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Der FC Thun ohne das gewisse Etwas

Der FC Thun bleibt auch im zweiten Spiel sieglos. Nach der 1:2-Niederlage beim FC Zürich suchen die Oberländer nach Antworten.

Auweia! Thuns Goalie Francesco Ruberto muss einen harmlosen Kopfball von Michael Frey zum 1:1 passieren lassen.
Auweia! Thuns Goalie Francesco Ruberto muss einen harmlosen Kopfball von Michael Frey zum 1:1 passieren lassen.
Keystone
Langt sich an den Kopf: Thun-Trainer Marc Schneider.
Langt sich an den Kopf: Thun-Trainer Marc Schneider.
Keystone
Sangone Sarr (links) im Zweikampf mit Dejan Sorgic.
Sangone Sarr (links) im Zweikampf mit Dejan Sorgic.
Keystone
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Es ist zweieinhalb Monate her, da erlebte Dejan Sorgic den vielleicht grössten Moment seiner Karriere: Beim 3:3 in Basel er­zielte der Thuner Stürmer einen Hattrick, es waren seine Saisontreffer 13, 14 und 15. Der 27-Jährige, der im Jahr zuvor noch in der Promotion League für Kriens gespielt hatte, gehörte plötzlich zu den besten Torschützen der Liga. «Das ist ein sehr spezieller Tag für mich», sagte er damals.

Der 14. Mai 2017 scheint lange her. Am Sonntagnachmittag steht Sorgic nach der 1:2-Niederlage in den Katakomben des Letzi­grunds. Er hat seit dem denk­würdigen Tag in Basel nicht mehr getroffen, saisonübergreifend in sechs Super-League-Partien nacheinander. Der letztjährige Topskorer ist die Personifizierung der Thuner Defizite: Gegen den FCZ machte er vieles richtig. Er bereitete in der 12. Minute die grosse Gelegenheit von Marvin Spielmann herrlich vor, er spielte den Pass zum 1:0 von Matteo Tosetti (35.).

Ja, Sorgic zeigte eine ansprechende Darbietung. Doch als sich ihm selbst die Chance ge­boten hatte, verzog er einmal, einmal vertändelte er den Ball im Strafraum. Die letzte Aktion, sie wollte Sorgic und seinen Teamkollegen wie schon in der Vorwoche gegen Sion selten gelingen. «Wir agieren zu über­hastet», sagt Sorgic und fordert: «Wir müssen im Angriffsdrittel mehr Ruhe bewahren.»

Die Frage nach Fassnacht

21 Stunden zuvor am gleichen Ort, Letzigrund, Mixed Zone. Beim 4:0-Sieg von YB bei GC hatte der letztjährige Thuner Christian Fassnacht mit zwei Toren und einer Vorlage überragt, er war nach der Partie der gefragte Mann. Wäre er auch die Antwort auf die Oberländer Probleme? Fassnacht sei natürlich ein Topspieler, sagt Sorgic. «Aber es wäre zu einfach, unsere Situation mit seinem Abgang zu erklären. Wir sind ein Team.»

Für Fassnacht spielt auf dem linken Flügel Marvin Spielmann. Der schnelle Winterzugang war wie schon gegen Sion einer der auffälligsten Thuner, er suchte oft die Tiefe, dribbelte, suchte den Abschluss. Aber mehr als einmal traf er die falschen Ent­scheidungen. «In unserem Spiel fehlt noch etwas», sagt Tosetti, der auf der rechten Seite eine starke erste Halbzeit gezeigt ­hatte.

Was genau, vermag der Tessiner aber auch nicht zu sagen. So sind die Oberländer, die vor der Partie im Stau gestanden hatten (das Spiel begann deshalb mit einer viertelstündigen Verspätung), Suchende. Ihre Darbietungen erinnern an den Beginn der letzten Saison, als Aufwand und Ertrag wegen mangelnder Chancenauswertung nicht übereingestimmt hatten.

Zwei Tore, ein Schema

Neben fehlender Abgebrühtheit offenbarten die Thuner vor 10 191 Zuschauern zudem Mängel bei hohen Bällen. Michael Frey erzielte kurz nach der Pause den Ausgleich mit einem eigentlich harmlosen Kopfball nach einem Einwurf. Goalie Francesco Ruberto war zuvor auf der Linie ausgerutscht. In der 73. Minute traf Alain Nef mit einem Kopfball die Latte. Zwei Minuten später kam der routinierte Verteidiger erneut nach einem Corner zu einer Chance. Und diesmal war er mit dem Kopf erfolgreich. «So zu verlieren, ist bitter», sagt Tosetti. ­Allerdings war der FC Thun in der zweiten Halbzeit lange unterlegen, der Sieg des FCZ nicht unverdient.

15 Jahre danach

Erstmals seit 2002 hat der FC Thun die ersten zwei Partien in der Super League verloren. Er mache sich dennoch keine Sorgen, sagt Matteo Tosetti. «Vieles ist schon gut. Jetzt müssen wir weiter arbeiten. Dann werden wir auch zu unseren Punkten kommen.»

Nächster Gegner ist am Samstag in der Stockhorn-Arena der FC Basel. Zumindest Dejan Sorgic verbindet mit dem Meister schöne Erinnerungen.

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