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«Diesen Moment wirst du für den Rest deines Lebens schätzen»

Was geht eigentlich im Kopf von Stan Wawrinkas Coach Magnus Norman vor? In einem Blog schreibt er über den «Zirkus, der nicht zu kontrollieren ist».

Magnus Norman findet, die Arbeit der Trainer aus den jungen Jahren der Tennisspieler sei unterschätzt.
Magnus Norman findet, die Arbeit der Trainer aus den jungen Jahren der Tennisspieler sei unterschätzt.
Keystone

Die grossen Emotionen sind zu spüren. Magnus Norman, der Tenniscoach von Stanislas Wawrinka, liess seine Fans in seinem Blog wissen, wie es ihm und seinem Schützling nach dem Triumph ergangen ist: Er beschreibt es als «Zirkus, der nicht zu kontrollieren ist». Alle wollten nach dem Sieg etwas von ihnen – Familie, Freunde, Fotografen, Journalisten. Da seien die zwei Minuten ganz allein im Hotel mit Wawrinka besonders gewesen: «Diesen Moment mit deinem Spieler wirst du für den Rest deines Lebens schätzen.»

Norman spricht über die Fairness von Novak Djokovic. Er schreibt darüber, dass die Gratulationsworte von Federer seinem Spieler Wawrinka viel bedeuten. Er schwärmt darüber, wie die neue Nummer vier der Welt den dritten Satz gespielt hat: «Der beste Satz, den ich von ihm gesehen habe.»

Als das Scheinwerferlicht aus war

Doch es sind nur Vorworte, die die Hauptaussage des Schweden einleiten. Er beginnt damit, dass Mats Wilander, ein Landsmann, ihn als derzeit besten Tennis-Coach gelobt habe. Das sei zwar schön und gut; nur, das könne er nicht wirklich akzeptieren. Denn es gehe viel zu wenig Wertschätzung zurück an jene Trainer, die die jungen Spieler in ihren frühen Jahren betreut hätten. Die Trainer, die die Basis gelegt hätten, als das Scheinwerferlicht noch aus gewesen sei, als sie noch mit den jungen Buben früh aufgestanden seien und sie bis spät nachts an die Turniere begleitet hätten.

«Diese Trainer verdienen den Grossteil der Anerkennung nach einem Sieg wie diesem. Nicht mir steht das zu», sagt Norman.

Reaktionen folgten sogleich

Norman selbst führt eine eigene Tennisakademie in Stockholm und hilft jungen Spielern zwischen 12 und 20, sich zu entwickeln. Zum Beispiel Elias Ymer, ein 19-Jähriger, der mit 12 Jahren in die Akademie kam und heute daran ist, in die Top 150 der Welt vorzudringen. Norman schreibt, dass er unzählige Stunden mit dem Talent verbracht hatte, ohne bezahlt zu werden. Ihm war es das wert, weil er den Jungen mag, seine Eltern schätzt. Heute trainiert Ymer in einer Akademie in Barcelona. Norman hofft, dass Ymer irgendwann eine Trophäe in die Höhe stemmt und an die Jahre denkt, als ihm noch kaum jemand zugeschaut hatte.

Reaktionen auf den Text folgten sogleich. Sven Groeneveld, ehemaliger Spieler und heutiger Coach von Maria Scharapowa, pflichtete ihm bei und fügte an, auch die Eltern seien nicht zu unterschätzen. Andere Tennistrainer stimmten dem zu.

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