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Ein Zeichen des Fortschritts

Der BSV Bern Muri hat das Heimspiel gegen St. Otmar St. Gallen souverän 31:24 gewonnen. Trotzdem war Trainer Aleskandar Stevic nicht zufrieden. Die Ansprüche bei den Bernern sind gestiegen.

Er scheint zu fliegen: Der BSV- Flügel Marcel Lengacher setzt gegen St. Otmars Torhüter Michal Shejbal zum Abschluss an.
Er scheint zu fliegen: Der BSV- Flügel Marcel Lengacher setzt gegen St. Otmars Torhüter Michal Shejbal zum Abschluss an.
Manuel Zingg

17. Dezember 2016: Der BSV Bern Muri bezwingt St. Otmar St. Gallen 29:20 und erreicht durch den Sieg gegen den direkten Konkurrenten die Finalrunde. Überall sieht man lachende Gesichter.

30. September 2017: Der BSV bezwingt St. Otmar in der Mooshalle mit einem ähnlich deutlichen Ergebnis (31:24). Die Spieler freuen sich über den Erfolg, jubeln weniger ausgelassen. Es handelte sich um keine entscheidende Begegnung. Es gibt jedoch auch Personen, die unzufrieden sind. Unter ihnen ist Trainer Aleksandar Stevic. «Wir hätten höher gewinnen müssen», kritisiert er. «In der Schlussphase hatten wir die Möglichkeit dazu. Am Anfang fanden wir zudem nicht so richtig ins Spiel.»

30 starke Minuten

In der Partie gegen St. Otmar bekundeten die Gastgeber in den ersten zwanzig Minuten besonders in der Abwehr Mühe. Nach dem 10:11-Rückstand (21.) steigerten sie sie jedoch markant, standen bald als Gewinner des Spiels fest und hätten durchaus eine Differenz von 12 bis 13 Toren zum ­Gegner legen können. Und genau dies bemängelte Stevic. «Wir müssen die Partie mit voller Konsequenz zu Ende spielen», meinte er und ärgerte sich über die vielen vergebenen Chancen in den letzten zehn Minuten. «Wir sind der Favoritenrolle gerecht geworden, können aber noch besser spielen.»

In der Detailanalyse kam er darauf zu sprechen, dass im breiten Kader mit vielen möglichen Aufstiegsvarianten besonders die zweite Reihe noch Verbesserungspotenzial besitze. «Man merkt einen Unterschied, wenn die Routiniers wir Jakub Szymanski oder Pedro Spinola auf dem Platz stehen», sagte er. Die Ansprüche beim BSV Bern Muri sind gestiegen.

Die Berner sind Dritte und scheinen auf gutem Weg, sich in der Spitzengruppe der NLA zu etablieren. Dafür verantwortlich ist zu einem wesentlichem Teil Stevic, dessen Verpflichtung sich offensichtlich als richtig herausstellt. Gegen St. Otmar lief Luca Mühlemann nach einer kurzen Verletzungspause wieder für den BSV auf. «Die Prellung am Becken ist noch nicht zu hundert Prozent ab­geklungen», meinte er. «Die Schmerzen sind aber erträglich, und ich wollte unbedingt spielen, wenn es irgendwie geht.» Ebenfalls auf dem Weg der Genesung ist Valentin Striffeler. Er figurierte im Aufgebot, wurde aber noch nicht eingesetzt.

In der Partie vom Samstag zeigte sich, wie weit die Schere zwischen Bernern und Ostschweizern innert weniger als einem Jahr aufgegangen ist. St. Otmar hat in dieser Saison bereits einen Trainerwechsel hinter sich. Der neue Coach Vedran Banic steht vor der schwierigen Aufgabe, einer wenig gefestigten Equipe zu Stabilität zu verhelfen. Der Traditionsklub wird vermutlich in der Abstiegsrunde um den Einzug in die Playoffs der besten acht kämpfen.

Mit einem solchen Szenario muss man sich beim BSV in dieser Saison mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht befassen. Ansonsten würde der Coach sich nach einem deutlichen Sieg nicht derart unzufrieden zeigen. Dass in dieser Art Kritik geübt werden kann, ist ein Zeichen des Fortschritts, den die Berner gemacht haben.

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