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«Es wundert mich schon, dass Rummenigge das gesagt hat»

Nach dem Gewinn von Meisterschaft und Champions League macht sich bei den Bayern Überheblichkeit breit. Der morgige Pokal-Endspielgegner VfB Stuttgart reagiert mit gelassener Verwunderung.

Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge (l.) hielt unter den Augen von Sportdirektor Matthias Sammer (M.) und Trainer Jupp Heynckes die Festrede zum Champions-League-Sieg. «Im Pokalendspiel haben wir gegen Stuttgart auch mit 1,8 Promille noch eine Chance», tönte er.
Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge (l.) hielt unter den Augen von Sportdirektor Matthias Sammer (M.) und Trainer Jupp Heynckes die Festrede zum Champions-League-Sieg. «Im Pokalendspiel haben wir gegen Stuttgart auch mit 1,8 Promille noch eine Chance», tönte er.
Keystone
Ob diesem  Spruch konnte sich Sammer ein schallendes Lachen nicht verkneifen.
Ob diesem Spruch konnte sich Sammer ein schallendes Lachen nicht verkneifen.
Keystone
Morgen will er mit seinen Spielern gegen die Bayern den Final im deutschen Pokal gewinnen und gegen den haushohen Favoriten für die Sensation sorgen.
Morgen will er mit seinen Spielern gegen die Bayern den Final im deutschen Pokal gewinnen und gegen den haushohen Favoriten für die Sensation sorgen.
Keystone
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Der deutsche Rekordmeister FC Bayern München könnte morgen im Pokal-Endspiel gegen Stuttgart in Berlin Geschichte schreiben. Auf der Visitenkarte des deutschen Fussballvereins steht zwar Welt- und Europameister. Doch noch nie schaffte ein deutscher Club das Triple, das aus dem Gewinn der Champions League, der Meisterschaft und des Pokals besteht. International schafften das bisher nur Celtic Glasgow (1967), Ajax Amsterdam (1972), PSV Eindhoven (1988), Manchester United (1999), Barcelona (2009) und Inter Mailand (2010).

«Wir haben auch mit 1,8 Promille eine Chance»

Schon am vergangenen Samstag hatte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge das Pokal-Endspiel mit grossmundigen Sprüchen angeheizt. Nach dem 2:1-Sieg im Final der Champions League gegen Dortmund feierte der deutsche Rekordmeister im Festsaal des Grosvenor House in London mit 2000 geladenen Gästen eine rauschende Party. Rummenigge hielt die Festrede und blickte bereits auf das Pokal-Endspiel gegen den VfB Stuttgart. «Wir haben in sechs Tagen wieder ein Finale, aber ich glaube, mit 1,8 Promille haben wir trotzdem eine Chance», sagte der ehemalige Stürmer von Servette. Rummenigges Festrede wurde übrigens in Ausschnitten im «Morgenmagazin» von ARD und ZDF gezeigt.

«Ein bisschen Respekt muss man schon haben»

Die Verantwortlichen des VfB Stuttgart nehmen Rummenigges Spruch mit gelassener Verwunderung zur Kenntnis. «Das wundert mich, dass er das gesagt hat. Ein bisschen Respekt muss man vor seinen Gegnern schon haben. Andererseits habe ich auch Verständnis dafür, wenn man sich im Überschwang der Gefühle äussert», sagte Sportvorstand Fredi Bobic der «Sport Bild».

Trainer Bruno Labbadia, der einstige Torjäger der Bayern, ergänzte in den «Stuttgarter Nachrichten»: «Wenn der kommende Gegner einen Tag hatte, an dem mit dem Gewinn der Champions League so viel Druck abgefallen ist, dann kann man über so einen Spruch auch mal einfach hinwegsehen. Wir haben heutzutage doch schon genug Zirkus, da braucht es keine gewollten Wortgefechte.»

«Wer Angst hat, sollte golfen gehen»

Bobic und Labbadia warnen davor, dem Starensemble der Bayern mit zu viel Respekt entgegenzutreten. Man dürfe nicht in Ehrfurcht erstarren. «Wer Angst hat, sollte golfen gehen», sagt Bobic, der ehemalige deutsche Nationalstürmer. Labbadia bemühte einen Vergleich aus der Automobilbranche, um den Klassenunterschied zu verdeutlichen. Der kleine Fahrzeughersteller könne sich nicht mit Mercedes-Benz vergleichen.

Dann flüchtete sich Labbadia in Galgenhumor. «Wir haben uns in den vergangenen Tagen tatsächlich überlegt, ob wir überhaupt antreten sollen», sagte er. Er wurde dann aber wieder ernsthaft: «Es ist viel zu schön, ein Finale zu spielen. Wir glauben daran, dass man eine anscheinend übermächtige Mannschaft an einem perfekten Tag auch mal schlagen kann.» Dazu brauche es eine absolut geschlossene Mannschaftsleistung und am besten gleich alle Spieler, die über sich hinauswachsen könnten. Ausserdem dürften die Bayern nicht ihren besten Tag erwischen.

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