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Klinsmann ist bereits nicht mehr Hertha-Coach

Der 55-Jährige gibt seinen Rücktritt auf Facebook bekannt. Erst später bestätigt der Verein den Entscheid.

Das war es bereits mit Jürgen Klinsmann als Trainer von Hertha BSC.
Das war es bereits mit Jürgen Klinsmann als Trainer von Hertha BSC.
Andreas Gora/dpa, Keystone
Der 55-Jährige verkündete via Facebook seinen Rücktritt.
Der 55-Jährige verkündete via Facebook seinen Rücktritt.
Facebook
Nach einem kurzen Intermezzo in Kanada bei Toronto als Berater des Managements unterschrieb Klinsmann bei der amerikanischen Nationalmannschaft. Diese trainierte er von 2011 bis 2016.
Nach einem kurzen Intermezzo in Kanada bei Toronto als Berater des Managements unterschrieb Klinsmann bei der amerikanischen Nationalmannschaft. Diese trainierte er von 2011 bis 2016.
Katia Christodoulou
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Nach nur elf Wochen ist Jürgen Klinsmann völlig überraschend als Chefcoach des Fussball-Bundesligisten Hertha BSC zurückgetreten. Der ehemalige deutsche Nationaltrainer erklärte seinen Entschluss bei Facebook mit fehlendem Vertrauen beim Berliner Club.

«Gerade im Abstiegskampf sind Einheit, Zusammenhalt und Konzentration auf das Wesentliche die wichtigsten Elemente», schrieb der 55-Jährige am Dienstag. «Sind die nicht garantiert, kann ich mein Potenzial als Trainer nicht ausschöpfen und kann meiner Verantwortung somit auch nicht gerecht werden.» Nun wolle er sich auf seine Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied zurückziehen.

Und der Verein wusste von nichts

Die Hertha war zunächst völlig überrascht. Die Medienabteilung hatte keine Kenntnis von Klinsmanns Entschluss. «Insbesondere nach der vertrauensvollen Zusammenarbeit hinsichtlich der Personalentscheidungen in der für Hertha BSC intensiven Wintertransferperiode gab es dafür keinerlei Anzeichen», sagte Sport-Geschäftsführer Michael Preetz. Zunächst werde Co-Trainer Alexander Nouri die Mannschaft betreuen.

Am 27. November hatte Klinsmann das Traineramt von Ante Covic übernommen. In seiner Zeit zeigte das Team im Abstiegskampf defensiv orientierten Fussball und stabilisierte sich zumindest. Im Cup-Achtelfinal scheiterten die Berliner vergangene Woche allerdings bei Schalke und verloren auch in der Liga nach schwacher Leistung 1:3 gegen Mainz.

«Wir waren in der relativ kurzen Zeit auf einem sehr guten Weg, haben auch dank der Unterstützung vieler Menschen trotz meist schwieriger Spiele inzwischen sechs Punkte Abstand zum Relegationsplatz», schrieb Klinsmann.

Den Klassenerhalt versprochen

Noch am Montagabend hatte er für sein Projekt bei der Hertha geworben und im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur mindestens Platz 15, also den sicheren Klassenerhalt, am Saisonende versprochen. Am Samstag gastieren die Berliner beim Tabellenletzten Paderborn in einem wegweisenden Spiel für den Abstiegskampf. «Ich bin fest davon überzeugt, dass die Hertha das Ziel schaffen wird», so Klinsmann weiter.

In der Winterpause hatte Hertha dank Geldgeber Lars Windhorst kräftig auf dem Transfermarkt investiert. Für Santiago Ascacibar, Krzysztof Piatek, Matheus Cunha und Lucas Tousart, der allerdings auf Leihbasis noch ein halbes Jahr bei Olympique Lyon bleibt, blätterte der Hauptstadt-Club fast 80 Millionen Euro hin. Es sollte auch eine Investition in das Klinsmann-Projekt sein, das nun abrupt beendet ist.

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