Der kleine FC Thun liebäugelt mit dem grossen Cup-Triumph

Der FC Thun steht zum siebten Mal in den letzten 10 Jahren im Cupviertelfinal. Sportchef Andres Gerber glaubt an den Exploit.

Der FC Thun bejubelt den Sieg nach Penaltyschiessen gegen den FC Wil und träumt weiter vom grossen Erfolg.

Der FC Thun bejubelt den Sieg nach Penaltyschiessen gegen den FC Wil und träumt weiter vom grossen Erfolg.

(Bild: Keystone Gian Ehrenzeller)

Dominic Wuillemin

Gezittert habe er, sagt Thuns Sportchef Andres Gerber nach dem Einzug in den Cupviertelfinal, den die Thuner am Mittwochabend in Wil erst im Penaltyschiessen bewerkstelligen konnten. «Aber», fügt der 45-Jährige an, «nicht des Spiels, sondern der Kälte wegen.»

Es ist eine Aussage, die nach über 120 Minuten, in denen die Partie hin und her wogte, erstaunen mag. Gerber erklärt sie so: «Ich war von Beginn an ruhig. Ich wusste, es kommt gut.»

Diese Ruhe rührt von einem Sommer her, der den Thunern für einmal keinen Umbruch brachte. Der gute Saisonstart mit Rang 3 nach 12 Runden in der Super League sowie der Viertelfinaleinzug sind konkrete Folgen davon. Die Mannschaft habe sich nicht nur spielerisch, sondern auch mental weiterentwickelt, sagt Gerber.

«Wir sind überzeugt von uns selbst.» Er findet Bestätigung im Spiel gegen Wil. Als die Ostschweizer kurz nach Dejan Sorgics Führungstreffer ausglichen (76. Minute), gerieten die Oberländer nicht aus der Spur. In der Verlängerung übernahmen sie das Diktat, ihre Elfmeter verwandelten sie souverän – als gäbe es nichts Leichteres.

Der FC Wil als Beispiel

Die Thuner stehen zum siebten Mal in den vergangenen 10 Jahren im Viertelfinal. Nur einmal vermochten sie unter die letzten Vier vorzustossen, 2014, als sie dann im Elfmeterschiessen am FC Zürich scheiterten.

Gerber sagt, das Soll sei nun erfüllt, er verhehlt aber nicht, mit Grösserem zu liebäugeln. Der Sportchef sagt, den Cupsieg ins Auge zu fassen, sei nicht verwegen. «Uns fehlen noch drei Siege, gegen Gegner, vor denen wir uns nicht verstecken müssen.»

Dass ein kleiner Club den Cup gewinnen kann, bewies zuletzt Thuns Kontrahent im Achtelfinal. Der FC Wil triumphierte vor 14 Jahren, kurz darauf stieg er aus der Super League ab. Seither teilen Basel, Sion, Zürich und GC die Pokalerfolge untereinander auf.

Wobei die Walliser 2006 gar als Unterklassiger im Final die Young Boys besiegten. Gerber findet, ein Exploit im Cup würde zur Geschichte des FC Thun passen. «Mit dem Einzug in die Champions League sowie die Europa League gelang uns schon Aussergewöhnliches.» Er meint, es sei mal wieder an der Zeit.

YB trifft auf Luzern

Zuerst müssen die Oberländer nun aber die Hürde Lugano nehmen, sie empfangen die Tessiner Ende Februar in der Stockhorn-Arena. Derweil treffen die Young Boys auswärts auf Luzern.

Berner Zeitung

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