Für Seferovic geht die Reise weiter

Acht Klubs in acht Jahren: Erst 25 ist Haris Seferovic, doch er hat bereits viel von der Fussballwelt gesehen. Nun steht der Schweizer Nationalstürmer bei Benfica Lissabon vor einem Neustart – mal wieder.

Wieder einmal in einem neuen Dress: Haris Seferovic geht beim Weltklub Benfica Lissabon auf Torejagd.

Wieder einmal in einem neuen Dress: Haris Seferovic geht beim Weltklub Benfica Lissabon auf Torejagd. Bild: Keystone

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Er rennt, bereitet vor, sucht die Zweikämpfe. Doch nach 84 Minuten verlässt Haris Seferovic den Platz ohne Erfolgserlebnis. Im Gegenteil: Benfica Lissabon, sein neuer Klub, geht zum Abschluss des Uhrencups in Biel gegen YB gleich 1:5 unter.

Gleichwohl ist der Stürmer nach der Partie ein gefragter Mann. Immerhin ist er Schweizer Nationalspieler und erst seit ein paar Wochen beim portugiesischen Meister engagiert. Diverse Journalisten deponieren bei den Medienverantwortlichen also den Wunsch, mit Seferovic sprechen zu können.

Doch er kommt nicht. Dafür raunt Benfica-Coach Rui Vitoria grimmig, er lasse nie einen Spieler zweimal nacheinander Auskunft geben, und Seferovic sei schliesslich schon am letzten Donnerstag vor die Presse getreten. Fertig, Schluss!

«Benfica ist ein Weltklub»

In Lissabon also hat Seferovic nun seine Zelte aufgeschlagen, bei Benfica einen Fünfjahresvertrag unterschrieben. Es handelt sich um seinen achten Arbeitgeber – in den letzten acht Jahren.

Dabei ist der Luzerner mit bos­nischen Wurzeln erst 25-jährig. «Benfica wollte mich unbedingt, und ich wollte mal wieder eine Abwechslung», meinte er im Frühling, als der Transfer publik wurde.

Letzten Donnerstag bestritt er seinen ersten Einsatz für den Traditionsklub und traf gegen Xamax sogleich. «Auch wenn der Konkurrenzkampf gross ist, man spürt die grosse Freude, welche die Spieler haben», sagte er danach gegenüber dem «Bieler Tagblatt». Der Verein tue alles für einen, sei unglaublich professionell. «Benfica ist ein Weltklub.»

Am Uhrencup erhielt er von Coach Vitoria so viel Einsatzzeit wie kein anderer Spieler. Das dürfte Seferovic gefallen, zumal er zuletzt in Frankfurt nicht mehr erste Wahl gewesen war.

Nur kurze Zeit ein Held

Dabei war es ihm in der ersten Saison richtig gut gelaufen, in 32 Bundesligapartien traf er zehnmal. Doch dann geriet seine Torproduktion arg ins Stocken, je drei Treffer erzielte er in den letzten beiden Spielzeiten noch. Immerhin zeichnete er für das wichtigste Tor der Frankfurter in den letzten Jahren verantwortlich: In der Relegation 2016 sorgte Seferovic im Rückspiel gegen Nürnberg mit dem 1:0 für den Klassenerhalt.

Den Nimbus des Helden verlor er jedoch rasch wieder. Weil er bereits länger mit Abgangsgelüsten kokettiert hatte, war er bei Trainer Niko Kovac zuletzt nicht mehr gesetzt. Angesprochen auf seine drei Saisons bei der Eintracht, meinte Seferovic in der FAZ: «Es war ein Bergauf und Bergab. Das erste Jahr war super, das zweite nicht so gut und das dritte so mittel.»

Anders präsentiert sich die Situation im Nationalteam, Seferovic ist unbestrittene Stammkraft. Vielleicht, weil die Auswahl an starken Stürmern rar ist, vielleicht aber auch, weil Seferovic immer wieder für einen Geniestreich gut ist. An der WM 2014 erzielte er gegen Ecuador den 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit.

Und als die Schweiz zum Auftakt der WM-Qualifikation Portugal bezwang, bereitete er das 2:0 mustergültig vor. Am 10. Oktober wird die Nationalmannschaft wieder auf den Europameister treffen – ausgerechnet im Estadio da Luz in Lissabon. Seferovics neuem Zuhause. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.07.2017, 11:04 Uhr

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