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Die Schweiz mit Frei und voll auf Angriff

Die Lage ist klar: Die Schweiz ist heute gegen Luxemburg Favorit und der Sieg absolute Pflicht. Um das Abwehrbollwerk zu überwinden, setzt Trainer Hitzfeld auf Captain Frei.

Wir sind so Frei: Der Schweizer Nati-Captain vor dem Luxemburg-Spiel
Wir sind so Frei: Der Schweizer Nati-Captain vor dem Luxemburg-Spiel
Reuters

Ottmar Hitzfeld erscheint ein paar Minuten zu spät zum Pressetermin. Nicht dass er ihn vergessen hätte, aber er hat erst noch ein Gespräch mit einem Spieler beenden müssen. Mit breitem Lachen sagt er: «Mir ist die Presse doch wichtig.»

Die erste Überraschung präsentiert er ziemlich schnell. Alex Frei darf die Mannschaft als Captain auf den Platz führen, 95 Tage nach seinem abrupten Ausscheiden aus der EM. «Wenn alles normal läuft», schiebt Hitzfeld, der gerne alle Eventualitäten berücksichtigt, zwar nach. Aber Hitzfeld hat von Frei körperlich einen so guten Eindruck gewonnen, dass er kein Risiko darin sieht, ihn nach nur drei Tests im Verein zum Comeback auf der Pflichtspielbühne zu verhelfen. Frei soll das Schweizer Spiel «mit Impulsen und guten Pässen» beleben (Hitzfeld), der Stürmer selbst würde gerne da weitermachen, wo er am 30. Mai gegen Liechtenstein aufgehört hatte: mit Toreschiessen. An den heutigen Gegner hat er beste Erinnerungen: Gegen Luxemburg bestritt er am 28. März 2001 sein erstes Länderspiel von Anfang an und garnierte es mit drei Treffern. «Ein Traum», sagt er heute.

Um Platz für Frei zu schaffen, verzichtet Hitzfeld offensichtlich auf Huggel, in Israel der zweite defensive Mittelfeldspieler neben Inler. Aus dem 4-2-3-1 wird heute ein 4-1-3-2 mit fünf offensiv ausgerichteten Kräften. Das macht deshalb Sinn, weil heute allein die Angriffsleistung der Schlüssel zum Erfolg sein wird. Hitzfeld erwartet die Luxemburger im 4-5-1, das notfalls auch zum 6-3-1 werden kann. Er hat festgestellt, dass sie am Samstag gegen Griechenland selbst beim Stand von 0:3 «unheimlich verteidigt» haben. «Sie werden ein Abwehrbollwerk aufstellen», sagt er, «und das gilt es zu knacken.»

Wie ein Plädoyer für Stocker

Nkufo behält seinen Platz im Angriff, ebenso Yakin gleich dahinter. Barnetta darf ebenfalls mit einem Einsatz rechnen, obwohl er in Tel Aviv «in der Offensive Sand im Getriebe hatte» (Hitzfeld). Der Coach baut eben auf seine Fähigkeiten im Zweikampf und seine Schnelligkeit. Barnetta dürfte anstelle Behramis nach rechts wechseln und links den Platz freimachen für Stocker. Zumindest würde nicht überraschen, wenn Hitzfeld so entschiede. «Wir brauchen mehr Spielwitz, mehr überraschende Aktionen, mehr Druck über aussen, wir müssen selbstbewusst und frech sein», sagt er. Das klingt ganz nach einem Plädoyer für den jungen Basler.

Am Ende kann jedes Tor zählen

Hitzfeld hat keine Befürchtungen, dass sein Team den Gegner unterschätzt. Dafür sei sein Charakter zu stark, schwärmt er, und noch nie habe er eine Mannschaft betreut, die so engagiert sei und so zusammenhalte. Auch das ist typisch für Hitzfeld: Bei aller Kritik, die er nach dem 2:2 von Tel Aviv angebracht hat, weiss er genau, wie er Spieler starkreden muss.

Die Schweiz ist heute Favorit, klarer Favorit. Hitzfeld wünscht sich neben dem Engagement den überzeugenden Sieg. Ein 1:0 fällt nicht in diese Kategorie, schon eher ein 5:0 wie 2001. Eines darf nicht unterschätzt werden: Am Ende der Qualifikation kann jedes Tor zählen.

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