Mbabu: «Es wäre falsch, Forderungen zu stellen»

Der Rechtsverteidiger spricht über den Sieg in Sion und den YB-Traumstart, die Champions League, einen Auslandtransfer und das Nationalteam.

Überragend: Kevin Mbabu (links).

Überragend: Kevin Mbabu (links). Bild: Keystone

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War das ein Arbeitssieg in Sion?
Kevin Mbabu: Vielleicht kann man das so bezeichnen, auf jeden Fall haben wir hart gearbeitet. Das 3:0 täuscht, wir mussten in der zweiten Halbzeit leiden. Aber wir hatten nach den strengen Wochen auch nicht erwartet, beim starken Sion locker zu gewinnen.

Sie spielten zurückhaltend . . .
. . . ich kann nicht in jedem Spiel rauf- und runterrennen wie ein Wahnsinniger. Das geht nicht alle drei Tage. Heute war es mir wichtig, defensiv gut zu stehen und keine Fehler zu machen. Ein Tor erzielen wir ja eigentlich immer.

Wie beurteilen Sie die Ausgangslage in der Liga nach dem Traumstart von YB?
Na ja, es sind erst sechs Spiele absolviert. Es gibt keinen Grund, euphorisch zu sein. Ich denke, es ist wichtig, dass wir uns ein kleines Polster erarbeitet haben. Denn im Herbst wird es wieder enorm ­anstrengend und herausfordernd mit der Champions League.

Nach der Länderspielpause spielt YB zuerst im Cup in Schaffhausen, vier Tage später gegen Manchester United. Istes mental schwierig, den Fokus auf die Partien in den Schweizer Wettbewerben zu richten?
Nach unserem Sieg in Zagreb am Dienstag und der Auslosung am Donnerstag war es nicht einfach in Sion. Aber wie wir das gelöst haben, mit dieser Energie und Konsequenz, das zeigt, dass wir bereit sind für diese Aufgaben.

Freuen Sie sich eigentlich stärker auf die Partie im Old Trafford in Manchester oder auf das ­Duell gegen Cristiano Ronaldo?
Es ist eine absolute Traumgruppe, die wir erwischt haben, auch Valencia ist ein toller Verein mit einem grossartigen Stadion. Manchester United ist mein Lieblingsclub, das Old Trafford einfach faszinierend. Und Cristiano ist der beste Fussballer der Welt. Ich wünsche ihm, dass er gegen uns nicht zu oft auf meiner Seite spielt (lacht).

Mit welchen Zielen steigen Sie in die Champions League?
Wir wollen geniessen. Und wir wollen die Favoriten ärgern. Zu Hause müssen wir uns sowieso nicht verstecken.

Hand aufs Herz: Wären Sie bei YB geblieben, wenn die Königsklasse verpasst worden wäre?
Das weiss ich nicht.

Es ist erstaunlich, wechselten Sie im Sommer nicht. Man hat den Eindruck, dass Sie nach überragenden Leistungen in den letzten zwölf Monatenbereit für eine Topliga wären?
Das denke ich auch (lacht wieder). Es hat halt nicht geklappt, am Ende war es knapp, und nun bin ich hier, und das ist auch gut für mich. Ich bin erst 23, ob ich nun ein halbes oder ganzes Jahr länger hierbleibe oder nicht, ist nicht entscheidend. Zumal die Champions League sehr reizvoll ist.

Man hörte bis zuletzt von starkem Interesse mehrerer Clubs wie Eintracht Frankfurt mit dem YB-Meistertrainer Adi Hütter. Wie knapp standen Sie letzte Woche noch vor einem Transfer?
Ich würde sagen: 50 zu 50.

Scheiterte der Transfer, weil kein Verein bereit war, die von YB geforderte Ablösesumme von mindestens 10 Millionen Franken zu bezahlen?
Nicht nur deswegen. Wie gesagt: Ich habe keinen Druck, es muss alles passen für einen Wechsel.

«Das ist der Lohn für all die harte Arbeit in den letzten Jahren.»

Über das Nationalteam-Aufgebot

Am Montag rücken Sie erstmals ins Schweizer Nationalteam ein. Mit welchen Gefühlen?
Ich bin stolz, wurde ich aufgeboten. Das ist der Lohn für all die harte Arbeit in den letzten Jahren. Ich bin nicht den einfachen Weg gegangen, mein Wechsel zu Newcastle warf mich ein wenig zurück. Nun geht ein grosser Traum von mir in Erfüllung. Dafür bin ich meiner Familie und den Freunden, die mich immer unterstützt haben, enorm dankbar.

Im Zuge des Umbruchs kann man Sie sich als Stammkraft vorstellen. Aber es gibt Captain Stephan Lichtsteiner, Michael Lang, Silvan Widmer, Florent Hadergjonaj.
Die Schweiz hat starke Rechtsverteidiger. Es wäre falsch, Forderungen zu stellen. Ich freue mich auf die Tage im Nationalteam. Und werde alles dafür tun, weiter aufgeboten zu werden.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.09.2018, 12:38 Uhr

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