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Ein Hoffnungsträger in St. Gallen

Wenn Brasilien heute in St.Gallen auf Bosnien-Herzegowina trifft, werden die Blicke der meisten Zuschauer auf Wunderkind Neymar gerichtet sein.

Hat das Zeug für eine grosse Karriere: Brasiliens Neymar.
Hat das Zeug für eine grosse Karriere: Brasiliens Neymar.
Keystone

Neymar zu Chelsea, Neymar zu Barcelona, Neymar zu Real Madrid. Die finanzkräftigsten Klubs der Welt buhlen seit Monaten um das 20-jährige Juwel mit dem Irokesenhaarschnitt. Doch der Brasilianer bleibt dem FC Santos (vorläufig) treu. Heute (20 Uhr, live auf Eurosport) tritt der mit Traumsummen umworbene Neymar mit der brasilianischen Nationalmannschaft zum Freundschaftsspiel gegen Bosnien-Herzegowina in St. Gallen an. Auf den antrittsschnellen und technisch herausragenden Goalgetter, der schon mit dem ruhmreichen Pelé, dem «Weltfussballer des Jahrhunderts», verglichen wird, werden in der AFG-Arena alle Augen gerichtet sein.

Pelés Skepsis

Der inzwischen 72-jährige Pelé, einst ebenfalls der Superstar des FC Santos, sieht den neuen Wunderknaben allerdings noch in einem zwiespältigen Licht. «Neymar ist ein exzellenter Spieler. Ich hoffe, dass er sein Leistungsvermögen ausschöpft», sagt Brasiliens Rekordtorschütze (77 Tore in 92 Länderspielen). Pelé tadelt aber seinen potenziellen Nachfolger für dessen «Fallsucht» und bezeichnete ihn schon mal als «Hampelmann». Zudem wirft er ihm übertriebene Dribblings vor. «Oftmals spielt er für die Kulisse und für das Fernsehen.»

Zahlen sprechen für Neymar

Fakten, Zahlen und Angebote sprechen aber für den beidfüssig starken Ausnahmestürmer. Anfang 2011 nahm Neymar an der U-20-Südamerika-Meisterschaft in Peru teil, wurde mit 9 Treffern Torschützenkönig und gewann mit Brasilien den Titel. Mit 6 Toren in 13 Spielen trug er im Vorjahr wesentlich zum Sieg des FC Santos in der Copa Libertadores, dem südamerikanischen Pendant zur Champions League, bei. Im Dezember 2011 wurde der 174 cm grosse Angreifer in Brasilien zum Fussballer des Jahres gewählt. Auch bei der Abstimmung zu Südamerikas Fussballer des Jahres 2011 fiel die Wahl auf den Jungstar.

Bis zu 10 Millionen Jahressalär

Seit 2009 hat Neymar für Santos 165 Ligaspiele bestritten und 87 Tore geschossen. Auch aktuell ist er in Topform. Beim 6:1 am Samstag gegen Ponte Preta erzielte er 2 Tore, legte zu 2 weiteren Treffern auf und war auch an den Spielzügen zu den anderen Toren beteiligt. In der Nationalmannschaft hält er bei 8 Toren in 15 Länderspielen inne. Sein Marktwert wird laut Transfermarkt.de auf 40 Millionen Franken geschätzt. Die Ausstiegsklausel soll bei 45 Millionen Euro liegen, seit Neymar im November 2011 seinen Vertrag bei Santos bis zur WM 2014 in Brasilien verlängert hat.

Chelsea, Barcelona und Real Madrid, wo er bereits einen medizinischen Untersuch absolviert hat, haben Neymar Traumofferten mit fixen Jahresgagen ohne Prämien und Werbeverträge bis 10 Millionen Euro geboten. Neymar und seine Entourage winkten (noch) ab. «Ich habe bei Santos aus Überzeugung verlängert», gab der Stürmer, der in Brasilien wie ein Popstar gefeiert wird, bekannt. «In Santos habe ich schon als kleines Kind gespielt. Hier habe ich meine Familie und meine Freunde. Die Vertragsverlängerung war ein Entscheid des Herzens.» Das mag eine Begründung sein. Eine andere ist, dass der Vereinsfussball im Land des fünffachen Weltmeisters einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Sponsoren und Privatinvestoren finanzieren die Stars.

Ob Neymar bereits in naher Zukunft nach Europa wechselt, wird sich zeigen. Heute jedenfalls, will er dem Schweizer Publikum in St.Gallen sein Können präsentieren. (si/tdb)

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