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«Einigen Schiedsrichtern fehlt das taktische Verständnis»

Der frühere Berner Unparteiische Cyril Zimmermann (41) betreut die teilprofessionalisierten Schiedsrichter. Er sagt, worüber er sich zuletzt ärgerte. Und welche Verbesserungen er erwartet.

Der frühere Berner Schiedsrichter Zimmermann (links) an der Medienkonferenz im Stade de Suisse.
Der frühere Berner Schiedsrichter Zimmermann (links) an der Medienkonferenz im Stade de Suisse.
Keystone

Wären Sie gern ein paar Jahre jünger, damit Sie auch von den neu geschaffenen Strukturen profitieren könnten?

Cyril Zimmermann: Ich arbeitete nebst der Tätigkeit als Schiedsrichter 100 Prozent bei einer Bank. Zudem habe ich eine Familie. Der grosse Zeitaufwand war der Hauptgrund für meinen Rücktritt 2012. Insofern ja.

Sie sind seit dem 1. Dezember 100 Prozent beim Verband als Elite Referee Manager angestellt. Wie muss man sich Ihre Tätigkeit vorstellen?

Ich will an jedem Spieltag einen Match live verfolgen, von den restlichen Partien möchte ich sämtliche relevanten Szenen sehen. Danach werde ich den Schiedsrichtern und ihren Assistenten Feedbacks geben.

Was noch?

Wir werden künftig regelmässig Kurse durchführen, an denen die Schiedsrichter am Morgen gemeinsam trainieren, am Nachmittag Spielgeschehnisse aufarbeiten. Und ich bin Teil des Teams, das entscheidet, ob ein Schiedsrichter in der höchsten Kategorie verbleibt oder den Status des Halbprofis verliert.

Die sieben Schiedsrichter und sechs Assistenten haben vorerst eine Jobgarantie von zwei Jahren. Wie geht es danach ­weiter?

Danach werden wir jährlich ihren Status evaluieren. Uns war wichtig, dass sie zu Beginn über ei­ne Sicherheit verfügen. Schliesslich senken die Schiedsrichter in ihren angestammten Berufen das Pensum.

Wie ergaben sich die 50 Prozent?

An einem Spieltag ist ein Schiedsrichter voll absorbiert, das macht schon 20 Prozent. 20 Prozent braucht er für das Training, 10 für die Vor- und Nachbearbeitung der Spiele.

Was erhoffen Sie sich für ­Verbesserungen von der ­Teilprofessionalisierung?

Wir hatten zuletzt oft Verletzte zu beklagen, das sollte besser werden. Zudem fehlt bei einigen Schiedsrichtern das taktische Verständnis. Sie waren bis anhin zu wenig gut auf einzelne Mannschaften eingestellt. Das regte mich zuweilen sehr auf.

Was meinen Sie konkret?

Jede Mannschaft hat gewisse Spieler, die dem Schiedsrichter das Leben schwermachen. Wenn solche Spieler ungeahndet davonkommen, habe ich Mühe. Zumal der Fan diese Spieler kennt. Dann sollte sie auch der Schiedsrichter kennen.

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