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Blatter und der Freiheitskämpfer

Warum portiert der Fifa-Präsident den als integer geltenden Südafrikaner Tokyo Sexwale?

Vom Häftling zum Fifa-Chef? Tokyo Sexwale soll Chancen auf die Blatter-Nachfolge haben.
Vom Häftling zum Fifa-Chef? Tokyo Sexwale soll Chancen auf die Blatter-Nachfolge haben.
Keystone

Sein Name klinge nach Federboa-DJ im New Yorker Studio 54, findet das Fussballmagazin «11 Freunde». Tokyo Sexwale ist aber durchaus keine Kuriosität des frivolen Nachtlebens, sondern einer, dem weite Kreise zutrauen, die Fifa reformieren zu können. Der 1953 geborene Südafrikaner gilt als kompetent und gut vernetzt, vor allem aber als integer. «Ich bin sicher, dass der DFB ihn bei einer Kandidatur unterstützen würde», sagt Franz Beckenbauer, die Lichtgestalt des deutschen Fussballs. Lob für den Mann, der seine Kandidatur noch gar nicht angemeldet hat, gibts auch von Amtsinhaber Sepp Blatter.

Sexwale, der einst in Südafrika gegen die Apartheid kämpfte, eine Guerilla-Ausbildung in der Sowjetunion absolvierte und 13 Jahre zusammen mit Nelson Mandela als Häftling auf der Gefängnisinsel Robben Island verbrachte, leitet derzeit ein Komitee für die Fussballbeziehungen zwischen Israel und Palästina. Diesem gehört auch Blatters ehemaliger Berater Jérôme Champagne an, was dem Journalisten und Fifa-Kritiker Thomas Kistner gar nicht behagt. Kistner vermutet, Blatter setze sich für Sexwale und Champagne ein, weil er unter deren Ägide nach dem Ende der Präsidentschaft weiter ein Ehrenamt im Fussball-Weltverband bekleiden könnte.

Fifa-Insider erwarten, dass schon heute Freitag der Entscheid fällt, ob Blatter für 90 Tage von seinem Amt suspendiert wird oder nicht. Gestern wies der Walliser erneut Berichte über seine Kaltstellung zurück. Die Richterkammer des Fussball-Weltverbands tagt seit Montag. Die Bundesanwaltschaft hat am 24. September ein Strafverfahren gegen Blatter eröffnet, sie wirft ihm das Unterschreiben eines unvorteilhaften Vertrags und eine «treuwidrige Zahlung» von zwei ­Millionen Franken an Michel Platini vor.

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