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Shaqiri: «Ich wäre gerne grösser»

Wenn Xherdan Shaqiri an der Baselworld zu Gast ist, dann ist immer viel los. Zeit für 36 Fragen hat er trotzdem.

Mag Instagram und Jennifer Lopez: Nationalspieler Xherdan Shaqiri.
Mag Instagram und Jennifer Lopez: Nationalspieler Xherdan Shaqiri.
Keystone
An der EM erzielte Shaqiri ein Seitfallziehertor. «Es ist nicht so, dass ich so was extra trainieren würde», sagt er.
An der EM erzielte Shaqiri ein Seitfallziehertor. «Es ist nicht so, dass ich so was extra trainieren würde», sagt er.
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Der 170 Zentimeter grosse Fussballer hat auf Facebook 1,9 Millionen Fans. Für die Kommunikation nutze er aber vor allem Instagram. Dort hat er eine Million Followers.
Der 170 Zentimeter grosse Fussballer hat auf Facebook 1,9 Millionen Fans. Für die Kommunikation nutze er aber vor allem Instagram. Dort hat er eine Million Followers.
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Kommt Xherdan Shaqiri im Namen seines Vertragspartners ­Hublot an die Baselworld, ist Stress programmiert. Fotos machen, Autogramme schreiben, Hände schütteln, Interviews geben – und in diesem Jahr muss er sogar noch gegen Eiskunstläufer Stéphane Lambiel kochen. Also, keine Zeit für lange Einleitungen.

1. Xherdan Shaqiri, wie viel Zeit haben Sie mitgebracht?Xherdan Shaqiri:(schaut auf sein Handy) Maximal 15 Minuten.

2. Wir haben hier eine Liste mit 36 Fragen. Was denken Sie, wie viele schaffen wir?Wenn die Fragen nicht zu kompliziert sind, schaffen wir sicher alle.

3. Zwei haben Sie ja schon. Wird Ihnen nie langweilig, wenn Sie über Fussball sprechen sollen?Nein. Der Fussball ist ja eigentlich nie langweilig, es ist immer etwas los, das ist ja das Schöne. Aber klar, ab und zu wird es sogar mir zu viel. Dann sage ich schnell mal: Stopp, das reicht, ich will über etwas anderes sprechen.

4. Nicht dass wir im Moment viel Zeit für anderes hätten, aber: Über welches Thema möchten Sie ausführlicher sprechen?Ich rede über alles, für das ich mich interessiere. Auch über Dinge wie meine Familie oder die Sachen, die ich in meiner Freizeit oder in den Ferien mache. Ich bin häufig in Kosovo oder in Albanien, wo viele meiner Freunde leben. Mit denen rede ich gar nicht oder nur selten über Fussball.

5. Über welches Thema sprechen Sie gar nicht gerne?Es gibt Dinge, die privat sind und die privat bleiben sollen. Aber sonst rede ich über alles, wenn die Diskussion in vernünftigem Rahmen stattfindet. Mühe habe ich, wenn Fans, Journalisten oder sogar Freunde mich mit Sachen konfrontieren, die sie irgendwo gelesen haben und die nicht stimmen. Dann muss ich sagen: Dazu muss ich jetzt nichts sagen, ihr kennt mich doch, oder nicht?

6. Was ist Ihre Lieblingsausrede bei einer blöden Frage?Dafür brauche ich keine Ausreden. Wenn einer etwas Dummes fragt, dann sage ich ihm, dass ich mich dazu nicht äussern werde.

7. Können Sie sich vorstellen, dass wir Ihnen 36 Fragen stellen – und keine dumme dabei ist?Bei 36 Fragen? Nein. (lacht)

8. Wie oft müssen Fussballer ­lügen?Das kommt immer auf den Typen an. Ich gehe ehrlich durchs Leben und muss nicht häufig lügen.

9. Haben Sie heute gelogen?Nein, definitiv nicht.

10. War das eine Lüge?(Lächelt)

«Ich weiss genau, was ich mir und meinem Körper zumuten kann.»

11. Wo haben Sie in diesem Jahr mehr Zeit verbracht: Auf dem Trainingsplatz oder bei der Physiotherapie?Auf dem Trainingsplatz. Das war jetzt übrigens eine dumme Frage.

12. Ist Ihr Körper zu anfällig für Verletzungen oder verhalten Sie sich nicht professionell genug?Auf keinen Fall. Ich war im Frühling leider mehrere Wochen verletzt. Aber ich weiss genau, was ich mir und meinem Körper zumuten kann, worauf ich achten muss, was ich essen soll und wie viel ich trainieren darf. Verletzungen gehören leider zum Sport.

13. Was möchten sie an Ihrem Körper ändern?Ich wäre gerne ein paar Zenti­meter grösser.

14. Welche Eigenschaft hatte der 20-jährige Shaqiri, die der 25-jährige Shaqiri nicht mehr hat?Vor fünf Jahren war ich in vielerlei Hinsicht unbekümmerter. Man macht als junger Spieler in diesem Geschäft so viele Erfahrungen und wird automatisch vorsichtiger. Früher habe ich in jeder Situation gemacht, was ich für richtig hielt. Heute denke ich öfter dar­über nach, was ich mit einem unbedachten Satz auslösen könnte.

15. Welche Eigenschaft hat der 25-jährige Shaqiri dem 20-jährigen Shaqiri voraus?Erfahrung natürlich. Drucksituationen bringen mich heute nicht mehr so schnell aus der Ruhe.

16. Welche Anrede ist Ihnen lieber: «Shaq» oder «Herr Shaqiri»?Shaq. Aber inzwischen höre ich auch Herr Shaqiri immer häufiger. Je älter ich werde, desto öfter werde ich so angesprochen.

17. Wenn Menschen auf Sie zukommen, was ist Ihnen lieber: Ein Selfie oder ein Autogramm?Bei einem Selfie dauert es häufig lange, weil die Kamera nicht funktioniert, und ausserdem habe ich oft im falschen Moment die Augen geschlossen. (lacht) Deswegen: Autogramm.

18. So, Halbzeit im Fragenkatalog. Welches Vorurteil, das Sie immer wieder über sich lesen, stimmt nicht?Wenn Sie wüssten, was über mich alles geschrieben wurde und was davon frei erfunden war ...

19. Mit welcher Frau würden Sie gerne im Lift stecken bleiben?Jennifer Lopez, die Frau hat Power. (vom Nebentisch ruft Shaqiris Freund: «Anna Kurnikowa!»)

20. Was benutzen Sie im Alltag häufiger: Uhr oder Handy?Die Uhr habe ich jeden Tag am Arm, als Accessoire. Aber wenn ich ehrlich sein soll, benutze ich mein Handy deutlich häufiger.

21. Welche App nutzen Sie am meisten?Ich benutze Instagram oft. Es gibt dort eine Funktion, mit der ich ­Livevideos mit meinen Fans teilen kann, um ihnen zu zeigen, was gerade passiert. Mit Freunden und meiner Familie stehe ich meist über Whatsapp in Kontakt.

22. Wer schreibt die Texte bei Facebook oder Instagram – Sie oder eine Agentur?Ich. Meistens.

23. Welchen Smiley verwenden Sie am häufigsten?;-).

24. Wann haben Sie Basels Präsident Bernhard Heusler zuletzt eine SMS geschrieben?Soweit ich weiss, bin ich zwar noch immer in der Gruppe mit einigen anderen ehemaligen FCB-Spielern. Aber mit dem Präsidenten persönlich hatte ich einige Zeit keinen direkten Kontakt.

«Bernhard Heusler und Georg Heitz hinterlassen eine riesige Lücke»

25. Was sagen Sie dazu, dass er und Georg Heitz abtreten?Ich finde es schade, dass sie den FCB im Sommer verlassen. Ich habe selber erlebt, wie professionell sie den Klub geführt haben, und trotzdem konnte man sich immer an sie wenden, wenn man ein Problem hatte. Sie hinterlassen eine riesige Lücke. Es ist aber auch ein starkes Zeichen, dass sie auf dem Höhepunkt abtreten. Ich bin davon überzeugt, dass der Wechsel auch eine Chance für den FCB sein kann.

26. Können Sie sich den zukünftigen Sportchef Marco Streller im Anzug vorstellen?Klar, im Fernsehen sieht Pipi ja schon immer super aus. Und ich bin davon überzeugt, dass er die Kompetenz dazu hat, erfolgreich in die zweite Karriere zu starten.

27. Was antworten Sie, wenn er Sie in vielen Jahren anruft und fragt: «Xherdan, kommst du zurück zum FCB?»Basel ist meine Heimatstadt, beim FCB habe ich meinen Durchbruch geschafft. Darum werde ich dem Klub immer speziell verbunden sein. Aber im Moment habe ich noch andere Ziele, die ich erreichen will.

28. Was macht Ihnen Angst?Gar nichts.

29. Welche Superkraft hätten Sie gerne?Ich würde gerne Krankheiten heilen können.

30. Haben Sie das schönste Tor Ihrer Karriere schon geschossen, oder liegt es noch vor Ihnen?Ich habe schon viele schöne Tore geschossen, besonders das gegen Polen bei der EM. Viel besser geht es kaum. Aber ich sage trotzdem: Das schönste Tor kommt noch.

31. War Ihr Seitfallziehertor gegen Polen das schönste bisher?Ich denke schon. Es ist ja von den Experten auch zum schönsten EM-Tor gewählt worden. Nur bei der Fan-Abstimmung hatte ich keine Chance, da haben viele Fans aus Ungarn wahrscheinlich drei- oder viermal für ein Tor ihres Teams abgestimmt. (lächelt)

32. Kann man solche akrobatischen Aktionen trainieren?Letzte Woche, im Training vor dem Spiel gegen Lettland, ist es mir im Training wieder gelungen, und im Spiel hatte ich ja auch eine Chance. Aber es ist nicht so, dass ich so was extra trainieren würde.

«Ich möchte irgendwann mal eine Familie gründen.»

33. Was müssen Sie, abgesehen vom Fussball, noch trainieren?Seit ich bei Stoke spiele, versuche ich, mein Englisch aufzubessern.

34. Bundesliga oder Premier League oder Serie A?Premier League natürlich.

35. Was ist Ihr Ziel mit Stoke?Wir wollen besser abschneiden als letzte Saison, damals sind wir Neunte geworden. Aktuell stehen wir wieder auf Rang neun.

36. Und welches grosse Ziel haben Sie generell noch im Leben?Ich möchte irgendwann mal eine Familie gründen. Ich selber bin ein absoluter Familienmensch.

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