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Auf zu neuen Ufern

Thomas Lanz wird Wacker Thun nach der laufenden Saison verlassen und seine Karriere beenden. Ersetzt wird der Linksflügel von Nino Gruber, welcher gegenwärtig dem erweiterten Kader angehört.

Kurswechsel: Thomas Lanz legt seinen Fokus ab der zweiten Jahreshälfte 2020 auf den Beruf.
Kurswechsel: Thomas Lanz legt seinen Fokus ab der zweiten Jahreshälfte 2020 auf den Beruf.
Christian Pfander

Adventszeit ist Verhandlungszeit. Traditionell wird im Winter geregelt, was ab Sommer gelten wird. Spieler verlängern Verträge, Spieler unterschreiben woanders, Spieler kündigen an, Ende Saison zurückzutreten. Bei Wacker tut sich diesbezüglich gerade eine Menge, schliesslich läuft so mancher Kontrakt aus, etwa derjenige der Linkshänder Nicolas Raemy und Ron Delhees. Jüngst durften die Thuner vermelden, dass sich Nationalkeeper Marc Winkler für zwei weitere Jahre verpflichtet hat, der aktuell verletzte Eckpfeiler bleibt zumindest bis Frühsommer 2022 im Berner Oberland.

Nicht annähernd so gerne wird der zweimalige Meister heute einen weiteren von einem Akteur getroffenen Entscheid kommunizieren. Thomas Lanz hört nach dieser Spielzeit auf. Der 25-Jährige wird im September sein Studium als Klimawissenschaftler abschliessen und priorisiert fortan seine berufliche Laufbahn. Er hält es für möglich, dass er im Raum Zürich einen Job annehmen wird, sagt, es würde ihn reizen, beispielsweise für Meteo Schweiz zu arbeiten. Gleichzeitig plant er nach dem Ende seiner Zeit an der Universität Urlaub, ihm schwebt ein längerer Segeltörn vor.

Der Entscheid, aufzuhören, sei ihm alles andere als leichtgefallen. Er sagt: «Ich fühle mich unverändert sehr wohl in der Mannschaft. Und Handball ist nach wie vor eine Leidenschaft.»

Vegetarier, Parteimitglied

Im Linksflügel verliert Martin Rubins Team eine seiner verlässlichsten Kräfte. Lanz mag nicht ganz so spektakulär agieren wie einzelne Mitstreiter; er tritt aber sehr konstant auf und ist vergleichsweise selten verletzt. In seinen besten Saisons war er einer der stärksten Thuner. So überzeugte er jeweils in der Champions League und bewies dabei internationales Format. Zum Kader der Oberländer gehört das Eigengewächs seit Sommer 2012. Der Rechtshänder gewann zwei Meistertitel und dreimal den Cup. Er sagt, seine Karriere sei weit erfolgreicher verlaufen, als er dies für möglich gehalten habe, und zieht konsequenterweise ein positives Fazit. Dass der frühere Juniorennationalspieler nie für die A-Landesauswahl aufgeboten worden ist, hält er nicht für störend. Ihm sei stets bewusst gewesen, dass es bessere Leute auf seiner Position gebe, erzählt er. Die Aussage passt zum ausgesprochen ruhigen, bescheidenen jungen Mann.

Lanz ist ein in vielerlei Hinsicht atypischer Spitzensportler. Er ist Vegetarier, interessiert sich für sehr viele Dinge und ist Mitglied einer politischen Partei, und zwar der Grünen.

Seinen Platz wird Nino Gruber einnehmen, ein weiteres Talent aus den eigenen Reihen. Er ist seit geraumer Zeit Teil des erweiterten Kaders und hat oft positiv auf sich aufmerksam machen können. Im Club erzählen sie sich Wunderdinge von der Sprungkraft des 22-Jährigen, welcher mit 15 und damit aussergewöhnlich spät Handballer geworden ist. Gruber wird sich die Einsatzzeit am linken Flügel mit Luca Linder teilen. Der Routinier hat wegen körperlicher Beschwerden in dieser Saison noch keine Partie bestreiten können, soll aber nach der Winterpause Ende Januar zurückkehren.

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