Ein 25-Millionen-Mann auf dem Weg zu YB

YB steht vor der Verpflichtung Miralem Sulejmanis von Benfica Lissabon. Der 26-jährige Serbe galt vor Jahren als Supertalent.

In der vergangenen Saison spielte der 26-jährige Serbe Miralem Sulejmani (links) noch für Benfica Lissabon - und gewann mit dem Team in der portugiesischen Liga im März den Meistertitel. Nun steht YB vor der Verpflichtung des Spielers.

In der vergangenen Saison spielte der 26-jährige Serbe Miralem Sulejmani (links) noch für Benfica Lissabon - und gewann mit dem Team in der portugiesischen Liga im März den Meistertitel. Nun steht YB vor der Verpflichtung des Spielers.

(Bild: Keystone)

Fabian Ruch

In elf Tagen startet YB mit der Vorbereitung zur nächsten Saison, und während die Fussballer in der ganzen Welt verstreut ihre Ferien geniessen, arbeitet Fredy Bickel am neuen Kader. Noch ist es ruhig, doch das dürfte sich bald ändern. «Zwei, drei Verstärkungen», hatte der YB-Sportchef ja angekündigt, und einer davon soll vom Kaliber der in den letzten zwei Jahre verpflichteten Leistungsträger Steve von Bergen und Milan Vilotic, Sékou Sanogo und Guillaume Hoarau sein.

Dabei dürfte es sich um Miralem Sulejmani handeln, die Verhandlungen mit dem serbischen Offensivspieler sind dem Vernehmen nach weit fortgeschritten. «Ich kommentiere keine Gerüchte», sagt Bickel, «aber es ist klar, dass wir auf der Suche nach einem Flügelspieler sind, der die Qualität im Team erhöht.»

Bei Ajax teurer als Ibrahimovic

Miralem Sulejmani soll bei YB einen Mehrjahresvertrag unterschreiben und dürfte 2 bis 3 Millionen Franken Ablösesumme kosten. Der 178 Zentimeter grosse Nationalspieler Serbiens (16 Länderspiele) wird auf der Fachwebsite Transfermarkt.ch mit einem Wert von rund 3,5 Millionen Franken taxiert. Er will seine ins Stocken geratene Karriere, die so verheissungsvoll begonnen hatte, im Sommer neu lancieren.

Als Supertalent und mit der Empfehlung von 14 Saisontreffern wechselte Sulejmani 2008 als 19-Jähriger aus der Talentschmiede des SC Heerenveen zu Ajax Amsterdam. Umgerechnet über 25 Millionen Franken überwies Ajax damals als Ablösesumme, damit ist Sulejmani immer noch mit Abstand teuerster Zuzug des holländischen Traditionsvereins – vor Stars wie Zlatan Ibrahimovic, Luis Suarez und Klaas-Jan Huntelaar (alle rund 15 Millionen Franken).

Sulejmani konnte sein grosses Potenzial nicht auf allerhöchstem Niveau unter Beweis stellen, enttäuschte bei Ajax aber nicht. Der technisch brillante Linksfuss, der in der Nachwuchsabteilung Partizan Belgrads ausgebildet worden war, avancierte bald zum Publikumsliebling und wurde mit Liverpool und Arsenal in Verbindung gebracht. Er stagnierte später leicht, sammelte in 158 Einsätzen für den Amsterdamer Grossklub aber respektable 68 Skorerpunkte (38 Tore, 30 Assists) – ehe er nach fünf Saisons mit drei Meistertiteln und einem Cupsieg 2013 ablösefrei zu Benfica Lissabon wechselte, wo er einen Fünfjahresvertrag unterschrieb.

Flügelzange mit Steffen

In Lissabon tat sich Sulejmani in einem ausgezeichnet und breit besetzten Kader schwer, er bestritt in den zwei Meisterjahren zuletzt 34 Pflichtspiele (3 Tore, 5 Assists). In der abgelaufenen Saison wurde Sulejmani auch wegen mehrerer Verletzungen nur viermal in der Liga eingesetzt.

Bereits in der letzten Winterpause liebäugelte Sulejmani mit einem Wechsel, er stand bei einigen Bundesligisten auf dem Wunschzettel. Jetzt dürfte sein Weg in die Schweiz führen. Der 26-Jährige spielt am liebsten am rechten Flügel, kann aber auch links und im Zentrum hinter einem Stürmer eingesetzt werden.

YB möchte ja alle Stammkräfte behalten, Sulejmani würde zusammen mit Renato Steffen die Flügelzange bilden, Raphael Nuzzolo, Alexander Gonzalez und Taulant Seferi wären die Alternativen. Steffen wird in Deutschland weiter als Transferkandidat gehandelt, wäre aber nicht billig zu erhalten. Sollte der Deal mit Sulejmani klappen, dürften die Young Boys kaum einen weiteren teuren Akteur wie Luzerns Jakob Jantscher holen. Marco Schönbächler (FCZ) jedoch ist ablösefrei. Sollte er sich nicht für ein Engagement im Ausland entscheiden, könnte sein Weg nach Bern führen. Und hinten links ist Loris Benito nach wie vor ein Kandidat. Er spielt wie Sulejmani bei Benfica Lissabon keine grosse Rolle mehr, was die Verhandlungen gewiss erleichtert.

Berner Zeitung

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