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Basel sucht die Topform

Ein Sieg heute Abend (20.45 Uhr) über Benfica Lissabon – und die Basler haben in der Champions League gute Aussichten auf den 3. Platz.

Nachdenklich: Basel-Coach Raphael Wicky.
Nachdenklich: Basel-Coach Raphael Wicky.
Keystone

Die letztjährige Kampagne des FC Basel in der Königsklasse war eine Enttäuschung. Sie begann mit einem 1:1 zu Hause gegen ­Ludogorez Rasgrad. Am Ende schauten aus sechs Spielen mickrige zwei Punkte heraus. In diesem Jahr hat es mit der erwartbaren Niederlage gegen Manchester United angefangen. Das 0:3 sorgte nicht für den Weltuntergang – aber halt auch nicht für Euphorie. Doch das kann sich schon heute Abend ändern, dem FC Basel bietet sich eine Riesenchance. Denn der Spielplan und vor allem ein Resultat aus der ersten Runde sorgen für zusätzliche Dramaturgie in dieser Gruppe A.

Überraschend hat Benfica Lissabon vor 14 Tagen das Heimspiel gegen ZSKA Moskau verloren. Der Favorit tauchte gegen den Vertreter aus dem vierten Lostopf. Was zur Folge hat, dass die Portugiesen heute unter Druck stehen. Verlieren sie auch in Basel, stehen sie weiter mit null Zählern da – und treten in den nächsten beiden Runden im Oktober zweimal gegen den Riesen Manchester United an, wo sich das Punktekonto garantiert nicht im Liegestuhl äufnen lässt.

Portugiesischer Aderlass

Den Baslern dagegen böte sich nach einem Sieg über Benfica die Chance, in den beiden Duellen gegen ZSKA Moskau nachzu­legen. Vor allem im Heimspiel gegen die Russen sollte für die Rot-Blauen etwas drinliegen – und dann wäre der dritte Platz in der Gruppe greifbar. Der FCB würde europäisch überwintern. Und hätte eines seiner Saisonziele erreicht. Für den Pessimisten hat es in diesen Gedankengängen etwas viele Wenn und Aber. Dennoch sagt Trainer Raphael Wicky: «Das Team weiss, welche Chancen sich mit einem Sieg eröffnen.»

Doch wie stark ist dieses Benfica wirklich? Der Double-Sieger ist die neue Starfabrik Europas, er verkauft mittlerweile noch mehr Spieler gewinnbringend als der bisherige Branchenprimus FC Porto. Der alljährliche Aderlass dünnt die Mannschaft aus. Es sagt doch schon einiges aus, wenn Haris Seferovic als neuer König im Benfica-Sturm gefeiert wird. Natürlich ist der Schweizer Nationalspieler in guter Form. Aber er gilt nicht als erster Anwärter auf Europas Torjägerkrone.

Raphael Wicky hat bei Benfica einen Fussball festgestellt, der auf Ballbesitz und Dominanz ausgerichtet ist. Gegen ZSKA Moskau hatten sie 73 Prozent Ballbesitz – ein fabelhafter Wert. Dennoch verloren sie 1:2. Die Logik des Fussballs. Und der FCB? Der knappe 1:0-Sieg im Klassiker gegen Zürich war Nervennahrung für strapazierte Seelen. «Wir haben Leidenschaft gezeigt», sagt Flügelstürmer Renato Steffen, «aber nun müssen wir wieder unsere alte Form finden. Damit die Fans jenen FCB sehen, den alle sehen wollen.» Das Team sei noch nicht in Topform, sagt Steffen. Er selbst wartet weiter auf sein erstes Saisontor. Da und dort ist aus der Mannschaft zu hören, dass einige Spieler in den letzten Wochen zu sehr an sich selbst und zu wenig ans Team ­gedacht haben. Doch eine Egoismusdebatte kann im Joggeli keiner brauchen, am wenigsten ­Wicky. Er sagt: «Es ist unser Anspruch, eine Topleistung abzurufen. Wir wollen europäisch überwintern.»

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