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Young Boys greifen in Moskau nach den Sternen

Die Young Boys sind optimistisch, am Mittwoch in Moskau gegen ZSKA die Champions League zu erreichen. Trainer Adi Hütter setzt auf zwei Stürmer, Yoric Ravet steht vor dem Abschied.

Im Fokus: Yoric Ravet könnte am Mittwoch gegen ZSKA sein letztes Spiel für die Young Boys bestreiten.
Im Fokus: Yoric Ravet könnte am Mittwoch gegen ZSKA sein letztes Spiel für die Young Boys bestreiten.
Keystone
Bei YB rechnet man mit einem Abgang des Franzosen, Sportchef Christoph Spycher nennt einen Wechsel «im Bereich des Möglichen».
Bei YB rechnet man mit einem Abgang des Franzosen, Sportchef Christoph Spycher nennt einen Wechsel «im Bereich des Möglichen».
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Wenn YB am Mittwoch den Turnaround noch schafft, stehen sie erstmals in der Champions League und es winken Einnahmen von rund 25 Millionen Franken.
Wenn YB am Mittwoch den Turnaround noch schafft, stehen sie erstmals in der Champions League und es winken Einnahmen von rund 25 Millionen Franken.
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Der berühmte Kalauer wird bestimmt bemüht werden, die Liebesgrüsse aus Moskau also, sollte YB heute die Champions League erreichen. Bereits am Montag reisten die Young Boys in die russische Riesenstadt, am Dienstag bestritten sie das Abschlusstraining im engen, modernen WEB-Stadion mit den steilen Tribünen. In Moskau ist die Begegnung zwischen ZSKA und YB kein Strassenfeger, ungefähr 15'000 Besucher werden in der 30'000-Plätze-Arena erwartet, darunter rund 100 Supporter aus der Schweiz.

Der Bedeutung der Veranstaltung angemessen sind drei Verwaltungsräte in der offiziellen Berner Delegation dabei, auch CEO Wanja Greuel ist mitgereist. Der Deutsche spürt die Vorfreude im Klub auf den Match, betont aber, man habe sich noch nicht intensiv mit der Champions League und dem damit verbundenen Mehraufwand beschäftigt. Und budgetiert, sagt Greuel schmunzelnd, habe man diese Einnahmen ohnehin nicht. «Im Vordergrund steht für uns alle die sportliche Bedeutung», sagt Greuel. «Es wäre ein Meisterstück, würden wir die Königsklasse erreichen.»

Hoarau fehlt bei Standards

Es geht für die Young Boys nicht in erster Linie um die rund 25 Millionen Franken, die es in der Champions League zu verdienen gibt. Nimmt man die Währung in Moskau als Grundlage, ist es heute sogar ein 1,5-Milliarden-Rubel-Spiel. «Es ist ein grosser Erfolg, stehen wir in den Playoffs», sagt Adi Hütter, «und ZSKA ist Favorit, auch wegen des 1:0-Sieges im Hinspiel. Aber wir glauben an eine Wende.»

Nach dem Ausfall Guillaume Hoaraus grübelt der YB-Trainer über die Besetzung des Sturms. Unbestritten sei, sagt Hütter, dass die Young Boys mit zwei Angreifern agieren werden. «Wir müssen Tore erzielen.» Zu 80 bis 90 Prozent wisse er, wie die Aufstellung aussehen werde, erklärt Hütter am Dienstagabend. Roger Assalé ist gesetzt, an seiner Seite dürfte der wuchtige Jean-Pierre Nsamé stürmen, dann bliebe Christian Fassnacht die Rolle des Jokers.

Der nach seiner Hüftverletzung selten überzeugende Hoarau fehlt als Goalgetter, aber mit seiner Grösse und Kopfballstärke auch bei Eckbällen und Freistössen. ZSKA ist eine Mannschaft, die regelmässig nach Standardsituationen trifft, im Hinspiel versteckte sich das russische Spitzenteam aber meistens in der eigenen Hälfte. Das dürfte heute anders sein. «Ich denke, dass ZSKA offensiver spielen wird», sagt Hütter. «Das wird uns hoffentlich Räume offerieren.»

SC Freiburg kauft ein

Möglicherweise sein YB-Abschiedsspiel in Moskau bestreitet Yoric Ravet. Der Flügel wird vom SC Freiburg umworben. Christian Streich, Kulttrainer des Breisgauer Bundesligavertreters, meinte am Sonntag nach der ­offensiv harmlosen Vorstellung seines Teams zum Start gegen Frankfurt (0:0), der SC werde noch einen Offensivakteur holen. «Einen kreativen, technisch starken Spieler, der gute Standards schlägt», sagte Streich.

Es klang wie eine perfekte Beschreibung Ravets. Bei YB rechnet man mit einem Abgang des Franzosen, Sportchef Christoph Spycher nennt einen Wechsel «im Bereich des Möglichen». Es ist eine Frage des Preises, Freiburg muss sich bewegen, wobei es auch Beobachter gibt, die den Transfer längst für besiegelt halten.

Geld besitzt Freiburg. Am Dienstag gab der Verein die Verpflichtung des jungen Innenverteidigers ­Robin Koch von Kaiserslautern (dem Lieblingsklub von YB-CEO Greuel) bekannt. Für geschätzte 4 Millionen Franken Ablösesumme. Ravet wäre teurer. Der 27-Jährige würde sich gerne mit Siegesgrüssen aus Moskau von den Young Boys verabschieden.

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