Zum Hauptinhalt springen

EU-Parlament fordert sofortige Ablösung Blatters

Die Fifa will frühestens im Dezember einen Nachfolger für Sepp Blatter bestimmen. Das dauert den Abgeordneten in Strassburg viel zu lange.

Räumt trotz Wiederwahl seinen Posten: Fifa-Präsident Sepp Blatter. (2. Juni 2015)
Räumt trotz Wiederwahl seinen Posten: Fifa-Präsident Sepp Blatter. (2. Juni 2015)
Alessandro Della Bella, Keystone

Das Europaparlament hat den Weltfussballverband Fifa aufgefordert, als Konsequenz aus dem Bestechungsskandal seinen Präsidenten Joseph Blatter «umgehend» abzulösen. Dazu müsse «auf transparente Weise» ein Übergangspräsident ausgewählt werden, verlangte das Parlament in einer Entschliessung. Der Text wurde von allen sieben Fraktionen gemeinsam eingereicht und mit grosser Mehrheit verabschiedet.

Der 79 Jahre alte Schweizer war trotz des Skandals am 29. Mai für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt worden, hatte aber kurz danach seinen Rücktritt bekanntgegeben. Zugleich kündigte er an, er wolle bis zur Wahl seines Nachfolgers die Amtsgeschäfte der Fifa weiterführen.

«Zügellose Korruption»

Dies geht den Europaabgeordneten nicht weit genug. Die Ernennung einer neuen Führungsriege könne nach den Vorschriften der Fifa bis zu neun Monate dauern. Bis dahin könnten die «dringend notwendigen Reformen nicht ernsthaft beginnen», hiess es weiter. Dies würde die Glaubwürdigkeit der Fifa als Führungsorgan des Weltfussballs weiter beschädigen.

Die Korruption innerhalb der Fifa sei «zügellos, systembedingt und tief verwurzelt», erklärte das Strassburger Parlament. Die jüngsten Festnahmen von 14 Funktionären zeigten, dass die Fifa seit vielen Jahren als «undurchsichtige und notorisch korrupte Organisation» gearbeitet habe.

«Die Fifa ist über die Aufforderung irritiert. Der Fifa-Präsident hat bereits erklärt, sein Mandat an einem ausserordentlichen Kongress niederzulegen», so die Fifa auf Anfrage einer Nachrichtenagentur. Die Fifa gab aber immerhin neue Details bekannt, wann die Nachfolge von Sepp Blatter geregelt werden soll. Am 20. Juli tagt die Fifa-Exekutive in Zürich. Dann wird der ausserordentliche Kongress terminiert, an dem der Nachfolger gewählt werden soll. Die Wahl soll zwischen Dezember 2015 und Februar 2016 stattfinden; als möglicher Termin steht der 16. Dezember im Raum.

Schmiergelder bei WM-Vergaben

Teilweise veröffentlichte Ermittlungen der Fifa-Untersuchungskammer haben ergeben, dass bei der Vergabe der Weltmeisterschaften an Russland im Jahr 2018 und an Katar im Jahr 2022 hohe Summen an Schmiergeldern geflossen sind.

Der Bericht wurde bisher - entgegen der Zusagen der Fifa - nicht vollständig veröffentlicht, was das Europaparlament ebenfalls bemängelte. Der Verband müsse dies nun «unverzüglich nachholen», heisst es in der Entschliessung.

AFP/dia

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch