in ihren Cuphighlights längst nicht nur Spalier. 2015 scheiterte GC im Liebefeld, ein Jahr später Lausanne. Und nach den Waadtländern hätte es beinahe auch Luzern erwischt – die Innerschweizer mogelten sich via Penaltyschiessen gerade noch durch.

Vor einem Jahr dann entging Lugano mit einem Tor in der Nachspielzeit haarscharf der Verlängerung. Und so kann vor dem heutigen Aufeinandertreffen mit Sion, dem Cupteam par excellence, durchaus von einem Vergleich der Spezialisten für diesen Wettbewerb die Schreibe sein. Im Wallis ist der Mythos der Unbesiegbarkeit zwar seit der Finalniederlage vor einem Jahr dahin. Aber: «Ihr Trainer Jacobacci darf sich ­keinen Ausrutscher leisten. Sie werden uns auf keinen Fall unterschätzen», ist Pulver überzeugt.

Urdaneta ergänzt: «Sion weiss, wie schwierig es ist, hier zu gewinnen.» Im Herbst 2014 lösten die Walliser ihre Aufgabe souverän, sie gewannen den Achtelfinal in Köniz 3:0 und gewannen am Ende der Saison den Titel – es war bis dato ihr letzter. Und die Vorstädter zeigten damals die letzte Vorstellung gegen einen Superligisten, in der sie chancenlos waren.

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