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Cancellara: «Das ist ein bizarrer Tag für den Radsport»

Fabian Cancellara und weitere Berufskollegen fanden, dass das Urteil des Lausanner Sportgerichts gegen Alberto Contador einem schlechten Tag für den Radsport gleichkäme.

Tempi passati: Leader Fabian Cancellara und Alberto Contador auf gemeinsamer Fahrt während der 6. Etappe der Tour de France 2010.
Tempi passati: Leader Fabian Cancellara und Alberto Contador auf gemeinsamer Fahrt während der 6. Etappe der Tour de France 2010.
Keystone

Das dänische Team Saxo Bank hüllte sich zur Dopingsperre für seinen spanischen Captain Alberto Contador vorerst in Schweigen. Teamsprecher Anders Damgaard sagte der Nachrichtenagentur Ritzau in Kopenhagen: «Wir brauchen Zeit für ein genaueres Studium, ehe wir das kommentieren.» Der Teamchef und frühere Tour-de-France-Sieger Bjarne Riis äusserte sich überhaupt nicht. Auch auf der eigenen Internetseite ging das Team Saxo Bank heute mit keinem Wort auf die Sperre durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS ein.

Der Luxemburger Andy Schleck, der am «grünen Tisch» zum Gesamtsieg in der Tour de France 2010 gelangte: «Es gibt keinen Grund, jetzt glücklich zu sein. In erster Linie fühle ich mit Alberto. Ich habe immer an seine Unschuld geglaubt. Es handelt es sich um einen sehr schlechten Tag für den Radsport. Die einzigen positiven Nachrichten bestehen darin, dass nach 566 Tagen der Ungewissheit endlich ein Urteil gefallen ist. Ich vertraue dem Schiedsgericht, dass es nach dem Studium von 4000 Seiten alle Argumente in die Entscheidungsfindung einbezogen hat. Mein Ziel lautet, die Tour de France auf einem sportlichen Weg zu gewinnen. Sollte mir dies im Juli dieses Jahres gelingen, würde ich dies wie meinen ersten Triumph betrachten.»

Spanischer Zorn

Der Italiener Michele Scarponi, anstelle von Contador Sieger des Giro d'Italia 2011: «Zusammen mit meinem Team Lampre anerkenne ich das Urteil des Schiedsgerichts. Aus menschlicher Sicht tut es mir leid für Alberto. Das Verdikt ändert nichts am Wert der von mir erzielten Ergebnisse und an meinen Zielen.» Oscar Pereiro (Sp), Sieger der Tour de France 2006 nach der Disqualifikation des Amerikaners Floyd Landis, kritisierte: «Zwei Jahre Sperre gegen Alberto Contador, und im Urteil steht, dass Doping nicht nachgewiesen werden konnte? Von welchem Niveau ist ein solches Schiedsgericht? Schon Alejandro Valverde wurde ohne Nachweis gesperrt. Wahrscheinlich verbünden sich alle gegen uns Spanier...»

Fabian Cancellara fand: «Das ist ein bizarrer Tag für den Radsport und ein schlechter Tag für den Sport im allgemeinen. Es ist bedauerlich, dass so viel Zeit vergehen musste, um zu einem Verdikt zu gelangen.» Der Belgier Eddy Merckx, erfolgreichster Radsportler aller Zeiten, zeigte sich enttäuscht: «Dem Radsport wurde ein Bärendienst erwiesen. Ich wünschte mir, in anderen Sportarten würde ebenso peinlich genau nach kaum nachweisbaren Spuren von Clenbuterol gesucht...»

si/fal

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