Thun

Wacker auf Glatteis ausgerutscht

ThunWacker verliert erstmals seit Anfang Mai ein Meisterschaftsspiel. St. Otmar St. Gallen ohrfeigt die Thuner und bestätigt mit dem 33:19-Sieg, grosse Fortschritte gemacht zu haben.

Lange Gesichter, nachdem St. Otmar kurzen Prozess machte: Die Thuner sind bedient.

Lange Gesichter, nachdem St. Otmar kurzen Prozess machte: Die Thuner sind bedient. Bild: Patric Spahni

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Um 19.36 Uhr tänzeln einige Wacker-Spieler. Die Partie steht unmittelbar bevor, und der Gassenhauer, der auf die Begegnung einstimmt, vermag sie mitzureissen, sie wippen mit. Um 21.15 Uhr ertönt erneut Musik, und diesmal ist keinem Thuner zum Scherzen zumute. Zu Ende gegangen ist gerade ein Match, in dem der Meister nicht einfach bezwungen wurde; er wurde von St. Otmar vor­geführt, demontiert. 19:33 unterlagen die Berner Oberländer dem Abstiegsrundenteilnehmer der vergangenen beiden Saisons, den sie in den vier letzten Vergleichen stets problemlos besiegt hatten.

Als Reto Friedli in der 8. Mi­nute zum 4:4 ausglich, deutete nichts auf eine Kanterniederlage der Gäste hin, wenngleich diese in den ersten 250 Sekunden nicht getroffen hatten. Von da an gelang Martin Rubins Mannschaft: nichts mehr. Nach einer Viertelstunde lag sie 5:10 hinten, die Thuner haderten in der Folge mit den Schiedsrichtern, die im ersten Drittel Spielzeit vier Wacker-Akteure und keinen einzigen St. Galler mit Strafen belegten. Die Hausherren konnten den Vorsprung bis zur Pause konservieren und entrückten zu Beginn der zweiten Hälfte, als der Champions-League-Teilnehmer über acht Minuten benötigte, bis er einen Treffer erzielte.

Wacker, als Tabellenführer in die Partie gegangen, wirkte verzweifelt, in den Reihen des Meisters herrschte ein Chaos, das in den vorange­gangenen Jahren kaum je auszumachen gewesen war. Man hatte nicht den Eindruck, die Thuner stemmten sich mit aller Macht gegen die Klatsche, sie liessen gestern nicht zuletzt den Kampfgeist vermissen, für den sie sich so gerne rühmen. Vielmehr verloren einzelne von ihnen die Fassung, Simon Huwyler kassierte drei 2-Minuten-Strafen und konsequenterweise die Rote Karte.

Fallen Dähler und Linder aus?

Seltsam war die Partie nicht bloss ob des Skores. Der Match wurde sehr oft unterbrochen, immer wieder musste der Boden gewischt werden. Rutschig ist es in der Kreuzbleiche in dieser Saison, beim Traditionsclub dürfte so manch Mannschaft hinfallen. Der BSV Bern kassierte hier schon eine Niederlage, Pfadi Winterthur wendete eine solche vor einer Woche in extremis ab. Die Ostschweizer hatten unter anderen den zweimaligen Europameister Bo Spellerberg und den langjährigen Kadetten-Spieler Andrija Pendic verpflichtet; sie sind nicht wiederzuerkennen.

Wacker verlor vielleicht nicht nur eine Begegnung. Die Leistungsträger Luca Linder und Jonas Dähler konnten auf einmal nicht mehr mittun, sie haben sich allem Anschein nach verletzt. Es war ein bitterer Abend für die Thuner.

St. Otmar - Wacker Thun33:19 (16:11)Wacker: Wick/Arnosti; Holm (3), Linder, Felder, Dähler (2), Suter (3), Giovanelli, Lanz, Wyttenbach (6/2), Friedli (1), Simon Huwyler, Stefan Huwyler, Krainer (2), Delhees (2). (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 11.10.2018, 09:24 Uhr

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