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Tag der Schiedsrichter

Sieben Schweizer Schiedsrichter sowie sechs Assistenten werden im neuen Jahr zu Halbprofis. Von der Neuerung erhoffen sich Verband und Liga viel.

Für sieben Schweizer Spitzenschiedsrichter wird die Halbprofessionalisierung eingeführt. (im Bild: Stephan Klossner)
Für sieben Schweizer Spitzenschiedsrichter wird die Halbprofessionalisierung eingeführt. (im Bild: Stephan Klossner)
Keystone

Es gibt so ziemlich für alles einen Tag. Es gibt den Tag der Pausenmilch, den der Jogginghose. Und auch den der hässlichen Weihnachtspullover.

Und jetzt gibt es also auch den Tag der Schiedsrichter, am 12. Dezember 2017.

Von Beruf Schiedsrichter

So jedenfalls sieht das Heinrich Schifferle am Dienstagmorgen bei der Medienorientierung im Stade de Suisse. Der Präsident der Swiss Football League sagt auch: «Ab heute kennen wir den Beruf des Schiedsrichters.» Und: «Die Zeit der Ausreden bezüglich Überbelastung sind für die Schiedsrichter vorbei.»

Schifferle macht den Auftakt, nach ihm sprechen der Technische Direktor des Fussballverbands, der Präsident der Schiedsrichterkommission, der Elite Referee Manager und der Leiter des Ressorts Spitzenschiedsrichter. Es sind ganz schön viele Redner, die sich während einer Stunde nicht davor scheuen, der Neuerung einen historischen Touch zu geben.

«Die Teilprofessionalisierung der Schweizer Spitzenschiedsrichter mag im internationalen Vergleich ein kleiner Schritt sein», sagt Laurent Prince, der Technische Direktor des Fussballverbandes. «Für den Schweizer Fussball ist sie aber ein Meilenstein.»

Fixum von 41 000 Franken

Die am Dienstag vorgestellten Neuerungen sind allerdings weit weniger kompliziert als eine Mondlandung. Ab dem 1. Januar 2018 führt die Swiss Football League zusammen mit dem SFV für sieben Spitzenschiedsrichter sowie für sechs Assistenten die Halbprofessionalisierung ein. Die Schiedsrichter sind beim Verband künftig zu 50 Prozent angestellt, ihr jährliches Fixum wird von 24'000 auf 41'000 Franken erhöht.

Dazu erhalten sie pro Partie eine Entschädigung von 1250 Franken. Dafür dürfen sie in ihren angestammten Berufen höchstens 50 Prozent tätig sein, sie erhalten eine Ferienregelung, müssen Kurse besuchen, die Trainingsdaten werden analysiert. Die sieben Schiedsrichter heissen Alain Bieri, Adrien Jaccottet, Stephan Klossner, Fedayi San, Sandro Schärer, Urs Schnyder und Lionel Tschudi.

Die sechs Assistenten sind derweil zu 40 Prozent angestellt. Sie bekommen gar eine sehr kräftige Lohnerhöhung. Ihr Fixum beträgt 30'000 statt wie bis anhin 4000 Franken. Die Spielentschädigung der Linienrichter beläuft sich auf 600 Franken. «Die Schiedsrichter sind stolz darauf, dass ihre Tätigkeit zu einem Beruf geworden ist», sagt Daniel Wermelinger, der bis 2012 selbst Partien der Super League arbitrierte und nun das Ressort Spitzenschiedsrichter leitet.

Derweil glaubt Markus Hug, Präsident der Schiedsrichterkommission, die Tätigkeit des Unparteiischen werde nun wieder attraktiver. «In den letzten Jahren beendeten ­einige unserer Spitzenschiedsrichter ihre Karriere viel zu früh. Wir sind im internationalen ­Vergleich zu jung.»

Fernsehvertrag als Schlüssel

Die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens ist im Schweizer Fussball schon lange ein Thema gewesen. Der frühere Weltklassereferee Urs Meier trat 2011 als Schiedsrichterchef zurück, weil er die Professionalisierung nicht wie von ihm gewünscht hatte vorantreiben können.

Der seit Sommer gültige neue Fernsehvertrag, der die Einnahmen der Liga um 70 Prozent auf 40 Millionen Franken pro Saison steigert, brachte nun aber Schwung in die Angelegenheit. Die Liga erhöht ab Januar 2018 die Ausgaben für die Schiedsrichter von 2 auf 2,5 Millionen Franken. Und der SFV steuert in Zukunft 200'000 Franken mehr bei.

Für die Schiedsrichter stehen nun 3,25 Millionen bereit. «Das Spiel ist schneller und intensiver geworden. Darauf müssen sich die Referees vorbereiten können», sagt Laurent Prince. Und Daniel Wermelinger meint: «Wir haben acht magere Jahre hinter uns. Das Ziel muss sein, dass Schweizer Schiedsrichter wieder an grossen Turnieren pfeifen.»

Sollte dies dereinst der Fall sein, wird man sich vielleicht an den 12. Dezember 2017 zurückerinnern.

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