YB-Leihgabe startet durch

Miguel Castroman galt als grösstes Talent im YB-Nachwuchs. Beim FC Schaffhausen blüht die Berner Leihgabe endlich auf. Am Samstag gastiert der 22-jährige Offensivakteur im Sechzehntelfinal des Schweizer Cups beim FC Münsingen.

Alles gut: Die YB-Leihgabe Miguel Castroman (links) bejubelt mit dem früheren GC-Spieler Yassin Mikari einen Treffer des FC Schaffhausen.

Alles gut: Die YB-Leihgabe Miguel Castroman (links) bejubelt mit dem früheren GC-Spieler Yassin Mikari einen Treffer des FC Schaffhausen. Bild: Freshfocus

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Die Zahlen machen Miguel Cas­troman stolz: Mit 5 Toren und 4 Assists in 7 Spielen der Challenge League für den FC Schaffhausen ist er der beste Skorer der bei­den höchsten Schweizer Ligen. «Das ist ein neues Gefühl für mich. Ich geniesse es», sagt die 22-jährige YB-Leihgabe. «Aber ich weiss», schiebt der Offensivakteur pflichtbewusst nach, «das Schwierigste ist, die Leistungen zu bestätigen.»

Castromans Höhenflug ist ei­ne Momentaufnahme, einerseits. Anderseits lässt sich festhalten, dass er derzeit das Potenzial abzurufen scheint, das ihm seit Kindstagen attestiert wird.

In der Warteschlange

Schon vor Jahren war aus dem Umfeld der Young Boys zu hören, dass im Nachwuchs einer nach­rücke, aus dem mal was Grosses werden könne. Frühere Teamkollegen bezeichneten ihn als den Begabtesten unter ihnen. In der U-21 war er lange die jüngste Stammkraft. Castroman fällt mit Ballfertigkeit und Übersicht auf, eine Nummer 10 mit linkem Fuss. Es sind Attribute, welche die Fantasie der Fans befeuern.

Doch während einem nach dem anderen aus den starken Berner Jahrgängen 1994 und 1995 der Sprung in die Super League gelang, kam Castroman nicht voran. Bis heute kann er nur 92 Minuten Einsatzzeit in der Super League vorweisen. Es bringe nichts, sich mit anderen zu vergleichen, findet er. «Wir haben ­alle eigene Geschichten.» Seine handelt davon, wie steinig der Weg nach oben sein kann. Und: dass es mehr braucht als Talent.

Yakins Abgang als Dämpfer

Wenn Miguel Castroman darüber nachdenkt, warum etliche seiner Weggefährten weiter sind als er, kommt er auf eine Verletzung zu sprechen, die ihn vor drei Jahren monatelang ausfallen liess. In einer wichtigen Phase, wie er meint. Womöglich verfügte er da auch noch nicht über die körperlichen Voraussetzungen, um den Erwachsenen standzuhalten. Heute wirkt der schwei­zerisch-spanische Doppelbürger deutlich kräftiger. Vielleicht brauchte er aber auch nur einen Trainer, der wusste, wie er Castroman einsetzen muss.

Nach eineinhalb Jahren beim FC Wohlen, wo er meist im zentralen defensiven Mittelfeld agierte, folgte er im Sommer dem Lockruf von Murat Yakin. Der Basler Meistertrainer sah für Castroman im Fünfermittelfeld der Schaffhauser eine zentrale offensive Rolle vor. Doch der Erfolgscoach ist nicht mehr da, Ende August übernahm er die Grasshoppers. Der Abgang Yakins habe ihn getroffen, gibt Castroman zu. «Bisher habe ich nur erlebt, dass Trainer bei Misserfolg gehen müssen.» Aber so sei der Fussball nun mal, findet der gelernte Kaufmann.

Der neue Trainer Boris Smiljanic, wie Yakin einst Verteidiger, verfüge zwar über eine andere Philosophie, sagt Castroman. «Ich bin aber überzeugt, dass wir unseren guten Saisonstart bestätigen können.» Im ersten Spiel ohne Yakin unterlag Schaffhausen am Sonntag beim Dritten Servette 2:3, Castroman bereitete einen Treffer vor. Die Nordostschweizer sind Erster, punktgleich mit Xamax. «Es gefällt mir super hier», sagt Castroman, dessen Leihvertrag bis Ende Saison datiert ist. Was danach kommt, damit will er sich vorerst nicht befassen.

Kein Kontakt mit YB

Auf eine allfällige Rückkehr zu YB angesprochen, wo er einen Kontrakt bis 2019 besitzt, meint Miguel Castroman, sein Ziel sei es, mit Freude Fussball zu spielen. Will heissen: Das muss nicht unbedingt in Bern sein. Mit den Young Boys habe er derzeit keinen Kontakt, sagt er. Das sei auch nicht nötig. «Schliesslich wissen sie ja, dass ich meinen Job gewissenhaft erledige.»

Seine Zahlen belegen dies eindrücklich. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.09.2017, 09:43 Uhr

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Welche Berner Amateurmannschaft hat in der jüngsten Vergangenheit im helvetischen Cup die grössten Stricke zerrissen? Es ist definitiv der Promotionsligist Köniz. In den letzten fünf Jahren preschten die Berner Vorstädter immer mindestens bis in die Achtelfinals des Wettbewerbs vor, sorgten für etliche Überraschungen. Auch in der letzten Spielzeit stand der FCK vor einem Coup, scheiterte jedoch nach grossem Kampf im Achtelfinal im Elfmeterschiessen am Superligisten FC Luzern.

Eine Saison vorher hatten die Könizer sogar im Cup (unter anderem nach einem 3:1-Sieg über die Grasshoppers) überwintert. Sie wurden damals im Viertelfinal auswärts vom Superligisten ­Lugano in der Verlängerung in die Schranken gewiesen.

Am Sonntag (14.30 Uhr, Sportplatz Liebefeld) bietet sich den Vorstädtern die Chance, sich für die Niederlage im Tessin zu revanchieren. Allerdings gab es beim FCK in den letzten Tagen Unruhe zu beklagen. Nach der 0:7-Kanterniederlage im Meisterschaftsspiel in Nyon trat Bernard Pulver von seinem Posten als Trainer zurück. «Freiwillig», wie der ehemalige YB-Goalie, der dem Verein auch als Präsident vorsteht, betont. Eine Chance für Köniz könnte derweil der Reisestress sein, dem die Luganesen in dieser Woche wegen ihres Engagements in der Europa League ausgesetzt waren. Erst gestern kamen sie von ihrem strapaziösen Trip nach Israel zurück.lüp

FC Biel

Kaum hatte Murat Yakin sein Debüt als GC-Trainer erfolgreich hinter sich gebracht, sinnierte der ehemalige Nationalspieler schon über die Wichtigkeit des nächsten Spiels. «Der Cup bietet uns die Möglichkeit, in dieser Saison doch noch um einen ­Titel zu kämpfen und in der nächsten Saison sogar europäisch zu spielen. Wir werden deshalb mit Sicherheit keine Experimente eingehen, zumal ich gewillt bin, dass die Akteure das neue Spielsystem in Ernstkämpfen festigen können», ­sagte Yakin letzte Woche nach dem 3:2-Sieg der Zürcher in der Meisterschaft gegen Sion, als er von einem Fernsehreporter zu den Ambitionen von GC im Cup befragt wurde.

Das sind keine guten Neuigkeiten für den interregionalen 2.-Ligisten FC Biel, der sich als Berner-Cup-Sieger für den helvetischen Cup qualifizieren konnte und am Sonntag (15.30 Uhr, Tissot-Arena) versuchen wird, den favorisierten Grasshoppers ein Bein zu stellen.

Für die Seeländer ist es auch eine Art Rückkehr auf die grosse Fussballbühne nach dem Zwangsabstieg 2016 aus der Challenge League und dem Neuanfang in der regionalen 2. Liga, welcher sogleich im Aufstieg mündete. «Wir haben alle Informationen zu Biel gesammelt, werden uns nicht überraschen lassen», erklärte Yakin. Daher dürfte der neue GC-Coach wissen, dass die Bieler über ein für die Verhältnisse der interregionalen 2. Liga überdurchschnittlich starkes Team mit guten ­Individualisten verfügen. In der Meisterschaft belegt das Aufstiegsteam von Coach Kurt Baumann nach fünf Runden Rang 1. Wettbewerbsübergreifend sind die Seeländer seit dem Zwangsabstieg respektive 32 Spielen ­ohne Niederlage. Auch das dürfte Murat Yakin wissen.lüp

FC Münsingen

Alle Jahre wieder beissen sich viele Gegner am FC Münsingen regelrecht die Zähne aus. Wer schon gegen die zähen und kampfstarken Aaretaler gespielt hat, weiss auch, warum: Die Equipe von Kulttrainer Kurt Feuz ist das Paradebeispiel eines starken Kollektivs, welches durch taktische Sicher­heit und Disziplin auf dem Rasen besticht. Jeder Spieler weiss genau, welche Aufgaben er wo auf dem Feld zu erledigen hat. Starallüren oder negative Körpersprache sind bei den Münsinger Fussballern praktisch nie auszumachen, zudem spielen die meisten Akteure seit mehreren Jahren zusammen.

Entsprechend konstant und eingespielt agieren die Aaretaler. Auch in dieser Saison haben sie in der 1. Liga hervorragend begonnen, obschon mit Abwehrchef Silvan Aegerter ein absoluter Schlüsselspieler den FCM verlassen hatte sowie Topskorer und Captain Patric Gasser die ersten Saisonpartien verletzungsbedingt nicht bestreiten konnte. Dennoch belegt Münsingen in der Gruppe 2 nach sechs Runden den zweiten Platz.

Das Team ist nach vier Siegen und zwei Remis nach wie vor ungeschlagen, hat überdies am zweitwenigsten ­Tore von allen 42 Erstligamannschaften erhalten. In dieser Form wird der FCM auch im Cupspiel gegen Schaffhausen, Tabellenführer der Challenge League (Samstag, 17.30 Uhr, Sportplatz Sandreutenen), nicht ohne Chance sein. «Wir glauben auf jeden Fall an einen Sieg», sagt Offensivkraft Luca Lavorato, der in dieser Saison vier Tore in der Meisterschaft erzielt hat. «Natürlich darf Schaffhausen nicht den besten Tag erwischen, und wir müssen einen sehr guten Tag haben. Aber die Chancen sind da», konstatiert Lavorato. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich ein Favorit an den Münsingern die Zähne ausbisse.lüp

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