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Erneut nicht über sich hinausgewachsen

Sportredaktor Fabian Ruch zur verpassten direkten WM-Qualifikation der Schweizer Nationalmannschaft in Portugal.

Kopf hoch: Die Schweizer haben in der Barrage in zwei Spielen die Chance, sich doch noch für die WM zu qualifizieren.
Kopf hoch: Die Schweizer haben in der Barrage in zwei Spielen die Chance, sich doch noch für die WM zu qualifizieren.
Keystone
Der zweite Stich ins Schweizer Herz: André Silva erhöht in der 57. Minute für die Portugiesen.
Der zweite Stich ins Schweizer Herz: André Silva erhöht in der 57. Minute für die Portugiesen.
Keystone
Starke Bilanz: Portugal hat nur eines der 28 letzten Spiele verloren – gegen die Schweiz.
Starke Bilanz: Portugal hat nur eines der 28 letzten Spiele verloren – gegen die Schweiz.
Reuters
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Die Schweiz muss Mitte November die WM-Playoffs bestreiten. Das ist bitter nach einer bemerkenswert erfolgreichen Qualifikation mit neun Siegen in Serie. In Lissabon allerdings war das Nationalteam nicht gut genug, als es gegen Portugal um den Gruppensieg ging. Die Niederlage gegen den Europameister mit Superstar Cristiano Ronaldo war keine Überraschung. Aber eine Enttäuschung stellte der sehr mutlose Auftritt der ambitionierten Auswahl schon dar.

Auch dieses talentierte, selbstbewusste, oft schwungvolle Schweizer Nationalteam verliert die richtig grossen Partien immer noch. Und während Ronaldo in der WM-Qualifikation in achteinhalb Spielen 15 Tore erzielt hat, trafen bei den Schweizern in den 10 Auftritten zwar 14 verschiedene Akteure. Aber keiner schoss mehr als 4 Tore, nur Haris Seferovic (4) und Stephan Lichtsteiner (3) reüssierten mehr als zweimal. Auch die fehlende Klasse und Effizienz im Abschluss wurde den Schweizern im Kampf um den Gruppensieg zum Verhängnis, das Torverhältnis der Portugiesen ist deutlich besser.

Rang 2 ist letztlich genau das, was man in dieser Gruppe von den Schweizern erwartet hatte. Sie sind im entscheidenden Moment erneut nicht über sich hinaus­gewachsen. Und haben nur die Pflicht erfüllt mit den vielen Siegen gegen krasse Aussenseiter. Das mag eine brutale Einschätzung sein, aber genau so nüchtern und korrekt wird das Schweizer Abschneiden im Ausland beurteilt.

In der Heimat hat die Auswahl seit der Euro 2016 Goodwill geschaffen. Trainer Vladimir Petkovic hat vieles richtig entschieden, die Aufbruchstimmung rund um die Nationalmannschaft ist auch sein Verdienst. Die Niederlage in Lissabon ändert nichts daran, dass Petkovic und seine Fussballer auf dem richtigen Weg sind. Diese Fortschritte allerdings stehen nun in den Playoffs auf dem Prüfstand.

Die Schweiz wird in einem Monat gegen Schweden, Irland, Griechenland oder Nordirland leicht favorisiert sein, und man darf gespannt sein, wie die Akteure mit dieser Drucksituation umgehen werden. Das Verpassen der Weltmeisterschaft würde die Arbeit von Vladimir Petkovic stark beschädigen. Es wäre ein schwerer Rückschlag für das vielversprechende Projekt des Trainers.

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