Der FCB findet rechtzeitig seine Form

Drei Tage vor dem Champions-League-Highlight in Porto zeigt der FC Basel sein bestes Spiel in diesem Jahr. Shkelzen Gashi und Marco Streller trafen zum 3:0 gegen ein chancenloses Thun.

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Thema Nummer eins diese Woche rund um den FC Basel war Marco Streller und sein angekündigter Rücktritt im Sommer. Thema Nummer zwei bereits das Achtelfinal-Rückspiel gegen Porto vom kommenden Dienstag. Den dritten Platz teilten sich der FC Münsingen und der FC Thun. Etwas zu Unrecht, muss man nun sagen, denn wie schon die Cuppartie gegen Wohlen im Herbst könnte das 6:1 im Pokal gegen die Berner ein Basler Hoch eingeleitet haben. Die Leistung des FCB gegen Thun war seine mit Abstand beste im Kalenderjahr 2015. «Ich bin sehr sehr glücklich über das Gezeigte. Wir sind unseren besten Leistungen nahe gekommen», befindet auch Trainer Paulo Sousa.

Es dauert ein bisschen, bis die Partie Fahrt aufnahm, aber von Anfang an drückte der FCB dem Spiel den Stempel auf. «Wir haben nur versucht, zu verteidigen. Das darf man sich in Basel nicht leisten», kritisiert Thuns Trainer Urs Fischer. Die Strafe ereilt die Berner Oberländer praktisch mit dem Pausenpfiff. Nach einem Doppelpass mit Streller enteilt Gashi auf der linken Seite und erhält Schützenhilfe von einem Thuner Verteidiger, der seinem herausgeeilten Torhüter Guillaume Faivre den Ball wegspitzelt. Gashi trifft mit bewundernswerter Präzision aus ganz kleinem Winkel. Richtig Fahrt nahmen die Basler dann nach Marco Strellers 2:0 (52.) auf, das Derlis Gonzalez mustergültig vorbereitete. Nur sechs Minuten später war wiederum Gashi zur Stelle, um einen Abpraller von Faivre zum 3:0 in die Maschen zu dreschen. Thun war zu keiner Reaktion fähig sondern nur noch damit beschäftigt, eine Kanterniederlage zu verhindern.

Damit kennt der FCB definitiv nur noch ein Thema: Porto. Rechtzeitig vor dem Rückspiel sind die Basler in bester Verfassung. «Von so einem Sieg wird auch die körperliche Erholung der Spieler beschleunigt», befindet Sousa, der weiss, dass es in Porto «die bestmögliche Leistung» braucht, will man erstmals in die Viertelfinals der Champions League einziehen. Dass bei Porto Topskorer Jackson Martinez nach einer Adduktorenverletzung wahrscheinlich nicht wird auflaufen können, wird die Basler noch zusätzlich motivieren.

Das Spiel im Zeitraffer:
16. Minute: Frei dreht einen Freistoss aus rund 18 Metern über die Mauer und setzt den Ball genau ans Lattenkreuz.
27. Minute: Streller nimmt Siegfried den Ball ab und passt auf Elneny. Dieser legt mustergültig nach rechts in die Gasse für Gonzalez, dem der Ball zwar verspringt, der dann Faivre aber trotzdem überwindet. Glarner verhindert das 0:1 auf der Linie.
18. Minute: Hasler bricht rechts durch und legt zurück auf Burgmeier, der den Ball übers Tor schiesst.
39. Minute: Streller spielt Gashi schön frei, dieser lässt Glarner mit einer Körpertäuschung aussteigen und schiesst – aber genau auf Faivre.
45. Minute Gashi 1:0 Doppelpass von Gashi und Streller auf links. Faivre kommt grundlos aus dem Tor, ein Thuner Verteidiger spitzelt den Ball genau Gashi in den Lauf, der aus sehr spitzem Winkel den Ball präzis im Tor versenkt.
52. Minute Streller 2:0 Frei lanciert Gonzalez mit einem Steilpass, der scheinbar zu lange wartet. Dann aber schlägt er eine Flanke aus dem Fussgelenk genau auf Streller, der den Ball einnickt.
58. Minute Gashi 3:0 Gonzalez schiesst von der rechten Seite, Faivre pariert, lässt aber den Ball nach vorn abprallen. Gashi ist zur Stelle, der via Glarner Schienbein seinen 16. Saisontreffer erzielt.
83. Minute: Die gefährlichste Aktion des FC Thun. Rojas dringt in den Strafraum von, Vaclik wirft sich im in die Füsse und nimmt ihm den Ball ab. Munsys Nachschuss kannt der Tscheche ebenfalls abwehren.

Herausragend beim FCB:
Marco Streller. Der Bald-Fussballrentner führte ein starkes Kollektiv an und war an den meisten gefährlichen Aktionen der Basler beteiligt. Zu Buche stehen am Ende ein Assist und ein Tor. Er hat nicht zu viel versprochen, als er sagte, die Ankündigung seines Rücktritts wirke befreiend auf ihn.

Herausragend bei Thun:
Michael Siegfried. Er verhinderte mit einigen Rettungsaktionen eine noch höhere Niederlage. Die Berner Oberländer waren zwar gewohnt gut organisiert, doch in der Vorwärtsbewegung ohne Mut und Elan. bla

Verlierer des Tages:
Berat Sadik. Nun hat der lange Finne in der Torschützenliste bereits ganze sieben Treffer Rückstand auf Shkelzen Gashi.

Spielwertung:
Sehr gutes Spiel, was ausschliesslich an den Baslern lag. Sie scheinen sich ihrer Herbstform anzunähern.

Das sagten sie:
FCB-Trainer Paulo Sousa: «Ich habe es richtig genossen. Wir sind druckvoll und entschlossen aufgetreten und haben uns viele Chancen herausgespielt. Speziell freue ich mich für Marco Streller. Nach seiner Rücktrittsankündigung war umso wichtiger für ihn, dass er so stark aufgetreten ist.»
Thun-Trainer Urs Fischer: «Ich kann dem FCB nur Komplimente machen. Für uns wäre das 0:0 zur Pause wichtig gewesen. In Basel darf man mal verlieren. Entscheidend ist, welche Lehren wir daraus ziehen.»

SR: Erlachner. – Zuschauer: 26'354.

Aufstellungen: FCB:Vaclik; Xhaka, Schär, Suchy, Safari; Frei, Elneny; Derlis Gonzalez (79. Kakitani), Zuffi, Gashi (62. Hamoudi); Streller (68. Embolo). – Thun:Faivre; Glarner, Siegfried, Sulmoni, Wittwer; Hediger, Sutter (70. Munsy); Ferreira (62. Alexander Gonzalez), Karlen (59. Frontino), Rojas; Sadik. – FCB ohne Ivanov (rekonvaleszent) und Delgado (krank), Thun ohne Causi, Reinmann, Schindelholz, Schirinzi und Zino (alle verletzt). – 16. Freistoss von Frei ans Lattenkreuz.

Karten. Gelb: 39. Ferreira (Foul). 42. Xhaka (Foul).

So geht es weiter: Der FCB spielt am Dienstag im Champions-League-Achtelfinal gegen Porto und fährt am kommenden Sonntag nach St. Gallen, Thun empfängt am Samstag GC.

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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