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FC Basel: Dank Steigerung zum Exploit

Mit einer beherzten Leistung bezwingt der FC Basel den grossen Favoriten Manchester United 1:0 und besitzt nun beste Chancen auf die Qualifikation für die Achtelfinals der Champions League.

Lucky-Punch: Michael Lang trifft in der 89. Minute zum Sieg. (Video: SRF)

Dem FC Basel gelingt am vorletzten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase der Coup des Jahres: Der Schweizer Meister besiegt das zuvor in 15 Europacup-Spielen ungeschlagene Manchester United 1:0. Der FCB hat sich mit dem Triumph eine verlockende Ausgangslage geschaffen.

Vor der letzten Runde am 5. Dezember rückt Basel auf Kosten des punktgleichen ZSKA Moskau auf Position 2 vor. Aufgrund der besseren Tordifferenz im Direktduell mit den Russen besitzt der FCB vor seiner Partie beim Tabellenletzten Benfica Lissabon glänzende Perspektiven, erstmals seit 2105 wieder unter die Top 16 Europas vorzustossen.

Im richtigen Moment bereit

Michael Lang düpierte Manchester in der 89. Minute mit dem 1:0. Und José Mourinho erstarrte an der Seitenlinie: Im vierten Vergleich mit Basel erlitt «The Special One» innerhalb von vier Jahren den dritten Fehltritt – keine speziell überzeugende Bilanz. «Das Glück, das Selbstbewusstein, die Leidenschaft, die Qualität im Kollektiv – alles muss hundertprozentig stimmen.»

Basel schafft Sensation: Lang sorgt mit seinem Treffer kurz vor Schluss für die nächste Sternstunde in der Champions League.
Basel schafft Sensation: Lang sorgt mit seinem Treffer kurz vor Schluss für die nächste Sternstunde in der Champions League.
Patrick Straub, Keystone
Lucky Punch: Michael Lang schiebt nach perfekter Vorarbeit von Raoul Petretta zum 1:0 ein.
Lucky Punch: Michael Lang schiebt nach perfekter Vorarbeit von Raoul Petretta zum 1:0 ein.
Patrick Straub, Keystone
Ausverkauftes Haus: Einmal mehr sorgt der St.-Jakobs-Park für eine würdige Atmosphäre.
Ausverkauftes Haus: Einmal mehr sorgt der St.-Jakobs-Park für eine würdige Atmosphäre.
Ennio Leanza, Keystone
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FCB-Trainer Raphael Wicky hatte bei der Vorbesprechung seines bislang bedeutendsten FCB-Heimspiels im Detail festgehalten, was nötig sein würde für ein positives Ergebnis gegen den renommiertesten und erfolgreichsten Verein aus England.

Der junge Chef an der Linie fand nicht nur die richtige Wortwahl, er gruppierte die Equipe einmal mehr so, dass sie auf der europäischen Bühne im richtigen Moment zur nötigen Stabilität und Formstärke fand.

Im Tagesgeschäft sind die Basler wegen einiger Rückschläge im Fernduell mit YB ernsthaft unter Druck geraten, im Europacup hingegen gelingt ihnen gleichwohl immer wieder Verblüffendes. An einem günstigen Abend bringt Basel die Qualität und langjährige internationale Erfahrung auf den Platz, mit der sich selbst die Schwergewichte Europas schwertun – wie am Mittwoch das grosse Manchester United.

Mourinho pokerte falsch

Die prominenten Namen auf der Liste der Abwesenden, auf welche Mourinho freiwillig verzichtete, verdeutlichen, auf welche Ressourcen der Startrainer im Bedarfsfall zurückgreifen könnte: De Gea, Mata, Valencia, Mchitarjan und Young gehörten nicht zum Aufgebot, Professionals im Wert von rund 120 Millionen Euro – so viel setzt der gesamte FCB nur in einem sehr guten Geschäftsjahr um.

Er habe Vertrauen ins gesamte Kader, erklärte Mourinho kurz vor dem Anpfiff in einem Interview mit einer englischen TV-Station: «Viele von ihnen verdienen es, in grossen Spielen eingesetzt zu werden – nicht nur in einfachen Cupspielen im eigenen Land.» Der Mann, der in 13 Jahren 20 Trophäen gewonnen hat, irrte sich. Selbst Manchester United kann sich an einem Champions-League-Abend keine Experimente leisten.

Trotz sieben Rochaden im Vergleich zur Startformation bei der 4:1-Kür am letzten Samstag im Heimmarkt gegen Newcastle kontrollierte der Favorit das Duell eine Halbzeit lang ohne Probleme. Der FCB-Keeper Tomas Vaclik hatte gleich mehrere heikle Szenen zu entschärfen.

Dann aber entglitt dem passiven Giganten der Gameplan, derweil sich die Einheimischen in der packenden Schlussphase spürbar mehr zutrauten und das Geschehen vermehrt in die Platzhälfte der Engländer verlagerten. Serey Die, mit seiner Physis und Risikobereitschaft bis zu seinem verletzungsbedingten Out eine treibende Kraft, und Offensiv-Verteidiger Lang verschafften dem Aussenseiter zunächst glänzende Augenblicke – mehrmals fehlten nur Zentimeter, ehe Lang den grösstmöglichen Glücksmoment doch noch ermöglichte.

«Es ist unbeschreiblich. Wir kommen aus einer schwierigen Phase. Wir mussten untendurch und viel Kritik einstecken in dieser Saison. Und nun ist uns ein solch super Auftritt gelungen. In der zweiten Halbzeit spürten wir, dass etwas möglich ist», hielt der Torschütze fest.

Basel - Manchester United 1:0 (0:0)

St.-Jakob-Park - 36'000 Zuschauer - SR Orsato (ITA)Tor: 89. Lang (Petretta) 1:0.Basel: Vaclik; Akanji, Suchy, Balanta; Lang, Serey Die (80. Fransson), Zuffi, Petretta; Steffen, Oberlin, Elyounoussi.Manchester United: Romero; Darmian, Smalling, Blind, Rojo; Fellaini, Herrera; Lingard (63. Rashford), Pogba (66. Matic), Martial (74. Ibrahimovic); Lukaku.Bemerkungen: FCB ohne Xhaka (gesperrt), Vailati, Van Wolfswinkel (beide verletzt), Manchester ohne Carrick (verletzt), De Gea, Mata, Valencia, Mchitarjan, Young (alle nicht im Aufgebot). 42. Pfostenkopfball von Fellaini. 45. Lattenschuss von Rojo. 67. Lattenkopfball von Lang. Verwarnung: 83. Darmian (Foul).

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