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Glosse über EntschuldigungenSorry, gäll

Schauspielerin Anne Hathaway entschuldigt sich für ihren neuen Film. Dabei wollte sie eigentlich ganz etwas anderes sagen. Hier ist die Übersetzung.

Wie winde ich mich aus diesem Schlamassel wohl wieder raus? Anne Hathaway am Filmset von «Locked Down».
Wie winde ich mich aus diesem Schlamassel wohl wieder raus? Anne Hathaway am Filmset von «Locked Down».
Foto: Click News and Media

Diesen Donnerstag startet ein neuer Film mit Anne Hathaway auf dem Streamingportal HBO Max. Er heisst «Locked Down» und ist – nun ja – eine Komödie.

Dass das angesichts der aktuellen Vorkommnisse in Washington und der pandemischen Situation in der ganzen Welt dem einen oder anderen in den falschen Hals geraten und sich ein ganz böser Shitstorm zusammenbrauen könnte, hat auch die Schauspielerin gemerkt und sich vorsichtshalber schon mal via Instagram entschuldigt.

Frauen tun das ja gerne und viel, viel, viel häufiger als Männer: Diese sagen nur dann Sorry, Pardon oder Verzeihung, wenn sie meinen, tatsächlich etwas verbockt zu haben. Beim weiblichen Geschlecht hingegen sind das in der Regel Codewörter für «Hab mich lieb» oder «Tu mir nichts».

Software markiert Entschuldigungen

Vielen rutschen die Entschuldigungen einfach so raus. Aber es gibt zum Glück Abhilfe: ein Software-Programm namens «Just Not Sorry» für den Internetbrowser Google Chrome. Dieses markiert automatisch alle Phrasen, Wörter und Bemerkungen, die nach einem Sorry klingen, aber eigentlich etwas ganz anderes meinen.

Testen wir das mal bei Anne Hathaway. «Es fühlt sich seltsam an, in diesen beispiellosen Zeiten Werbung für einen Film zu machen – erst recht für eine Komödie», hat sie in ihrem Instagram-Post geschrieben.

Und hier, was sie eigentlich sagen wollte: «Ich kann auch nichts dafür, dass diese Tubel von HBO so lange gebraucht haben. Sie hätten den Film doch schon viel früher ins Programm nehmen können. Im Lockdown! Deswegen haben wir uns den Filmtitel ‹Locked Down› ja überhaupt erst ausgedacht!»

«Ich bin zwar ein Promi, aber für mich ist das alles auch nicht einfach.»

Was Anne Hathaway eigentlich sagen wollte

Und weiter im Original: «Bitte glauben Sie mir, mich haben die Ereignisse der letzten Woche auch aus dem Lot gebracht.»

Korrigierte Version: «Ich bin zwar ein Promi, aber für mich ist das alles auch nicht einfach. Ich ruiniere hier vielleicht gerade meinen Ruf als Hollywoods netteste Schauspielerin, nur weil diese Trump-Idioten ausgerechnet jetzt das Capitol stürmen mussten und diese Tubel von HBO … ach, diese Tuuubeeel!»

Zurück zum Original: «Ich hoffe, dass mein Posting im Sinn der uralten Tradition von ‹the show must go on› verstanden wird. Ich hoffe auch, dass dieser Film Sie zum Lachen bringt und Sie sich in einer Zeit so vieler Schmerzen und Verluste weniger allein fühlen.»

Was Hathaway meinte: «So, jetzt noch ein bisschen Selbsthilfe-Service, kommt immer gut an. Die sollen sich jetzt einfach diesen verdammten Film anschauen! Mannomann, hoffentlich merkt niemand, dass ich das alles hier nur aus Marketingzwecken tue.»

3 Kommentare
    Karl Steinbrenner

    Frau Jeitziner, Sie schreiben abschliessend:

    «...hoffentlich merkt niemand, dass ich das alles hier nur aus Marketingzwecken tue.»

    Anne Hathaway schrieb gleich eingangs, sozusagen mit der Tür ins Haus fallend:

    "It feels strange to be promoting a movie..."

    Die Frage ist nur rhetorisch gemeint: Was hatten *Sie* geraucht, bevor Sie diese "Glosse" schrieben?

    Sorry, gäll!