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Berner Freude, Thuner Fluch

YB gewinnt beim FC Thun mit 3:0. Damit gestalten die Stadtberner auch das vierte Aufeinandertreffen mit den Oberländern in dieser Saison siegreich.

Freude bei den Young Boys: Leonardo Bertone, Scott Sutter und Sékou Sanogo (von links) freuen sich über den Sieg gegen Kantonsrivale Thun.
Freude bei den Young Boys: Leonardo Bertone, Scott Sutter und Sékou Sanogo (von links) freuen sich über den Sieg gegen Kantonsrivale Thun.
Andreas Blatter
Viertes Berner Derby, vierter Sieg: Guillaime Hoarau, Sekou Sanogo und Raphael Nuzzolo haben Grund zum Jubeln.
Viertes Berner Derby, vierter Sieg: Guillaime Hoarau, Sekou Sanogo und Raphael Nuzzolo haben Grund zum Jubeln.
Keystone
Die Vorentscheidung: Sékou Sanogo(rechts) trifft zum 2:0. Die Thuner Marco Bürki, Fulvio Sulmoni und Denis Hediger (von links) in der Zuschauerrolle.
Die Vorentscheidung: Sékou Sanogo(rechts) trifft zum 2:0. Die Thuner Marco Bürki, Fulvio Sulmoni und Denis Hediger (von links) in der Zuschauerrolle.
Keystone
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Weder Thun noch die Young Boys hatten am Mittwochabend die Möglichkeit, mit Vollerfolgen platzmässig noch grosse Sprünge in der Tabelle zu machen. YB gewann das Derby schlussendlich kompromisslos mit 3:0 und hat nun, nach der letzten Partie der Saison, 69 Zähler auf dem Konto. Damit wurde die Ausbeute von letzter Saison um drei Punkte übertroffen. Dass es für viele Spieler ein spezieller Abend werden würde, war bereits vor der Partie klar. Für Marco Rojas, Andreas Wittwer, Gonzalo Zarate und Sandro Wieser war es das letzte Spiel für Thun, bei YB galt selbiges für Raphael Nuzzolo. Von diesen Akteuren begannen am Mittwoch lediglich Nuzzolo und Zarate, Rojas sass zunächst auf der Bank, Wittwer und Wieser sind verletzt.

Als Captain verabschiedet

Als Dank erhielten jene Thuner das obligate Blumenbouquet. Auch Nuzzolo blieb nicht ohne Ehrerweisung: Er durfte YB als Captain aufs Feld führen.

Trotz der sportlich unspektakulären Ausgangslage sollte das gestrige Derby wenigstens eine Frage klären: Holt sich Guillaume Hoarau die Auszeichnung des besten Torschützen der Liga? Und um es vorwegzunehmen: Er schaffte es nicht. Der YB-Topskorer, der fast die gesamte Vorrunde verletzt gefehlt hatte, traf «lediglich» einmal.

Die Young Boys waren mit der Gewissheit in die Partie gestartet, dass ihnen Jan Lecjaks diesmal nicht die Party vermiesen konnte. Der Tscheche, der am Sonntag gegen Basel (2:3) einen rabenschwarzen Tag eingezogen hatte, fehlte aufgrund einer Gelbsperre. Aber sorgen mussten sich die Stadtberner gegen Thun ja ohnehin nicht. Auf den Oberländern scheint ein Fluch zu lasten. Denn Thuner Niederlagen in Berner Derbys werden Gewohnheit. In allen vier Aufeinandertreffen zogen die Oberländer diese Saison den Kürzeren. Ihren letzten Vollerfolg gegen den Rivalen realisierten sie im Dezember 2013.

Auch im gestrigen Derby war die Suppe spätestens nach Hoaraus 3:0 in der 71. Minute gelöffelt. Trotz mehrerer Grosschancen, insbesondere vom in der ersten Halbzeit omnipräsenten Ridge Munsy, schaffte es Thun nicht, den Ball im Tor unterzubringen. «In der ersten Halbzeit war Thun für mich die bessere Mannschaft», sagte YB-Trainer Adi Hütter. Entgegen dem Spielverlauf war es aber Scott Sutter, der nach 19 Minuten YB in Führung brachte. Der Pass kam von Nuzzolo, der bei seinem letzten Auftritt im YB-Dress auch den Corner zum 2:0 schlug und selbst einmal die Latte traf.

YB weiss, wies geht

In der zweiten Hälfte gab dann aber YB endgültig den Takt an. Die viertelstündige Pause reichte Thuns Trainer Jeff Saibene offenbar nicht, den YB-Fluch mittels Moralpredigt aufzuheben. Bereits zehn Minuten nach der Pause doppelte Sékou Sanogo für YB nach. Anders als die Thuner, die im ersten Durchgang mehrmals gescheitert waren, trafen die Stadtberner das Tor auch trotz Sünden im Abschluss. «Ein Fluch ist es für mich nicht», sagte Saibene, «vielmehr zeugt es von der offensiven Qualität der Young Boys.»

Einziger Wermutstropfen aus YB-Sicht war das Scheitern Hoaraus, der fast die gesamte Vorrunde ausgefallen war, im Angriff auf die Krone des besten Torjägers, die sich Munas Dabbur (GC) sicherte. Bleibt Hoarau fit, ist er nächste Saison ein sehr heisser Anwärter auf diese Auszeichnung.

Thuns Trainer Jeff Saibene muss im Sommer ein Rezept gegen YB finden. Immerhin ist klar, dass Berner Derbys auch nächstes Jahr stattfinden werden. Mit oder ohne Fluch. Ein Blick nach Zürich zeigt: Selbstverständlich ist das nicht.

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