«Das müsste ein gutes Omen sein»

Raimondo Ponte, Nachfolger von Sven Christ als Trainer bei Schlusslicht FC Aarau, sagt, wie er den Abstieg verhindern will.

Raimondo Ponte will Aarau vor dem Abstieg retten.

Raimondo Ponte will Aarau vor dem Abstieg retten.

(Bild: Keystone)

Thomas Niggl@tagesanzeiger

Raimondo Ponte, Ihr erstes Punktspiel mit dem FC Aarau bestreiten Sie mit Ihrer Mannschaft bei Leader Basel. Das müsste eigentlich ein gutes Omen sein?
Ich weiss, worauf Sie hinauswollen. Mit Sion habe ich in der letzten Saison tatsächlich das erste Spiel ebenfalls in Basel gemacht und den Club schliesslich vor dem Abstieg gerettet. So gesehen müsste das ein gutes Omen sein.

Wie verlief das damalige Spiel aus Ihrer Sicht?
Wir haben den Meister so richtig gefordert und nur sehr unglücklich mit 0:1 verloren. Valentin Stocker holte vor dem entscheidenden Tor einen Elfmeter heraus, der niemals einer gewesen war. Doch diese Leistung hat uns trotz der Niederlage viel Mut gemacht, weil wir mit Basel auf Augenhöhe waren. Darauf konnten wir aufbauen.

Am Samstag verlor Ihr Vorgänger Sven Christ mit Aarau im Letzigrund gegen GC sein letztes Spiel mit 1:3 und wurde danach entlassen. Wann hatten Sie erstmals Kontakt mit dem FCA?
Am Sonntagnachmittag.

Und dann ging offenbar alles sehr schnell?
Ja, nach einem ersten Gespräch wurden wir uns schnell einig.

Wie lange dauert Ihr Vertrag?
Vorerst bis Ende Saison.

Haben Sie sich darin eine Nichtabstiegsprämie festsetzen lassen?
Vertragsinhalte kommentiere ich grundsätzlich nicht.

Wäre auch bei einem Abstieg eine Vertragsverlängerung möglich?
Das wäre durchaus denkbar. Wir müssen jetzt aber zuerst einmal schauen, ob und wie der FCA und ich überhaupt zusammenpassen.

Hatten Sie schon ein Gespräch mit Ihrem Vorgänger Sven Christ, um sich möglicherweise ein wenig über die Mannschaft zu informieren?
Nein, ich kenne ihn ja kaum. Zudem möchte ich mir mein eigenes Bild von der Mannschaft machen und meine Arbeit ohne jegliche Vorurteile angehen. Bei mir hat jeder eine Chance und fängt komplett bei null an.

Haben Sie die Spiele des FC Aarau in den letzten Wochen verfolgt?
Ja, oft sogar. Ich war auch am Samstag im Letzigrund.

Welches Bild haben Sie von Ihrer neuen Mannschaft dabei gewonnen?
Die Mannschaft hat zweifelsohne eine gewisse Qualität. Doch ich weiss nicht, welchen taktischen Auftrag die Spieler von Sven Christ in diesem Spiel überhaupt hatten und wie sie ihn umsetzen mussten. Deshalb kann ich also noch nicht allzu viel sagen.

Sie werden demnach viele Einzelgespräche führen?
Das ist neben den intensiven Trainings während der Nationalmannschaftspause eine meiner wichtigsten Aufgaben.

Ein wichtiger Ansprechpartner dürfte auch Routinier Sandro Burki sein. Bleibt er Ihr Captain?
Selbstverständlich. Ich wüsste nicht, weshalb Sandro dieses Amt nicht mehr ausüben sollte.

Seit dem Ligaerhalt mit Sion haben Sie das Image eines Feuerwehrmannes. Fühlen Sie sich auch als solcher?
Nein, überhaupt nicht. Es mag sein, dass ich nach Sion automatisch dieses Image erhalten habe. Aber wer meine Karriere verfolgt, weiss, dass ich nie ein Feuerwehrmann gewesen bin. Und ich will auch keiner sein. Ich möchte eigentlich immer langfristig mit einer Mannschaft arbeiten und sie nach meinen Ideen zusammenstellen. Aber das war in Sion leider nicht möglich, weil mein Vertrag trotz des Ligaerhaltes aus unerfindlichen Gründen nicht verlängert wurde.

Sie streben also eine längere Zusammenarbeit mit dem FCA an?
Wie gesagt, ist das durchaus möglich, wenn es passt.

Der FCA muss für Sie auch eine Herzensangelegenheit sein, weil Sie in diesem Club gross wurden?
Der FCA ist für mich tatsächlich eine Herzensangelegenheit. 1970 kam ich als Junior vom FC Windisch aufs Brügglifeld. Als 16-Jähriger spielte ich bereits für die erste Mannschaft und wechselte 1974 schliesslich zu GC in die damalige Nationalliga A. Der FCA war das Sprungbrett für eine wunderbare Karriere als Fussballprofi. Und dafür bin ich heute noch dankbar.

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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