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U21 qualifiziert sich für die EM-Barrage

Ein spätes 1:0 durch Reto Ziegler hat der Juniorenauswahl den Sieg gegen Holland gebracht. Noch zwei Spiele trennen sie von der EM 2009 in Schweden.

Gelassen lehnte er sich zurück, lächelte kurz und sagte bloss: «Er ist halt der Captain.» Pierre-André Schürmann redete von Reto Ziegler, dem Routinier in seiner U21 mit 28 Länderspielen, und angesprochen worden war er auf die 86. Minute in diesem Spiel gegen Holland. Da schnitt Ziegler einen Freistoss zum 1:0 ins hohe Toreck, dem zur Perfektion à la Yakin allein die Berührung der Lattenunterkante fehlte.

Was den Jubel potenzierte: Mit dem späten Siegestreffer qualifizierte sich die Schweiz für die EM - Barrage im Oktober. Und der Jubel allein hätte die Emotionen nicht so hochschwappen lassen, beim Treffer war auch eine Prise Erlösung im Spiel. Denn kurz zuvor hatte Fabrizio Zambrella die Chance eines Foulpenaltys ausgelassen.

Starke linke Seite

Die Schweizer gingen die Partie gegen den zweifachen Europameister forsch an - im Wissen, dass sie die dominante Mannschaft sein müssen, und mit der Ahnung, dass sich Holland wohl abwartend verhalten dürfte. Sie kontrollierten den Gegner, nur drangen sie in der Startphase kaum einmal gefährlich in den Strafraum ein. Ein Distanzschuss von Blerim Dzemaili und ein Kopfball Murat Urals waren karge Beute für den läuferischen Aufwand, den die U21 betrieb - wobei mit der Zeit irritierte, wie sie konsequent über die linke Seite angriff und die rechte vernachlässigte.

Andererseits harmonierten auf der linken Flanke Ziegler und der Sittener Didier Crettenand, und nach einer Kombination der beiden bot sich Frank Feltscher die erste grosse Gelegenheit der Partie. Freistehend drosch er den Ball neben das Tor. Ähnlich nah dran an der Führung war wenig später Dzemaili, doch traf er nach einer Flanke Feltschers nur die Latte.

Die Holländer hatten dem stürmischen Schweizer Auftritt nicht viel entgegenzusetzen - insgesamt kamen sie zu zwei Torchancen, je eine pro Halbzeit, wobei Torhüter Yann Sommer lediglich einen Kopfball von Jonathan de Guzman zu entschärfen hatte. Aber den Schweizern gelang es nicht, ihre Überlegenheit, die spielerisch wie kämpferisch offensichtlich war, zu nutzen. Ziegler schoss über das Tor (59.) und Fabian Lustenberger daran vorbei (71.).

Dann kam in der 79. Minute der Auftritt von Fabrizio Zambrella, vier Minuten zuvor eingewechselt. Nach einem Foul an Feltscher pfiff Schiedsrichter Strömbergsson Penalty, worauf Zambrella sich der Aufgabe annahm. Es wurde kein grosser Auftritt. Hollands Goalie Vermeer wehrte den zu schwachen und zu wenig platzierten Schuss ins linke Toreck ab - angesichts der Tatsache, dass der Schweiz ein 0:0 nicht in die EM - Barrage verholfen hätte, war das Entsetzen im Stadion Breite gross.

Trainer Schürmann aber sagte hinterher so locker, als meinte er dies ernst: «Ich wusste, dass wir noch ein Tor schiessen würden.»

«Wir haben immer an uns geglaubt»

Nach einem so wichtigen Sieg lässt sich dies leicht sagen. Zuletzt hatte die U21 die Europameisterschaft zweimal verpasst, nun ist sie einen Schritt näher am grossen Ziel, das nach der lange Zeit enttäuschend verlaufenen Ausscheidung mit Niederlagen in Norwegen und Mazedonien entrückt gewesen war. «Wir haben aber immer an uns geglaubt», behauptete Schürmann. Ihm bietet sich nun die Gelegenheit, nach der U-17-EM, der U-19-EM, der U-20-WM mit eigentlich derselben Mannschaft (oder wenigstens denselben Jahrgängen) ein viertes Turnier zu bestreiten.

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