Zum Hauptinhalt springen

Israel – Schweiz: Der verhinderte Traumstart

In Israel haben die Schweizer 2:0 geführt - aber am Ende nur ein 2:2 zum Start der WM-Qualifikation erreicht.

Konsterniert: Spycher, Benaglio und Grichting unmittelbar nach dem Schlusspfiff.
Konsterniert: Spycher, Benaglio und Grichting unmittelbar nach dem Schlusspfiff.
Keystone

Es sah so gut aus, nach einem Traumstart, nach einem Start à la Ottmar Hitzfeld. 2:0 führten die Schweizer in Tel Aviv, und sie kontrollierten danach das Spiel. Der Anschlusstreffer eine gute Viertelstunde vor Schluss schien eine vernachlässigbare Sünde zu sein. Am Ende aber war es der erste Schritt zur bitteren Enttäuschung im ersten Pflichtspiel unter dem neuen Coach. Die Nachspielzeit lief, Barda flankte, die Schweizer Innenverteidiger waren nicht aufmerksam genug, Benaglio kam zu spät, und Sahar, der 19-jährige Stürmer, drückte den Ball zum 2:2 über die Linie.

Das war in der 92. Minute und das Ende der Schweizer Hoffnung, mit einem Sieg in die WM-Qualifikation zu starten. Ein Punkt in Israel ist normalerweise keine schlechte Ausbeute. Israel ist einer der direkten Gegner im Kampf um einen der Plätze für Südafrika, es ist ein unangenehmer Widersacher, zumal im eigenen Stadion und in einer so schweisstreibenden Nacht wie der gestrigen. Aber so wie sich dieses Spiel entwickelt hatte, so wie es für die Schweizer gelaufen war, wie sie auch die eine oder andere heikle Situation schadlos überstanden hatten, war ein Remis nicht mehr gut genug. Es gibt kein Vertun: Die Schweizer verloren zwei wertvolle Punkte.

Hakan Yakin - der Mann der Freistösse und Tore

Am Anfang hatten sie sich schwer getan, einen Rhythmus zu finden. Bald einmal fingen sie sich zumindest in der Defensive auf. Dem alles andere als furchterregenden Gastgeber gestanden sie nur zwei, vielleicht drei Angriffe zu, die zumindest im Ansatz Gefahr verrieten. Ansonsten standen sie gut und kompakt, sie verloren in der eigenen Platzhälfte weder Ruhe noch Übersicht.

Ihr Spiel nach vorne hingegen war alles andere als ein Genuss. Sie konnten kaum einmal einen Ball halten, im Gegenteil, sie verloren ihn immer wieder schnell, zu schnell. 24 Minuten dauerte es, bis Barnetta einmal Platz vorfand, aber mit einem schlechten Pass die Aktion gleich wieder zunichte machte. Yakin brachte, nach Nkufos Zuspiel, den ersten Torschuss zustande, Aouate hielt. Kurz darauf, nach einem wunderbaren Direktpass Yakins, zögerte Nkufo mit dem Abschluss zu lange. Eine gute Chance war vergeben.

Das 0:0 schien zur Pause das logische Resultat zu sein. Aber weil Fussball nicht immer der Logik folgt, fiel noch ein Tor - und was für ein wunderbares. Behrami war gefoult worden, Yakin schlenzte den Ball aus 25 m über die Abwehrmauer und traf via Lattenunterkante. Es war eine Aktion, zu der ausser Alex Frei kein Schweizer fähig ist. Und sie bestätigte, dass Hitzfelds Vertrauen in den teilweise kapriziösen Spieler gerechtfertigt war.

Die Pause und elf gespielte Minuten später sah es noch besser aus für Hitzfelds Mannschaft. Wieder war Yakin beteiligt, diesmal mit einem Freistoss, den er zum Flanken verwendete, Nkufo stand in der Mitte bereit und traf mit seinem Kopfball zum 2:0.

Und jetzt war die Frage: Was sollte noch passieren?

Die gröbste Arbeit schien verrichtet und das Glück auch auf Schweizer Seite zu sein. Sahar vergab allein vor dem zögerlichen Benaglio, und als der Schweizer Goalie ungestüm in die Füsse von Benayoun hechtete, hatte er Glück, dass der Schwede Hansson kein Heimschiedsrichter war und keinen Elfmeter gab. Den Zorn der israelischen Zuschauer bekam Dror Kasthan zu hören. Sie beleidigten ihren Coach in Sprechchören übel.

Die Schweizer waren sich nach dem 2:0 zu sicher

Wahrscheinlich waren sich die Gäste nach dem zweiten Treffer zu sicher, zu wenig konkret war ihr Offensivspiel mit dem scheinbar komfortablen Vorsprung im Rücken, zu sehr glaubten sie, den Gegner unter Kontrolle zu haben. Eine Unachtsamkeit genügte zum Anschlusstor durch Benayoun, als Lichtsteiner, Grichting und Djourou nicht gut aussahen. Eine zweite führte zum Ausgleich, als die Innenverteidigung wieder aufgerissen und kein Block mehr war. Israels Aufbäumen wurde reichlich belohnt.

Die Schweizer Bilanz ist getrübt durch dieses Ende, die Wertung ebenso. Djourou und Grichting bildeten bis zur 74. Minute ein zuverlässiges Duo, aber nicht länger. Lichtsteiner und Magnin schlossen die Seiten abgesehen von der 74. und 92. Minute ordentlich. Inler war stark und Huggel sein absolut zuverlässiger Partner. Behrami erzwang die beiden entscheidenden Freistösse. Yakin verdiente sich eine gute Note allein dank seiner Beteiligung an den Toren, Nkufo, mehr der Arbeiter als der filigrane Techniker, machte sein Goal, was für einen Stürmer immer gut ist. So richtig unten durch musste nur Barnetta. Er war der Schwächste, ohne jeglichen Einfluss. Alles in allem schien das für den Sieg gut genug zu sein. Aber schliesslich war es mit dem Schein wie so oft: Er trog. Und zwei Punkte verdampften in der schwül-heissen Luft von Tel Aviv.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch