Salah will Popularität für Frauenrechte nutzen

Das «Time Magazine» setzt den muslimischen Liverpool-Stürmer auf die Liste der 100 einflussreichsten Menschen. Er appelliert an seine Landsleute.

Eines der Kunststücke des Ägypters: Salah traf in der Premier League gegen Chelsea spektakulär. Video: Twitter/TheKop.com

In England stehen sie zuoberst in der Tabelle. In der Champions League gehören sie zu den besten vier dieser Saison. Liverpool ist zurück an der europäischen Fussballspitze. Und wenn von diesem Liverpool die Rede ist, dann kommt man um einen Namen nicht herum: Mohamed Salah. 23 Tore hat er in 46 Saisonspielen bereits erzielt.

Doch Salah ist mehr als nur ein Torgarant. Der Stürmer ist in seiner Heimat Ägypten und im Mittleren Osten bereits mit 26 Jahren zur Ikone geworden. Dass Salahs Einfluss weit über den Fussballplatz hinausreicht, hat auch das amerikanische Magazin «Time» erkannt: Salah figuriert auf der diesjährige Liste der 100 einflussreichsten Menschen.

Der britische Komiker Jon Oliver, der als grosser Liverpool-Fan die Widmung verfasste, schrieb: «Mo Salah ist ein noch besserer Mensch, als er ein Fussballer ist. Und er ist einer der besten Fussballer der Welt.» Salah sei ein Vorbild für Liverpooler, Ägypter und Muslime in der ganzen Welt.

Der frühere Spieler des FC Basel ist sich dieser Vorbildfunktion durchaus bewusst. Im «Time»-Interview sprach er erstmals über die Bedeutung der Gleichberechtigung. «Wir müssen die Art ändern, wie wir Frauen in unserer Kultur behandeln», sagte er. Das müsse passieren, es sei nicht freiwillig. «Ich unterstütze Frauen mehr als früher, weil ich finde, dass sie mehr verdienen, als das, was sie zurzeit bekommen», sagt der Vater einer fünfjährigen Tochter.

Sechs Sportler in der Liste

Die «Time 100»-Liste gibt es seit 2004 jährlich. Eine Jury bestehend aus Akademikern, Politikern und Journalisten kürt in fünf Kategorien aussergewöhnliche Menschen: Wissenschaftler und Denker (Pioneers), Künstler und Entertainer (Artists), Führer und Revolutionäre (Leaders), Helden und Ikonen (Icons) sowie Macher und Titanen (Titans).

Dieses Jahr wurden neben Mohamed Salah fünf weitere Sportler geehrt: die US- und Australian-Open-Siegerin Naomi Osaka (in der Kategorie Pioneers), 800-m-Läuferin Caster Semenya (in der Kategorie Icons), Basketballer LeBron James, Fussballerin Alex Morgan sowie Masters-Sieger Tiger Woods (alle wie Salah in der Kategorie Titans).

abb

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