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Fifa gibt Verletzungen der Menschenrechte in Russland zu

Arbeiter aus Nordkorea haben unter unwürdigen Bedingungen das WM-Stadion in St. Petersburg gebaut. Zu diesem Schluss kommt auch die Fifa.

Sklavenartige Zustände: In der neuen Arena in der Zarenstadt wird emsig gearbeitet. (3. Oktober 2016)
Sklavenartige Zustände: In der neuen Arena in der Zarenstadt wird emsig gearbeitet. (3. Oktober 2016)
Dmitri Lowetsky, Keystone
Fifa-Präsident Gianni Infantino und Russlands Präsident Wladimir Putin im fertig erstellten Krasnodar-Stadion: Arbeitsbedingungen für die Nordkoreaner waren unwürdig. (23. Mai 2017)
Fifa-Präsident Gianni Infantino und Russlands Präsident Wladimir Putin im fertig erstellten Krasnodar-Stadion: Arbeitsbedingungen für die Nordkoreaner waren unwürdig. (23. Mai 2017)
Alexej Druschinin, Keystone
Und so soll die Zenit-Arena einmal aussehen, wenn sie wirklich fertig ist.
Und so soll die Zenit-Arena einmal aussehen, wenn sie wirklich fertig ist.
www.designboom.com
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Die Fifa hat Menschenrechtsverletzungen beim Bau des WM-Stadions in St. Petersburg eingeräumt. Fifa-Chef Gianni Infantino bestätigte in einem Brief, dass einige nordkoreanische Arbeiter unter «oft entsetzlichen» Arbeitsbedingungen in der Arena eingesetzt wurden.

Dies geht aus einem Schreiben an die Verbandschefs von Schweden, Dänemark, Norwegen und Island, das unter anderem auf der Internetseite des Schweizerischen Radios und Fernsehens SRF aufgeschaltet ist, hervor. In dem Stadion soll 2018 der Final der Fussball-Weltmeisterschaft stattfinden.

In eisigen Containern geschlafen

Die nordischen Verbandspräsidenten hatten nach einem Bericht des norwegischen Magazins «Josimar» ihre Besorgnis über die Zustände gegenüber dem Weltfussballverband (Fifa) geäussert. Gemäss der Investigativrecherche mussten die nordkoreanischen Arbeiter, die auf Befehl des heimischen Regimes nach Russland geschickt wurden, unter miserablen Bedingungen auf der Baustelle arbeiten.

Sie sollen in eisigen, überfüllten Containern geschlafen haben. Ihre Pässe seien konfisziert worden, der Grossteil ihres Lohns sei an die nordkoreanische Regierung geflossen. Ein nordkoreanischer Arbeiter soll in einem Container an einem Herzinfarkt gestorben sein. In dem Schreiben betont Infantino, dass die «Fifa die oft entsetzlichen Arbeitsbedingungen verurteilt».

Kritik nicht nur an der Zarenstadt

Das Thema sei nach einem Besuch im November zur Sprache gekommen. Bei einer Inspektion im März habe es keine Hinweise mehr auf nordkoreanische Arbeiter gegeben. Im Stadion von St. Petersburg wird auch im Juni das Finale des Confederations Cup ausgetragen.

St. Petersburg ist jedoch nicht die einzige WM-Baustelle, die für negative Schlagzeilen sorgt. So sorgen die Baustellen für die Fussball-WM 2022 in Katar seit Jahren für Kritik. Laut Angaben von internationalen Gewerkschaften sollen auf den Baustellen bereits Hunderte Arbeiter gestorben sein. Für die Bauarbeiten im Hinblick auf die Fussball-WM hat Katar rund zwei Millionen ausländische Arbeitskräfte angeheuert.

SDA/fal

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