Weshalb Shaqiri die Bayern jetzt erst recht nicht verlassen sollte

Xherdan Shaqiri nährte schon mehrmals durch eigene Aussagen die Spekulationen um einen vorzeitigen Abgang in München. Hat ihm der Club die Freigabe erteilt, wie in Deutschland gemutmasst wird?

  • loading indicator
Thomas Niggl@tagesanzeiger

Xherdan Shaqiri kommt auch in seiner dritten Saison bei den Bayern nicht über eine Reservistenrolle hinaus. Obwohl sein Vertrag noch bis 2016 Gültigkeit hat, wird fast täglich über einen vorzeitigen Abgang des Schweizer Nationalspielers beim deutschen Rekordmeister Bayern München spekuliert. Er wird mit europäischen Topclubs in Verbindung gebracht.

Auch der Basler selbst macht keinen Hehl daraus, dass er über einen vorzeitigen Abgang konkret nachdenkt. «Ich will den nächsten Schritt machen», sagte er vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien gegenüber den Medien. Und im grossen Interview mit dem «Tages-Anzeiger» bedauerte er: «Ich muss alles akzeptieren, was Bayern sagt.»

Shaqiri zu dumm für die Bayern? Wohl kaum

Das deutsche Millionenblatt «Bild» mutmasst jetzt sogar, es sei in der Münchner Chefetage bereits eine Entscheidung gefallen, dass Shaqiri in der Winterpause den Club für 20 Millionen Euro verlassen könne. Er genüge von der fussballerischen Intelligenz her den Anforderungen von Trainer Pep Guardiola nicht, das habe der Katalane so mitgeteilt. Shaqiri zu dumm für die Bayern? Wohl kaum. Und ein Weltmann mit Stil und Anstand wie Guardiola würde sich über einen Spieler auch niemals so despektierlich äussern.

Xherdan Shaqiri wollte sich in der Nationalmannschaftspause nicht zu seiner Zukunft äussern, konzentrierte sich vielmehr auf die Spiele mit der Schweiz. Und das mit Erfolg. Der Basler war mit zwei Toren und einem Assist massgeblich beteiligt am 4:0-Sieg im EM-Qualifikationsspiel gegen Litauen. Und auch beim 2:2 im Test gegen die Polen war er der Kopf der Mannschaft.

Shaqiri beeindruckt durch Spielintelligenz

Shaqiri beeindruckte in beiden Spielen durch seine ausgeprägte Spielintelligenz, durch seinen Instinkt, als Einfädler, Vorbereiter und Vollstrecker. Der Mann, der von der Fussballintelligenz her den Ansprüchen von Pep Guardiola nicht genügen soll, war der Lenker und Denker im Schweizer Spiel.

Zudem hat er in der Vergangenheit schon oft bewiesen, dass er vielseitig und durchaus auf verschiedenen Positionen einsetzbar ist. Er kann über links oder über die rechte Seite stürmen, aber ebenso problemlos im Zentrum hinter der Sturmspitze agieren. Shaqiri hat beim FC Basel auch schon unter Beweis gestellt, dass er selbst als linker Aussenverteidiger eine gute Figur macht.

Die Zukunft Shaqiris muss bei den Bayern liegen

Was ebenfalls für ein Bleiben Shaqiris in München spricht: Die Bayern werden zurzeit von einem unglaublichen Verletzungspech verfolgt. Nach Reina (Muskelverletzung), Starke (Syndesmoseband), Badstuber (Muskelsehnenriss), Alaba (Innenband), Martínez (Kreuzbandriss), Thiago (Innenband) und Pizarro (Muskelverletzung) ist Lahm der achte Verletzte im Lazarett der Bayern.

Schweinsteiger, der seit der Weltmeisterschaft wegen einer akut entzündeten Patellasehne nicht mehr hatte spielen können, konnte erst in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Auch Arjen Robben und Franck Ribéry, zwei ganz grosse Rivalen Shaqiris in München, werden immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen und auch nicht jünger. Wenn sich der erst 23-jährige Shaqiri noch ein bisschen in Geduld übt und die Nerven nicht verliert, dann hat er bei einem der am besten geführten Vereine der Welt eine grosse Zukunft.

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt