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So lief der Forte-Deal mit YB

Die Grasshoppers verlieren Erfolgstrainer Uli Forte innerhalb von 48 Stunden an die Young Boys. GC-Präsident André Dosé bedauert den überraschenden Abgang und verrät Details zum Wechsel.

«Reisende kann man nicht aufhalten»: André Dosé über den Dreijahresvertrag von Uli Forte bei den Young Boys. (Video: Sebastian Rieder)

Enttäuscht ja, verbittert nein. «Der Weggang von Uli Forte ist keine Katastrophe», sagt André Dosé an einer kurzfristig einberufenen GC-Medienkonferenz. «Es ist zwar eine unerwartete Wende, aber solche Sachen passieren.» Dreckige Wäsche waschen, das ist nicht Dosés Sache. Der Präsident des Rekordmeisters macht wenige Stunden nach der Vertragsunterschrift von Forte bei YB wieder einen gefassten Eindruck. «Forte hat eine sehr, sehr gute Leistung vollbracht und einen erstklassigen Job gemacht.»

Den lobenden Worten schiebt Dosé aber auch nach: «Forte war nicht der Einzige, der den Erfolg bei GC herbeigeführt hat. Um ihn herum war ein hervorragendes Team am Werk.» Eine Mannschaft, die diese Saison den Cup holte und sich hinter Meister Basel den 2. Platz in der Super League sicherte. Dosé sieht sich selbstverständlich auch als Teil dieses Erfolgs. Der Steigflug der Grasshoppers hat den früheren Swiss-Chef jedoch nicht davor bewahrt, dass sein wichtigster Arbeitnehmer die Ausstiegsklausel nutzt. Dosé erklärt: «Fortes Vertrag hat sich aufgrund der guten Tabellenlage um ein Jahr verlängert. Bei den letzten Gesprächen im Frühling hat es keine Anzeichen für einen Abgang gegeben.»

Forte bestand auf Ausstiegsklausel

Die Ausstiegsklausel war für Forte schon vor einem Jahr ein zwingender Vertragsbestandteil, nur bei einem finanziell stark verbesserten Kontrakt hätte der in der Schweiz geborene und aufgewachsene Italiener wohl darauf verzichtet. Parallel zum Aufstieg der Grasshoppers hat Forte seine Marktwert enorm gesteigert. Dosé: «Mit dem Erfolg kommen auch Probleme. Einen neuen Trainer zu suchen, wird eine grosse Herausforderung.» GC muss jetzt wieder einen Mann finden, der zu günstigen Konditionen zu haben ist. Namen potenzieller Trainerkandidaten wollte Dosé trotz der Dringlichkeit aber noch nicht nennen.

Vielmehr verriet das Oberhaupt der GC-Familie diverse Details über den Deal (im Video), den YB-Sportchef Fredy Bickel mit Forte in die Wege leitete: «Forte rief mich am Donnerstagnachmittag an und informierte mich über die Anfrage von YB.» Zu diesem Zeitpunkt sass Forte bereits im Auto, mit dem Stade de Suisse vor Augen. Die Berner Bären schmierten dem GC-Trainer so viel Honig ums Maul, dass dieser sich auf dem Rückweg nach Zürich schon Gedanken über eine neue Wohnung in Bern machte.

«Reisende kann man nicht aufhalten»

«Reisende kann man nicht aufhalten», sagt Dosé dazu und zuckt die Achseln. Zweimal sassen Dosé und Forte zusammen mit Sportchef Dragan Rapic am Tisch. Mehr als schöne Worte bekam Forte vom GC-Führungsduo aber nicht zu hören, am Samstag um 9.30 Uhr informierte Forte den Präsidenten über seinen Abgang. Dosé musste die Entscheidung akzeptieren. «Die Dimensionen des YB-Vertrags übersteigen unsere finanziellen Möglichkeiten. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen.»

Forte ist für Dosé schon fast Vergangenheit. Er denkt vor dem Weggang des alten Trainers bereits an den neuen Coach. «Priorität hat nun die Trainersuche. Wir haben zwar bereits mit einzelnen Spielern geredet, welche die Mannschaft punktuell verstärken könnten. Aber wir werden, was das Kader betrifft, ohne neuen Trainer keine Entscheidungen vorweg nehmen.»

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