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Ein Jahr vor Olympia: Kaeslin beendet Karriere

Ariella Kaeslin gibt in Luzern überraschend den Rücktritt bekannt - ein Jahr vor den Olympischen Spielen in London, ihrem letzten grossen Karriereziel.

Noch vor wenigen Tagen hatte es geheissen, Ariella Kaeslin kehre nach den Sommerferien nach Magglingen zurück, um sich in gewohnter Umgebung auf die WM im Oktober in Tokio vorzubereiten. Und nun der Paukenschlag: Die Karriere der erfolgreichsten Schweizer Kunstturnerin ist vorbei! Ariella Kaeslin erklärte an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz in Luzern den sofortigen Rücktritt. Ihr Timeout bedeutet keinen Einschnitt, sondern das Ende ihrer Zeit als Spitzensportlerin.

Im Mai hatte die 23-jährige Luzernerin die Trainingsbasis des Nationalkaders in Magglingen verlassen, um sich in ihrer näheren Heimat von den Strapazen der vorangegangenen Monate zu erholen. Sie hielt sich in Littau, Niederlenz und Luzern fit. Zuvor hatte Kaeslin an den Europameisterschaften in Berlin unter dem Einsatz ihrer letzten Reserven Bronze am Paradegerät Sprung gewonnen. Wochenlang war sie vor und während den Titelkämpfen nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte gewesen. Die Symptome waren grippeähnlich, die Ursachen rätselhaft. Klar schien einzig, dass da eine Vollblut-Athletin den Preis für die fast pausenlose Schinderei während mehr als zehn Jahren zu zahlen beginnt. Nun, ein Jahr vor ihrem vermeintlich letzten grossen Karriereziel, den Olympischen Spielen in London, muss Kaeslin schweren Herzens kapitulieren.

Mit Kaeslin tritt eine der beliebtesten Sportlerinnen des Landes ab. Ihre drei Auszeichnungen zur "Sportlerin des Jahres" verdankt sie Erfolgen, wie sie im Kunstturnen zuvor den Männern vorbehalten waren. Der 5. Platz im Sprung-Final an den Olympischen Spielen 2008 war eine Art Initialzündung. Im Jahr darauf wurde Kaeslin an ihrem Paradegerät Europameisterin und WM-Zweite sowie EM-Dritte im Mehrkampf. Auf nationaler Ebene gewann Kaeslin bei der Elite nicht weniger als 24 Schweizer Meistertitel.

Der Rücktritt von Kaeslin muss aber nicht das Ende der jüngsten Hausse des Frauen-Kunstturnens in der Schweiz bedeuten. Mit Giulia Steingruber hat sich an den Europameisterschaften in Berlin eine erst 17-jährige Nachwuchshoffnung ins Rampenlicht geturnt. Die Ostschweizerin war in der Sprung-Qualifikation die Beste, bevor sie im Final stürzte und Sechste wurde. Im Mehrkampf war Steingruber als Neunte unmittelbar hinter ihrem Vorbild Kaeslin klassiert.

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