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Mit 100'000 Watt gegen die Barça-Fans

Heute wird der zweite von insgesamt vier «Klassikern» zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona ausgetragen. Redaktion Tamedia berichtet live ab 21.40 Uhr vom spanischen Cup-Final.

Die vielen Anhänger des FC Barcelona werden heute Abend die spanische Nationalhymne nicht einfach so über sich ergehen lassen. Es ist mit einem gewaltigen Pfeifkonzert der Katalanen im Mestalla von Valencia zu rechnen – Lautsprecheranlagen hin oder her.
Die vielen Anhänger des FC Barcelona werden heute Abend die spanische Nationalhymne nicht einfach so über sich ergehen lassen. Es ist mit einem gewaltigen Pfeifkonzert der Katalanen im Mestalla von Valencia zu rechnen – Lautsprecheranlagen hin oder her.
Keystone
Real Madrid gegen den FC Barcelona ist auch auf dem Rasen ein Duell der Emotionen, wie Reals Pepe und Barças Messi am letzten Samstag beim Meisterschaftsduell (1:1) bewiesen haben.
Real Madrid gegen den FC Barcelona ist auch auf dem Rasen ein Duell der Emotionen, wie Reals Pepe und Barças Messi am letzten Samstag beim Meisterschaftsduell (1:1) bewiesen haben.
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...über die Klinge springen muss. Viele Sportjournalisten in Spanien gehen davon aus, dass der französische Stürmerstar und Internationale Karim Benzema (Nummer 9) vorerst auf der Ersatzbank Platz nehmen muss.
...über die Klinge springen muss. Viele Sportjournalisten in Spanien gehen davon aus, dass der französische Stürmerstar und Internationale Karim Benzema (Nummer 9) vorerst auf der Ersatzbank Platz nehmen muss.
Keystone
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Die Spiele zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona, gemeinhin als «el Clásico» bezeichnet, beherrschen das spanische Fussball-Interesse. Viermal spielen die beiden Erzrivalen zwischen dem 16. April und dem 3. Mai gegeneinander. Das erste Spiel endete unentschieden 1:1. Heute im Finale der «Copa del Rey», dem spanischen Pokal, wird es einen Sieger geben müssen. Die Emotionen gehen deswegen hoch.

Der Riss zwischen Barcelona und Madrid ist aber nicht nur fussballerisch, sondern auch politisch bedingt. Vor 75 Jahren im Spanischen Bürgerkrieg war Katalonien eine wichtige Stütze der Spanischen Republik gegen die putschenden Generäle. Diese siegten jedoch, Katalonien wurde fortan unterdrückt. Der FC Barcelona bedeutete deshalb auch Widerstand gegen die Militärregierung.

Katalonien zum Schweigen bringen

Real Madrid dagegen profitierte vom Regime um Generalissimo Franco und repräsentierte in den Augen vieler Barcelona-Fans bis zum Ende der Diktatur 1975/81 das faschistische Spanien. Der spanische König Juan Carlos wird als Nachfolger der Madrider Zentralregierung gesehen.

Während des «Königspokals» wird er auch heute Abend im Mestalla-Stadion von Valencia zugegen sein, und ihm zu Ehren wird vor dem Spiel die spanische Nationalhymne gespielt werden.

Die Fans des FC Barcelonas werden aber – wie üblich – versuchen, den «Marcha Real» in einem Pfeifkonzert untergehen zu lassen. Aus diesem Grund wurde eigens für dieses Spiel im Mestalla-Stadion eine 100'000 Watt starke Lautsprecheranlage angebracht, damit das Pfeifkonzert übertönt wird. Dabei wird eine Lautstärke von rund 120 Dezibel erreicht und dies fast eine Minute lang.

Fünf Pokal-Klassiker

In der «Copa del Rey» ist Real schon lange nicht mehr erfolgreich. Schon achtzehn Jahre lang warten die Madrilenen auf einen Sieg der Trophäe. Diesen holten sie auch im Mestalla-Stadion von Valencia. Jedoch fand in diesem Stadion auch der letzte Pokal-Klassiker zwischen den beiden statt: Barcelona siegte damals am 20. April 1990 mit 2:0. Davor trafen die Teams schon 1936 (kurz vor Beginn des Bürgerkrieges), 1968, 1974 und 1983 im Final aufeinander.

Der Final von 1968 blieb als «final de las botellas» (Finale der Flaschen) in Erinnerung. Barça gewann mit 1:0, die Madrid-Anhänger aber fühlten sich vom Schiedsrichter betrogen und warfen Flaschen aufs Spielfeld. Insgesamt liegt Barcelona mit drei Siegen in Copa-del-Rey-Clásicos vorne, Madrid konnte deren zwei für sich entscheiden.

Abwehrbollwerk gegen Barça

Während die Katalanen heute dem Final eher gelassen entgegensehen, stehen bei Real Madrid vor allem zwei Protagonisten im Fokus. Zum einen hat José Mourinho viel Kritik einstecken müssen für das 1:1 gegen Barcelona vom letzten Samstag. Man warf ihm eine Mauertaktik vor, obschon sich die Real-Fans im Heimspiel gegen Barcelona ein offensiveres Vorgehen gewünscht hätten.

Zum anderen wird wohl Mesut Özil in die Startformation zurückkehren. Er könnte einen der drei defensiven Mittelfeldspieler (Sami Khedira, Xabi Alonso, Pepe) ersetzen oder aber einen Offensivmann. Laut Marca.com soll Özil anstelle von Karim Benzema als hängende Spitze spielen. Damit würde Real Madrid ohne nominellen Stürmer auflaufen. Eindeutiges Zeichen für die Wachablösung im spanischen Fussball: Das «weisse Ballett» ist durch die Ballzauberer Barcelonas um Lionel Messi in der Defensive.

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