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Berner Orientierungsläufer im Hoch

Zur Traumbilanz von zehn WM-Medaillen an der OL-WM in Lettland trugen mit Judith Wyder, Florian Howald und Sabine Hauswirth drei Berner Entscheidendes bei.

Erfolgreich: Das Swiss Orienteering Team mit Judith Wyder (unten, 3. v. l.), Sabine Hauswirth (unten, 3. v. r.) und Florian Howald (oben, 4. v. r.) gewinnt an der WM in Lettland zehn Medaillen.
Erfolgreich: Das Swiss Orienteering Team mit Judith Wyder (unten, 3. v. l.), Sabine Hauswirth (unten, 3. v. r.) und Florian Howald (oben, 4. v. r.) gewinnt an der WM in Lettland zehn Medaillen.
Remy Steinegger

Gleich mit einem kompletten Medaillensatz kehrte Judith Wyder aus Lettland zurück. «Sehr cool», ihr Kommentar. Mit der Staffel gewann die Bernerin aus Zimmerwald Gold. Den Triumph als Schlussläuferin zu vollbringen, genoss sie.

Und dabei gelang ihr eine Leistung der Sonderklasse. Die Landdistanz-Weltmeisterin vom Folgetag und Sprint­zweite Tove Alexandersson distanzierte sie. Als «die fast noch bessere Leistung» bezeichnet Wyder allerdings ihren Abschnitt in der Sprintstaffel, mit der sie Silber gewann. Bronze resultierte im Sprint.

Der 30-Jährigen glückte nur acht Monate nach der Geburt von Tochter Linn die Rückkehr an die Weltspitze endgültig. Und für sie von Bedeutung: «Im Gegensatz zur Heim-EM im Mai lief ich diesmal mit hohen Erwartungen. Dem Druck vermochte ich standzuhalten.»

Mit der Zielsetzung zweier Medaillen war sie an die WM gereist. Dem erfolgreichen Abschneiden gegenüber stellte sie aber auch den «nicht ganz so tollen Schluss». Über die Langdistanz musste sie sich mit einem achten Rang begnügen. «Das macht Hunger für den Herbst», sagt sie.

«Genial» trotz Anfängerfehler

Etwas ausgelöst hat der Mitteldistanz-Bronzemedaillengewinn an der Heim-EM im Frühling auch beim Oberönzer Florian Howald. Vom «Traum der WM-Einzelmedaille» sprach er seither. Und diesen erfüllte sich der 27-Jährige mit Rang 3 in der technisch anspruchsvollen Disziplin Middle. Von «einem Superlauf, in dem alles aufging, ich physisch und technisch sehr gut lief» sprach er.

Zwischenzeitlich hatte es gar noch besser ausgesehen. Beim Durchlauf lag er in Führung. «Jetzt kann ich mich zur Weltspitze zählen», sagt er. Und Howald konnte schon vorher und auch nachher feiern, je über Silber in der Sprintstaffel in der Stadt und in der Staffel im Wald. «Wir setzten die Medaillenambitionen um», sagt er.

Allerdings hatte er als Startläufer des Staffeltrios auch schwierige Momente durchzustehen: «Mir unterlief ein Anfängerfehler. Ich lief an Posten 14 vorbei und verlor rund eine Minute.» Zu seinem Glück konnten Daniel Hubmann und Matthias Kyburz den Fauxpas ausbügeln. Über die ganze Woche bilanziert er: «Drei Einsätze, drei Medaillen, und das, obwohl nicht alles perfekt lief.»

Traum erfüllt

Den «Traum einer Einzelmedaille» erfüllen konnte sich die Belperin Sabine Hauswirth. Bronze wars am Schlusstag über die Langdistanz. Um einen erstaun­lichen Erfolg handelte es sich. Zum einen wegen des Ermüdungsbruchs Ende Winter und des daraus folgenden Rückschlags physisch und psychisch.

Zum andern wars der schlechte WM-Auftakt. Im Sprint liess sie einen Posten aus. Selbstvertrauen tankte sie hingegen über die Mitteldistanz. Trotz des undankbaren vierten Ranges und des Verpassens von Bronze um fünf Sekunden sah sie: «Auch ohne perfekten Lauf bin ich dabei.»

Als «äusserst motivierend für die Zukunft» bezeichnet Sabine Hauswirt ihr WM-Abschneiden. «Nächstes Jahr steuere ich eine andere Medaillenfarbe an», sagt die 30-Jährige. Die Enttäuschung der Nichtnomination für die (Gold-)Staffel sieht die Staffelweltmeisterin von 2014 inzwischen als zusätzlichen Ansporn. Als vierte Bernerin kam Sarina Jenzer aus Liebefeld in Lettland zum Einsatz. Sie belegte über die Mitteldistanz Platz 27.

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