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Thun fehlt noch das i-Tüpfelchen

Während es für YB heute im Derby (20.30 Uhr) nur noch um die Ehre geht, steht für Thun die Europa-League-Qualifikation auf dem Spiel. Die Berner Oberländer sind aber voller Selbstvertrauen und überzeugt, die Saison erfolgreich zu beenden.

Thuns Captain Dennis Hediger (rechts) im Zweikampf mit YB-Stürmer Samuel Afum.
Thuns Captain Dennis Hediger (rechts) im Zweikampf mit YB-Stürmer Samuel Afum.
Andreas Blatter

Am Freitag nach dem Vormittagstraining ging die Thuner Mannschaft samt Trainerstab essen. Die Berner Oberländer pflegen dies in unregelmässigen Abständen zu tun. Es ist nur eines von vielen Indizien, die auf den grossen Zusammenhalt im Team des Tabellenfünften hinweisen. Ein Zusammenhalt, den die Thuner Exponenten gerne auch als Grund für den derzeitigen Erfolg nennen. «Wir haben einen sehr guten Spirit», sagt Captain Dennis Hediger. «Jeder respektiert jeden.» Und Renato Steffen, der heute gegen seinen künftigen Arbeitgeber YB sein letztes Spiel für den FC Thun bestreiten wird, findet: «Die Stimmung ist hervorragend. Wir sind voller Elan, voller Motivation.»

Die Thuner strotzen vor Selbstbewusstsein. Sie haben in der Rückrunde 29 Punkte geholt und weisen zusammen mit den Grasshoppers die drittbeste Bilanz aller Super-League-Vereine auf. Nur der FC Zürich (38 Punkte) und Basel (36) waren seit der Winterpause noch erfolgreicher. «Nach der Vorrunde und dem Trainerwechsel war dies nicht zu erwarten», sagt Sportchef Andres Gerber.

Die hervorragende Bilanz

Die Leistung des Teams von Urs Fischer, welches ohnehin über ein schmales Kader verfügt, ist noch eindrücklicher, wenn man bedenkt, dass es zwischenzeitlich auf zehn Spieler verzichten musste. «Wir können schon jetzt auf eine sehr gute Rückrunde zurückblicken», sagt Fischer. «Nicht nur aufgrund der Resultate, sondern auch der Art und Weise, wie wir gespielt haben. Wir zeigten attraktiven Fussball und kamen nicht nur über den Kampf zu unseren Punkten.»

Mit ihren starken Leistungen verbesserten sich die Thuner seit dem Winter vom achten auf den fünften Platz. Nun genügt ihnen im finalen Spiel gegen YB ein Punkt – wenn Sion Zürich unterliegt, kann der FC Thun gar verlieren –, um ihre Position behaupten zu können und sich so für die Europa League zu qualifizieren. Es wäre seit dem Wiederaufstieg vor drei Jahren das dritte Mal in Folge, dass der kleine Verein aus dem Oberland die Saison auf dem fünften Rang beendet. «Ich bin stolz», sagt Gerber. «Das zeigt, dass wir vieles richtig gemacht haben.»

Die allfällige Enttäuschung

Der Präsident des direkten Konkurrenten um den europäischen Wettbewerb, Christian Constantin, pflegt ja gerne zu sagen, dass der Totomat über den Trainer entscheiden würde. Hediger hingegen interessiert der Totomat nicht. «Ein Derby will man so oder so gewinnen.» Der 26-jährige Mittelfeldspieler trauert auch nicht der verpassten Chance vom Mittwoch nach, als Thun ein Unentschieden gegen Zürich bereits für die Europa-League-Qualifikation genügt hätte, aber am Ende ein 0:2-Niederlage resultierte. «Es ist doch auch schön, wenn es im letzten Spiel noch um etwas geht.» Und Steffen sagt: «Die Niederlage war zwar bitter, aber wir haben es immer noch in den eigenen Füssen.»

Die Thuner verneinen nicht, dass ein allfälliges Abrutschen auf den sechsten Platz eine Enttäuschung wäre. «Es würde zwar unsere Leistung in keiner Weise schmälern, aber das Saisonende hätte dann einen faden Beigeschmack», sagt Fischer. Und Gerber findet: «Bis Ende März haben wir nur darauf geschaut, was Servette am Tabellenende macht. Deshalb würde das positive Fazit bei einer Niederlage nicht beeinträchtigt. Aber klar, wir wären schon enttäuscht.»

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