Ribéry jammert und wehrt sich gegen sein neues Image

Der Franzose kämpft bei den Bayern um einen neuen Vertrag, aber auch mit sich selbst. Was er dazu sagt und wie seine Chancen für eine Verlängerung tatsächlich stehen.

Immer wieder in den Schlagzeilen: Bayerns temperamentvoller Franzose Franck Ribéry.

Immer wieder in den Schlagzeilen: Bayerns temperamentvoller Franzose Franck Ribéry. Bild: Keystone

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Franck Ribéry, der 32-jährige Franzose, dessen Karriere sich dem Ende zuneigt, kämpft bei den Bayern um einen neuen Vertrag, der Ende diese Saison ausläuft. Er kämpf aber auch mit sich selbst und gegen das Image, ein Rüpel zu sein.

Ribéry war in dieser Saison schon oft negativ aufgefallen, weil er sich mit seinen Gegenspielern anlegte, was sein Trainer Carlo Ancelotti nach einem Testspiel der Bayern in den USA gegen Inter Mailand dazu bewog, Ribéry nach einem Rencontre mit Felipe Melo zu schelten. «Ich mag solche Spieler nicht», warnte der Italiener. Auch im Supercup in Dortmund hatte sich Ribéry beim 2:0-Sieg nicht im Griff, arbeitete mit den Ellbogen nach hinten und traf seinen Gegenspieler Felix Passlack voll im Gesicht, was zwingend Rot hätte geben müssen.

«Ribéry ist eine tickende Zeitbombe»

Dortmunds Trainer Thomas Tuchel verurteilte Ribérys Verhalten aufs Schärfste. Auch beim 5:0-Sieg im Pokal in Jena geriet er mit seinem Gegenspieler Matthias Kühne aneinander. Der ehemalige Fifa- und Bundesligaschiedsrichter Thorsten Kinhöfer sagte gegenüber der «Bild»-Zeitung: «Franck Ribéry ist eine tickende Zeitbombe. Er wird natürlich auch oft gefoult, ist aber auch sehr leicht reizbar. Das versuchen Gegner auszunutzen, indem sie ihn bewusst provozieren – das kann eine Taktik sein.»

«Ich bin kein unfairer Spieler», wehrt sich der Franzose jetzt in einem Interview mit «Sport Bild» und jammert: «Ich werde so viel getreten, gefoult und attackiert wie noch nie.» Er gab immerhin zu, dass er manchmal vielleicht kurzzeitig die Fassung verliere, wenn er das Gefühl habe, die Gegner wollten ihn absichtlich verletzen. «Meine Gegner versuchen, mich noch mehr zu provozieren.»

Ribéry räumte aber auch selbstkritisch ein, er müsse seine Emotionen besser kontrollieren können, um sogleich wieder zu jammern: «Kein Zuschauer oder Journalist weiss, welche Schmerzen mir durch Fouls zugefügt werden, wie mein Körper nach Spielen aussieht. Gerade wenn man oft verletzt war und sehr auf sich achten muss, ärgert man sich.»

Neuer Vertrag – dank Uli Hoeness

Ribéry erklärte sich auch zu seiner Zukunft in München. «Alle wollen ständig von mir wissen, wann ich verlängere. Aber ganz ehrlich: Ich weiss es nicht, und im Moment ist das auch nicht wichtig für mich.» Er traue sich zu, noch zwei bis drei Jahre auf diesem Niveau zu spielen. Alles ander ergäbe sich von selbst. «Wir finden eine Lösung», sagt er, und dass es für ihn in Europa unverstellbar sei, für einen anderen grossen Club als die Bayern zu spielen.

Die Chancen, dass Ribéry bei den Bayern noch einmal einen lukrativen Millionenvertrag erhält, stehen zurzeit sehr gut. Und das hat seinen speziellen Grund. Mit Uli Hoeness hat er einen einflussreichen Fürsprech. Denn der ehemalige Bayern-Chef wird nach seiner verbüssten Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe im November mit grösster Wahrscheinlichkeit wieder als neuer Präsident gewählt. Eine Wahl, die eigentlich nur noch eine reine Formsache ist. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.10.2016, 11:44 Uhr

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