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Die Luzerner gingen, als sie «missliebige» Basler entdeckten

Das Eidgenössische Turnfest begann sehr schweizerisch: mit Kantonsstreitigkeiten unter Männern. Heute ist Turnen überwiegend weiblich.

Geht es um Sport, spielt der Kanton Aargau nicht die erste Geige. Umringt von den Fussball- und Eishockeyhochburgen Basel, Bern und Zürich, befinden sich die Aargauer gewissermassen in der Klemme. In den nächsten elf Tagen aber wird die Region Aarau zum grössten Sportplatz der Schweiz. Über 67000 Kinder, Frauen und Männer werden stossen, heben, werfen, fangen, passen, fausten, hüpfen, springen, ringen, schwingen und rennen – oder, um die 108 Disziplinen auf einen Nenner zu bringen: turnen. Zum siebten Mal findet das Eidgenössische Turnfest in Aarau statt, so wie bei der Premiere. Grund genug, auf die wechselvolle 187-jährige Geschichte zurückzublicken.

Als der Zürcher Gustav Albert Wegmann im Frühjahr 1832 Kameraden zu einem «allgemeinen schweizerischen Turnertreffen» nach Aarau einlud, dürfte er kaum damit gerechnet haben, dass daraus dereinst der grösste Breitensportanlass der Schweiz wird. In der Chronik «Die Eidgenössischen Turnfeste – Streiflichter auf ein nationales Ereignis», die 2002 zum 170-Jahr-Jubiläum erschien, steht: «Das am 24. April ausgerichtete Turnfest war ein höchst bescheidenes.» 60 «Jünglinge» aus Aarau, Basel, Baden, Bern, Luzern, Zofingen und Zürich nahmen daran teil. Nur 14 von ihnen bestritten das Wettturnen an Barren, Reck, Pferd, Sprung, Schwebebaum und mit dem Gerwurf. Und: Ohne Politik ging es nicht. Die Luzerner Delegation verliess den Wettkampf vorzeitig, als sie «missliebige Basler» entdeckte. Die drei Herren Henz, Vögtli und Schmidlin hatten auf städtischer Seite an den Konflikten, die zur Basler Kantonstrennung führten, teilgenommen – was die Luzerner als «unehrenhafte Haltung» taxierten.

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