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Messis nächster Schritt

In der Nacht auf Freitag startet in Chile die Copa América. Für Lionel Messi bietet sich die nächste Gelegenheit, eine offene Rechnung zu begleichen.

Will endlich auch mit Argentinien Titel gewinnen: Lionel Messi.
Will endlich auch mit Argentinien Titel gewinnen: Lionel Messi.
Keystone

Es ist nicht lange her, da wurde Lionel Messi in seiner Heimat geradezu verachtet. Während der vierfache Weltfussballer den FC Barcelona zu allen Titeln führte, die es im Vereinsfussball zu gewinnen gibt, konnte er mit Argentinien auf A-Nationalmannschafts-Stufe noch keinen Titel gewinnen. Einzig 2005 an der U-20-WM und 2008 an den Olympischen Spielen durfte Messi mit der «Albiceleste» eine Trophäe in die Höhe stemmen. Als er 2009 im Club-WM-Final gegen den argentinischen Vertreter Estudiantes nicht nur das entscheidende 2:1 in der Verlängerung schoss, sondern auch noch die Frechheit besass, dieses frenetisch zu bejubeln, galt «La Pulga» als grossen Verräter unter den Gauchos.

Mittlerweile hat sich dieser Zorn etwas gelegt, was auch daran liegen dürfte, dass Messi an der WM 2014 sein Team nahezu im Alleingang in den Final geführt hatte. Im ewigen Vergleich mit Diego Armando Maradona und Pelé um den inoffiziellen Titel als «bester Spieler aller Zeiten» fehlt dem frischgebackenen Triple-Sieger für viele aber noch ein Titel mit dem Nationalteam – am besten die Weltmeisterschaft. Ein erster Schritt wäre mal der Gewinn der Copa América in Chile, die in der Nacht auf Freitag beginnt. Seit 1993 wartet der ewige Favorit auf den Gewinn des Kontinentalwettbewerbs. Argentiniens Nummer 10, nicht bekannt als Mann der grossen Worte, schickte gleich nach seiner Ankunft im Lager seiner Teamkollegen eine erste Kampfansage in Richtung Konkurrenz: «Ich bin sicher in besserer Verfassung als vergangenes Jahr vor der WM.» Sein «spektakuläres Jahr» unterstreicht er mit 58 Toren in 57 Spielen eindrücklich.

Ausgeglichener Titelkampf

Ein Spaziergang von Gerardo «Tata» Martinos Truppe ist trotz der furchteinflössenden Offensivabteilung um Messi, Angel Di Maria, Sergio Agüero, Carlos Tévez, Javier Pastore und Gonzalo Higuain nicht zu erwarten. Der diesjährige Titelkampf gilt als ausgeglichenster der letzten Jahre. Gastgeber Chile hat bereits bei der WM sein Potenzial angedeutet. Mittelfeldspieler und Champions-League-Finalist Arturo Vidal meldet unmissverständlich Ambitionen an: «Es ist der perfekte Moment, um Titel zu gewinnen.»

Zum engen Favoritenkreis gehört traditionell auch immer Brasilien. Nach der desaströsen 1:7-Blamage im WM-Halbfinal gegen Deutschland hat sich die «Canarinha» gefangen, konnte unter dem neuen Trainer Carlos Dunga alle zehn Spiele gewinnen. Dazu befindet sich Captain und Superstar Neymar in Topform, durch sein 3:1 im Champions-League-Final krönte er sich sogar zum offiziellen Torschützenkönig der diesjährigen Königsklasse. Und auch Kolumbien hat in Brasilien mit dem Einzug in den Viertelfinal vergangenes Jahr seinen Aufwärtstrend untermauert. Die Generation um Real-Madrid-Star James Rodriguez, Juan Cuadrado (Chelsea), Radamel Falcão (Manchester United), Jackson Martinez (Porto) und Carlos Bacca (Sevilla) ist scheint reif für den ersten Titel seit 2001.

Ein Gast aus der Karibik

Weniger stark einzuschätzen ist dieses Jahr dafür Uruguay, der Titelverteidiger und Rekordsieger. Eckpfeiler aus dem Triumph von 2011 wie Diego Forlan und Diego Lugano stehen nicht mehr im Kader, wie auch Luis Suarez, der nach seiner WM-Beissattacke für die Nationalmannschaft nach wie vor gesperrt ist. Die Hoffnungen der «Charrúas» liegen nun auf PSG-Stürmer Edinson Cavani.

Als Gästenationen wurden Mexiko und erstmals auch Jamaika eingeladen. Während die Mexikaner zumindest zum erweiterten Kreis der Anwärter gehören dürften, ist nicht davon auszugehen, dass Jamaika die Gruppe mit Uruguay, Paraguay (mit Basels Derlis Gonzalez) und Argentinien übersteht.

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