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Cologna auch vor dem Sprint optimistisch

Zwei Tage nach seinem Triumph im Skiathlon rechnet sich Dario Cologna auch im heutigen Skating-Sprint durchaus Medaillenchancen aus. Den übrigen Schweizern ist ebenfalls einiges zuzutrauen.

"Ich erwarte nicht in jedem Rennen eine Medaille. Aber ich werde alles geben und hoffentlich weitere gute Resultate erlaufen", sagte Cologna nach seinem goldenen Meisterstück am Sonntag. "Der Druck ist weg, die Form ist da." Schon am zweiten Wettkampf-Tag hat der Münstertaler die mutmasslich herausragendste helvetische Olympia-Geschichte in Russland geschrieben.

Nach seinem Traumstart und dem anschliessenden Medien-Marathon und Zeremonien-"Stress" rückte Cologna nicht vom Vorhaben ab, heute an den Start zu gehen. "Auch im Sprint habe ich Chancen", ist der 27-Jährige überzeugt. Allerdings weise er nach seiner Fussverletzung in dieser Disziplin noch gewisse Defizite auf. Cologna fehlte bislang die Zeit, um die im heutigen Wettkampf wichtige Explosivkraft intensiv trainieren zu können.

Am vorletzten Wochenende bei seinem Weltcup-Comeback in Toblach war er im Skating-Sprint knapp in der Qualifikation gescheitert. Die olympische Strecke ist mit dem Parcours im Südtirol, der eher auf die Spezialisten zugeschnitten war, jedoch nicht zu vergleichen. Vor Jahresfrist musste sich Cologna beim Olympia-Testlauf in Krasnaja Poljana nur Petter Northug geschlagen geben.

Gemäss dem Schweizer Sprint-Trainer Tor Arne Hetland präsentieren sich die Loipen im "Laura Center" schneller als letztes Jahr. Der Norweger, der vor zwölf Jahren in Salt Lake City als erster Sprint-Olympiasieger in die Geschichte eingegangen ist, rechnet damit, dass im Final vier Spezialisten und zwei Allrounder vertreten sein werden.

Hetland verwies in Russland auf den Umstand, dass sein Team die Vorbereitung vor der Haustüre absolvieren konnte. Schliesslich befindet sich die Trainingsstrecke in Davos etwa auf gleicher Höhe (1500 m über Meer) wie das Langlauf-Stadion in Krasnaja Poljana. "Dies ist unser grosser Vorteil gegenüber den anderen." Der 40-Jährige traut allen vier Schweizer Startern zu, sich für den Final zu qualifizieren.

Neben Cologna strotzen auch Jovian Hediger, Jöri Kindschi und Roman Schaad vor Selbstvertrauen. Alle reisten sie mit einem Erfolgserlebnis im Gepäck nach Sotschi. Schaad errang Ende Januar in einem stark besetzten Teilnehmerfeld Bronze an den U23-Weltmeisterschaften, Hediger sprintete zuletzt in Toblach bis in den Final, Kindschi verpasste diesen als Achter nur knapp.

Der Kreis der Medaillenanwärter bei den Männern ist gross. Neben Northug gilt es dessen norwegische Teamkollegen Ola Vigen Hattestad und Eirik Brandsdal ebenso zu beachten wie die russischen Lokalmatadoren um U23-Weltmeister Sergej Ustjugow, den Italiener Federico Pellegrino oder den Kanadier Alex Harvey. Als Leader im Sprint-Weltcup nach Russland gereist ist der Deutsche Josef Wenzl.

Im Frauen-Sprint ist für Laurien van der Graaff heute ihr bisher wichtigstes Rennen ihrer Karriere. In "ihrer" Technik arbeitete die Davoserin während Jahren auf den heutigen Tag hin. Nun gehört sie zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidatinnen.

Van der Graaffs Formkurve zeigt in dieser Saison nur in eine Richtung: nach oben. Die jüngsten Resultate geben ihr Potenzial allerdings nicht angemessen wieder, denn zweimal - in Szklarska Poreba (Pol) und Toblach (It) - stand ihr das nötige Wettkampfglück nicht zur Seite. Anstatt um den Sieg zu sprinten, musste sie sich nach einem Sturz in den Schnee wieder aufrappeln. "Ich weiss nicht, ob ich jeweils zu viel Risiko gehe. Manchmal wäre es besser, auf Nummer sicher zu gehen." Dies widerspreche allerdings ihrem Naturell, so Van der Graaff, die auch an den letztjährigen Weltmeisterschaften zweimal zu Fall kam.

Seit der Mitte Dezember geschafften Olympia-Qualifikation ist die 26-Jährige von einer grossen Last befreit. Vor einem Monat lief sie in Nove Mesto (Tsch) als Zweite aufs Podest und realisierte so ihr Karriere-Bestergebnis. Ihr Selbstvertrauen ist deshalb gross. Alles andere als eine Teilnahme am heutigen Olympia-Final der besten sechs wäre für die schweizerisch-holländische Doppelbürgerin eine Enttäuschung.

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