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«Der härteste und schönste Match in meinem Leben»

Der Neuenburger Charles Pickel ist nach dem verrückten Ligaerhalt von Xamax ausser sich. Aaraus Trainer Patrick Rahmen wirkt trotz schwerer Enttäuschung gefasst.

pmb
Vor dem Rückspiel waren die Vorzeichen denkbar schlecht für Neuchâtel Xamax, hatte man ja zuhause im Hinspiel 0:4 gegen den FC Aarau verloren.
Vor dem Rückspiel waren die Vorzeichen denkbar schlecht für Neuchâtel Xamax, hatte man ja zuhause im Hinspiel 0:4 gegen den FC Aarau verloren.
Peter Klaunzer, Keystone
In der Folge spielen die Neuenburger gross auf. Zur Pause führen sie bereits 3:0. Die Hoffnung auf den Ligaerhalt sind somit auf einmal wieder vollständig intakt.
In der Folge spielen die Neuenburger gross auf. Zur Pause führen sie bereits 3:0. Die Hoffnung auf den Ligaerhalt sind somit auf einmal wieder vollständig intakt.
Peter Klaunzer, Keystone
Mit dem 4:0 in der 72. Minute kann sich Xamax in die Verlängerung retten.
Mit dem 4:0 in der 72. Minute kann sich Xamax in die Verlängerung retten.
Christian Merz, Keystone
Für die Aarauer ist das ganz bitter. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit sowie kurz nach Beginn der Verlängerung scheitern die Gastgeber jeweils nur ganz knapp aus bester Position.
Für die Aarauer ist das ganz bitter. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit sowie kurz nach Beginn der Verlängerung scheitern die Gastgeber jeweils nur ganz knapp aus bester Position.
Christian Merz, Keystone
Somit bleibt es auch nach 120 Minuten beim 0:4, was das Penaltyschiessen zur Folge hat. Der Barrage-Showdown ist perfekt.
Somit bleibt es auch nach 120 Minuten beim 0:4, was das Penaltyschiessen zur Folge hat. Der Barrage-Showdown ist perfekt.
Christian Merz, Keystone
Im Penaltyschiessen behalten die Xamaxiens die Nerven. Es ist Serey Die, der schon zum 1:0 in der 20. Minute vom Punkt aus getroffen hat, der den entscheidenden Penalty zum 5:4 versenkt.
Im Penaltyschiessen behalten die Xamaxiens die Nerven. Es ist Serey Die, der schon zum 1:0 in der 20. Minute vom Punkt aus getroffen hat, der den entscheidenden Penalty zum 5:4 versenkt.
Christian Merz, Keystone
Der Frust beim FC Aarau ist nach dem Ende der Partie gross. Um ein Haar wäre der Wiederaufstieg nach vier Jahren Challenge League geglückt.
Der Frust beim FC Aarau ist nach dem Ende der Partie gross. Um ein Haar wäre der Wiederaufstieg nach vier Jahren Challenge League geglückt.
Peter Klaunzer, Keystone
Spieler versuchen sich gegenseitig zu trösten.
Spieler versuchen sich gegenseitig zu trösten.
Marc Schumacher/freshfocus
An den Aarauer-Fans lag es nicht, dass das Team nicht aufstieg.
An den Aarauer-Fans lag es nicht, dass das Team nicht aufstieg.
Marc Schumacher/freshfocus
Ganz anders die Stimmungslage bei den Neuenburgern. Trainer Stéphane Henchoz rettete das Team vor dem Abstieg und muss trotzdem gehen. Henchoz wird im Sommer Trainer bei Sion.
Ganz anders die Stimmungslage bei den Neuenburgern. Trainer Stéphane Henchoz rettete das Team vor dem Abstieg und muss trotzdem gehen. Henchoz wird im Sommer Trainer bei Sion.
Jean-Christophe Bott, Keystone
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Auf der Website des FC Aarau war ziemlich detailliert beschrieben, wie der Abend im Fall des Aufstiegs aussehen würde. Und wer zweifelte nach dem 4:0 im Hinspiel noch daran, dass es eine lange Nacht geben würde? Eine ausgiebige Aufstiegsparty?

Aber dann passiert das. 0:4 nach 90 Minuten. 0:4 nach 120 Minuten. 4:5 im Penaltyschiessen. Was für eine Wende! Was für eine unfassbare Geschichte! Xamax-Präsident Christian Binggeli wälzt sich vor Freude am Boden – sein Amtskollege Alfred Schmid hat Tränen in den Augen. «Die Spieler hätten den Aufstieg verdient», sagt er, «dass am Ende so wenig fehlt… Es ist wahnsinnig enttäuschend.» Aber er fügt auch an: «Ich bin zuversichtlich, dass wir wieder aufstehen. Und wir werden alles dafür tun, dass wir in der kommenden Spielzeit nicht mehr einen Start hinlegen wie in dieser Saison.» Zur Erinnerung: Die Aarauer reihten sechs Niederlagen aneinander, hatten nach elf Runden erst vier Punkte auf dem Konto und schafften trotzdem den Vorstoss in die Barrage.

Trainer Patrick Rahmen redet von einem «extrem bitteren» Abschluss der Barrage, davon, dass «nicht viel für uns, dafür alles für Xamax lief». Rahmen wirkt gefasst, auch in dem Moment, als er die Frage nach seiner Zukunft beantworten soll. Gerüchteweise wird er als neuer Trainer beim FC Basel gehandelt. Sein Kommentar dazu: «Ich habe keinen Kontakt mit dem FCB.»

«Nach dem 3:0 glaubten alle daran»

Und die Neuenburger? Können ihr Glück nicht fassen. Sie waren abgeschrieben nach dem desaströsen Hinspiel, aber ihr Trainer Stéphane Henchoz erinnerte seine Mannschaft daran, dass sie in der Pflicht steht, Stolz zu zeigen. Nach dem 2:0 spürte er, dass in Aarau etwas drinliegt, «und nach dem 3:0 glaubten alle daran, dass wir es packen können». Henchoz hinterlässt den Verein in der Super League, er, der nach dem 0:2 bei YB zum Auftakt ins Jahr die Verantwortung von Michel Decastel übernahm und die Neuenburger stabilisierte. Xamax war in der zweiten Saisonhälfte das viertbeste Team der Liga.

Henchoz ist in Neuenburg aber nicht mehr erwünscht. Binggeli hat sich im Frühjahr entschlossen, ihn durch den bisherigen YB-U-21-Coach Joël Magnin zu ersetzen. Henchoz hat inzwischen bei Sion unterschrieben, er lässt sich dort auf Präsident Christian Constantin ein und spricht selber von einem «Abenteuer». Aber im Herzen bleibt er mit Xamax verbunden: «Ich habe in der Schweiz bei keinem anderen Club gespielt, ich wohne in der Nähe von Neuenburg, und bei Xamax bin ich erstmals Cheftrainer geworden.»

Für Henchoz ist die Rettung eine besondere Genugtuung. Und Spieler wie Charles Pickel wähnen sich wie in einem Traum. Der Mann, der von GC an Xamax ausgeliehen ist, hat während des Penaltyschiessens Stossgebete zum Himmel geschickt. Als der fünfte Elfmeter verwertet und klar ist, dass Xamax in der Super League bleibt, sagt er: «Es war der härteste und schönste Match in meinem Leben. Nach dem Hinspiel sagten wir uns: So kann die Saison nicht zu Ende gehen. Wir haben die Wende geschafft. Es ist… Ich finde keine weitere Worte.»

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