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«Gut gekämpft, nichts gewonnen»

Der FC Spiez scheitert im Cup-Sechzehntelfinal erst in der Verlängerung. Er bricht nach der regulären Spielzeit ein und verliert zu Hause gegen den FC Linth 0:4.

Peter Berger
Spiez-Captain Adrian Stucki behauptet sich gegen Linths Pajtim Ismaili.
Spiez-Captain Adrian Stucki behauptet sich gegen Linths Pajtim Ismaili.
Walter Dietrich

Die 30-minütige Zugabe war zu viel. Die Verlängerung nach 90 torlosen Minuten hat dem FC Spiez kein Glück gebracht. Bereits 35 Sekunden nach Anpfiff der Zusatzzeit war der erste Gegentreffer gefallen. «In Rückstand war es für uns nachher mental schwierig», gesteht Goalie Sven Simon.

Captain Adrian Stucki bestätigt: «Das 0:1 war bitter.» Am Ende stand es nach 120 Minuten 0:4 gegen den FC Linth 04. Das Resultat täuscht indes. Die Spiezer Protagonisten waren sich einig – der Coup in Form des erstmaligen Achtelfinal-Einzugs wäre möglich gewesen.

«90 Minuten agierten wir auf Augenhöhe, wir vermochten unser Potenzial abzurufen und kamen in dieser ausgeglichenen Partie zu Chancen. Gefühlt waren wir mit einem Bein schon im Achtelfinal», sagt Stucki.

Wenig fehlt zum Coup

Torhüter Simon hatte das Team vor einem frühen Rückstand bewahrt. Der 28-Jährige parierte nach acht Minuten einen Penalty. Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit waren Paraden des Schlussmannes nötig. In dieser Phase dominierte der Erstligist aus dem Glarnerland den Berner Vertreter aus der 2. Liga interregional klar.

«Gegen einen Oberklassigen darf auch nicht erwartet werden, dass wir das Spiel bestimmen», meint Simon. Doch in der Schlussviertelstunde änderte sich das Bild. Nun kamen plötzlich die Spiezer zu Chancen. «Wir vermochten unsere Energiereserven anzuzapfen», erklärt Mittelfeldstratege Stucki das Aufbäumen.

Janis Ueltschi, Cyrill Baumann, Ivan Markovic und der eingewechselte Luka Stanisic scheiterten mit ihren Möglichkeiten nur knapp. «Der Lucky Punch wäre durchaus möglich gewesen», schildert Peter Kobel die Druckperiode seiner Equipe. Der Trainer hatte schon zuvor gespürt, dass sein Team «nah dran» war.

«Letztlich fehlte es uns vielleicht an Coolness und an Cleverness, um dieses eine Tor in der regulären Spielzeit zu erzielen.»

Peter Kobel, Spiez-Trainer

«Der gehaltene Penalty, das Überstehen der Linther Druckphase nach der Pause; es gab viele kleine Dinge, die für uns sprachen. Aber letztlich fehlte es uns vielleicht an Coolness und an Cleverness, um dieses eine Tor in der regulären Spielzeit zu erzielen.»

Wyssens Tätlichkeit

In der Verlängerung führten zwei umstrittene Szenen schliesslich zu den Gegentreffern eins und zwei. Zuerst liess der Schiedsrichter nach einem harten Rencontre weiterspielen, zehn Minuten später zeigte er auf den Elfmeterpunkt. Das war zu viel für Nils Wyssen. Der 20-jährige Verteidiger beging vor dem Penaltytor zum 0:2 eine Tätlichkeit und erwies mit seinem Platzverweis dem Team einen Bärendienst.

Der ambitionierte Abwehrchef, der teilweise beim FC Münsingen mittrainiert, hatte wegen einer Roten Karte (Schiedsrichterbeleidigung) in einem Vorbereitungsspiel schon den Saisonstart verpasst und wird nun erneut gesperrt, bereits morgen im Meisterschaftsheimspiel gegen Liestal.

«Dürfen stolz sein»

Kobel lobte deshalb bei seiner Analyse vor allem die reguläre Spielzeit. Auch für Torhüter Simon stand fest: «Auf die Leistung in den 90 Minuten dürfen wir stolz sein.» Dennoch trauern wohl einige Spiezer den verpassten Chancen nach. Das Fazit von Spielführer Stucki fiel jedenfalls zwiespältig aus: «Gut gekämpft, nichts gewonnen.»

Spiez - Linth 0:4 n.V. (0:0)

550 Zuschauer. Tore: 91. Ilic 0:1. 101. Feldmann (Foulpenalty) 0:2. 112. Backa 0:3. 113. Ilic 0:4.

Spiez: Simon; Bürki, Wyssen, Zimmermann; Häsler, Stucki, Baumann (103. Wittwer), Buri (71. Stanisic), Ueltschi; Wymann (77. Bühler), Markovic (105. Weigl).

Bemerkungen: 8. Simon hält Penalty. 101. Platzverweis Wyssen (Tätlichkeit).

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