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Portugal - Schweiz: Party mit 55'000 Gästen

Abend der Entscheidung: WM-Qualifikation oder Gang in die Playoffs? Die Schweizer gehen die Partie bei Europameister Portugal mit Zuversicht an (20.45 Uhr).

Betreten das «Stadion des Lichts»: Blerim Dzemaili und Stephan Lichtsteiner (hinten).
Betreten das «Stadion des Lichts»: Blerim Dzemaili und Stephan Lichtsteiner (hinten).
Keystone

Man kann versuchen, den Fokus vor dem Spiel Portugal - Schweiz nicht auf Cristiano Ronaldo zu lenken. Es gelingt nicht. Ronaldo ist überall in Lissabon, am Montag zum Beispiel auf der Titelseite der Fussballzeitschrift «A Bola», versehen mit den allerbesten Wünschen: «Auf den Flügeln von Ronaldo».

Es ist selbst für den Offensivspieler der Portugiesen ein relativ grosses Spiel, im Estádio da Luz, wo er mit 19 Jahren seine wohl bitterste Niederlage erlitt. Im EM-Final 2004 unterlag Gastgeber Portugal dem Aussenseiter Griechenland 0:1. Das ist sehr lange her, Ronaldo krönte seine Karriere vor einem Jahr unverhofft und vorläufig doch noch mit dem EM-Titel.

An der Pressekonferenz der Portugiesen am Montag erscheint nicht Cristiano Ronaldo, und doch geht es in jeder zweiten Frage um ihn, um seinen Formstand und Einfluss, seine Motivation und Klasse. «Cristiano ist bereit», sagt Abwehrchef Pepe, «wir sind bereit.»

Auch Trainer Fernando Santos spricht einerseits vom Teamgeist, der entscheidend sein wird, und andererseits von CR7, der entscheidend sein soll. Santos ist ein eher mürrischer Kerl, für seine Verhältnisse gibt er sich geradezu charmant.

Die angesichts der Ausgangslage leicht nervösen portugiesischen Journalisten lassen sich von Santos noch mal versichern, dass Ronaldo topfit ist. Und reden vom Torrekord in der EM-Qualifikation, den er brechen kann – und der seinen legendären Ehrgeiz zusätzlich befeuern soll.

Unfassbare 15 Treffer hat Ronaldo in siebeinhalb Spielen erzielt, Robert Lewandowski steht bei 16 in zehn Partien. Die Skorerwertung hat Ronaldo gegen den Polen schon gewonnen (19:18). Solche Sachen sind sehr wichtig für ihn.

Und damit für Portugal.

Lichtsteiners Forderung

Auch die Schweizer vermitteln einen Tag vor dem Clash den Eindruck, nicht auf dem Planeten CR7 sein zu wollen. «Wir spielen nicht gegen Cristiano Ronaldo», sagt Trainer Vladimir Petkovic vor den Medien einmal, «sondern gegen den Europameister.»

Und Stephan Lichtsteiner, der mit ­Juventus «zwei-, dreimal» auf Ronaldo und Real Madrid traf, erwähnt die Solidarität, die es brauche, um gegen einen solchen Klassemann bestehen zu können. Und gegen ein solches Klasseteam.

Den Schweizern reicht heute ja ein Remis zur WM-Qualifikation, und man darf schon die Frage stellen, ob es gerecht sei, entscheidet bei Punktgleichheit, wer die kleineren Nationen höher abgeschossen hat. Der direkte Vergleich wäre fairer, irgendwie, und er würde die Aufgabe für die Schweiz dank des 2:0-Sieges in Basel gegen Portugal vereinfachen.

Wobei Petkovics Team damals davon profitierte, dass es der erste Ernstkampf des Europameisters nach dem Titelgewinn war (und, richtig, Cristiano Ronaldo verletzt fehlte). «Die Schweiz hat es verdient, an der WM dabei zu sein», sagt Portugals Trainer Fernando Santos, «aber wir wollen Rang 1 erobern.»

Petkovics Bonmot

Man darf deshalb heute stürmische Portugiesen erwarten, wobei Pepe, der alte Haudegen und Analytiker, davon ausgeht, dass sein Team 90 Minuten Zeit habe, um ein Tor zu erzielen.

«Wir dürfen die Ordnung nicht verlieren und benötigen Geduld», sagt der frühere Real-Madrid-Abwehrspieler, der seit dieser Saison bei Besiktas Istanbul engagiert ist.

Die Schweizer wiederum, beflügelt vom Höhenflug seit der Euro 2016, wollen sich nicht dem Gegner anpassen. «Wir müssen unser Spiel durchziehen», fordert Captain Stephan Lichtsteiner, «das zeichnet uns aus. Dann haben wir eine gute Chance.» Es ist diese Selbstverständlichkeit, die auffällt im Schweizer Lager und für die Petkovic die treffende Zeile liefert: «Wir sind unfähig, auf Unentschieden zu spielen.»

Dieses Motto gefällt sicher auch Xherdan Shaqiri, dem Schweizer Freigeist, der heute seinen 26. Geburtstag feiert. Mit 55 000 Gästen, davon über 5000 aus der Schweiz, an einer Veranstaltung, die zur grossen Party werden soll. Das sieht auch Fernando Santos so. Der portugiesische Coach wird heute 63.

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