YB hält Verfolger Basel auf Distanz

Basel und YB spielen Unentschieden. Der FC Zürich gewinnt zuhause gegen Xamax. Thun und Luzern spielen 1:1.

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In der 25. Super-League-Runde holen der FC Basel und der designierte Meister YB mit einem 2:2 je einen Punkt in einem Schlagerspiel, das den Ausgang der Meisterschaft nicht mehr beeinflussen dürfte.

Die über 28'000 Zuschauer im St.-Jakob-Park sahen einen Match, der einerseits umkämpft war - zu gross ist die Rivalität unter den besten zwei Schweizer Mannschaften -, andererseits aber etwas von einer Exhibition hatte. Gute Unterhaltung war es allemal. Die Young Boys waren zuletzt näher am Sieg. Ein Kopfball von Christian Fassnacht, gegen den Goalie Jonas Omlin nichts hätte ausrichten können, landete nach 84 Minuten an der Latte.

YBs Torgarantie hält an

Für die Basler und ihren Trainer Marcel Koller war es wichtig zu sehen, dass sie in dieser Saison erstmals in einem Match gegen YB in der zweiten Halbzeit nicht inferior waren - wie im Herbst beim 1:7 in Bern und beim 1:3 in Basel. Und Basel ist erst die dritte Mannschaft (nach Zürich und Thun), die den Bernern daheim ein Unentschieden abringt. Die Auswärtsbilanz der Berner in der Meisterschaft ist tatsächlich imposant: zehn Siege, drei Remis, keine Niederlage.

Die Young Boys haben unterdessen in 56 Meisterschaftsspielen in Folge immer mindestens ein Tor erzielt. Die Basler sind in dieser Sparte auch schon bei 36 Spielen angelangt; zu ihrer eigenen Bestleistung aus den Jahren 2005 und 2006 fehlen ihnen noch fünf Spiele mit je mindestens einem Torerfolg. Die statistischen Werte deuten auf die Offensivstärken beider Mannschaften hin - und tatsächlich blieben sie den Fans von Anfang an nichts schuldig.

Nsame-Doppelpack kurz vor der Pause

Basel ging mit einem kuriosen Tor verdientermassen in Führung. Nach einem Corner wehrte Goalie David von Ballmoos einen wuchtigen Kopfball von Fabian Frei mit einer tollen Parade zur Seite ab. Der Ball traf aber Michel Aebischer, der beim Pfosten abgesichert hatte, und prallte vom Oberkörper des Freiburgers ins Tor. Es schien, als würden die Berner im fünften Spiel in Folge kein Tor in der ersten Halbzeit erzielen. Aber Jean-Pierre Nsame traf just vor der Pause sogar zweimal. Zuerst auf einen Querpass, den Christian Fassnacht in der Mitte mit einer Finte passieren liess, und hierauf nach einer Kopfball-Stafette mit Verteidiger Ali Camara nach einer Freistossflanke. Das 2:2, das dem Spiel gerecht wurde, erzielte kurz nach der Pause das Basler Juwel Noah Okafor mit einem tollen Weitschuss nach einem von der Berner Defensive ungenügend abgewehrten Angriff.

Die lange Absenzenliste der Young Boys ist zu Beginn des letzten Drittels der Meisterschaft kürzer geworden. Von den Leistungsträgern, die eine Zeitlang fehlten, ist einzig noch Miralem Sulejmani verletzt - er allerdings für den Rest der Saison. Goalgetter Guillaume Hoarau hielt sich bei seinem Comeback in Basel auf der Ersatzbank parat. Nach seiner Einwechslung konnte der Franzose indessen nichts bewirken.

FC Zürich gewinnt kapitales Spiel gegen Xamax

Der FC Zürich dreht gegen Neuchâtel Xamax nach einem Rückstand die Partie und entledigt sich dank dem 2:1 wohl aller Abstiegssorgen. Matchwinner für die Zürcher ist Benjamin Kololli.

Kololli traf in der 73. Minute im zweiten Anlauf zum 1:1, ehe er drei Minuten später Stephen Odey mustergültig bediente. Der Nigerianer traf mit seinem achten Saisontreffer zum 2:1. Die Gäste waren in der 55. Minute mit einem von Pietro Di Nardo abgelenkten Schuss von Raphäel Nuzzolo in Führung gegangen.

Kololli, der Mann der Stunde

Bei den ersatzgeschwächten Zürchern ist Kololli derzeit der Mann der Stunde. Bereits vor einer Woche beim 2:2 in Thun hatte der Westschweizer mit kosovarischen Wurzeln zweimal getroffen. Mit neun Treffern ist er der beste Torschütze der Zürcher in dieser Saison.

Dank dem ersten Sieg nach zuvor vier Partien mit nur zwei Punkten entledigte sich der FC Zürich wohl aller Abstiegssorgen. Während das neuntklassierte Xamax bei 22 Punkten verbleibt, kletterte Zürich mit nunmehr 33 Punkten wieder auf Platz 4 in der Tabelle.

Luzern wahrt Ungeschlagenheit unter Thomas Häberli

Luzern erreicht trotz Chancenplus auswärts in Thun nur ein 1:1. Die drittklassierten Berner Oberländer bleiben damit in der Tabelle weiterhin fünf Punkte vor den Innerschweizern.

In der Nachspielzeit hätten sich die Luzerner für ihren guten Auftritt im Berner Oberland beinahe doch noch dreifach belohnt. Nach einem Stellungsfehler von Thuns Keeper Guillaume Faivre, der weit vor dem Tor postiert war, traf Shkelqim Demhasaj mit seinem Lob aus 45 Metern nur die Latte. Es war der zweite Aluminium-Treffer der Gäste, nachdem Pascal Schürpf in der Startphase mit dem Kopf die Latte getroffen hatte.

Vierte sieglose Partie in Folge für Thun

Schürpf traf später doch noch, als er in der 73. Minute die Flanke von Ruben Vargas zum 1:1 verwertete und damit die Luzerner Ungeschlagenheit unter Trainer Thomas Häberli wahrte. Nachdem Luzern vor der Pause das bessere Team war, startete Thun schwungvoll in die zweite Halbzeit und ging durch ein Eigentor von David Zibung in Führung. Nach einem Pfostenschuss von Dominik Schwizer sprang der Ball an den Rücken des FCL-Keepers und von dort ins Tor (58.).

Für Thun war es die vierte sieglose Partie in Folge, Luzern setzte trotz des verpassten Sieges seinen Aufwärtstrend unter Thomas Häberli fort. Acht Punkte aus vier Spielen und der 4:0-Sieg im Cup-Viertelfinal gegen die Young Boys lautet die Zwischenbilanz des neuen FCL-Coaches.

Basel - Young Boys 2:2 (1:2)
28'103 Zuschauer. SR Schärer.

Tore: 17. Aebischer (Eigentor) 1:0. 41. Nsame (Assalé) 1:1. 44. Nsame (Camara) 1:2. 53. Okafor 2:2.
Basel: Omlin; Widmer, Suchy, Balanta, Riveros; Xhaka, Frei (72. Campo); Okafor (89. Ajeti), Zuffi, Stocker; Van Wolfswinkel.
Young Boys: Von Ballmoos; Mbabu, Camara, Von Bergen, Benito; Fassnacht (89. Garcia), Sow, Aebischer, Moumi Ngamaleu; Assalé (72. Lauper), Nsame (65. Hoarau).
Bemerkungen: Basel ohne Bua und Petretta (beide verletzt). Young Boys ohne Schick (gesperrt), Sulejmani (verletzt) und Lotomba (Aufbau in U21). 84. Kopfball von Fassnacht an die Latte.
Verwarnungen: 32. Aebischer (Foul), 35. Okafor (Foul), 38. Suchy (Foul), 50. Nsame (Foul), 76. Camara (Foul), 83. Widmer (Foul).

Zürich - Neuchâtel Xamax 2:1 (0:0)
8562 Zuschauer. SR Jaccottet.

Tore: 55. Di Nardo (Nuzzolo) 0:1. 73. Kololli (Charabadse) 1:1. 76. Odey (Kololli) 2:1.
Zürich: Brecher; Bangura, Sertic, Maxsö; Rüegg, Sohm (46. Dixon), Hekuran Kryeziu (20. Mirlind Kryeziu), Charabadse; Domgjoni; Odey (87. Ceesay), Kololli.
Neuchâtel Xamax: Walthert; Djuric, Oss, Xhemajli (83. Ademi); Di Nardo; Fejzulahi (81. Tréand), Ramizi (77. Pickel), Corbaz, Kamber; Pululu, Nuzzolo.
Bemerkungen: Zürich ohne Aliu, Marchesano, Nef, Pa Modou, Untersee, Winter (alle verletzt), Xamax ohne Gomes, Serey Die (beide gesperrt), Le Pogam, Veloso (beide verletzt).
Verwarnungen: 53. Domgjoni (Unsportlichkeit). 66. Rüegg (Foul). 70. Bangura (Foul). 84. Mirlind Kryeziu (Unsportlichkeit).

Thun - Luzern 1:1 (0:0)
7274 Zuschauer. - SR Erlachner.

Tore: 58. Zibung (Eigentor/Pfostenschuss Schwizer) 1:0. 73. Schürpf (Vargas) 1:1.
Thun: Faivre; Glarner, Rodrigues, Sutter (23. Fatkic), Joss; Stillhart; Spielmann, Karlen, Costanzo (81. Ferreira), Schwizer (69. Salanovic); Sorgic.
Luzern: Zibung; Schwegler, Lucas, Schulz, Sidler; Voca, Ndenge; Vargas (85. Grether), Schneuwly, Schürpf; Demhasaj.
Bemerkungen: Thun ohne Bigler, Hediger, Righetti, Tosetti, Gelmi (alle verletzt), Luzern ohne Eleke (gesperrt), Juric, Knezevic, Schmid (alle verletzt). 7. Kopfball von Schürpf an die Latte. 91. Lattenschuss Demhasaj.
Verwarnungen: 22. Spielmann (Foul). 45. Schneuwly (Foul). 60. Costanzo (Foul). 66. Schwegler (Reklamieren).

var / tob/sda

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